Absage
Zwischen Wehmut und Realismus: Weshalb das Badener Radquer dieses Jahr nicht stattfindet

Unter normalen Umständen würde am Sonntag auf der Baldegg oberhalb von Baden Radquer gefahren – so wie immer in den letzten zehn Jahren im September. Doch heuer ist alles anders. Corona und die Finanzen haben für eine Absage gesorgt. Noch aber haben die Organisatoren die Hoffnung für 2022 nicht aufgegeben.

Marcel Kuchta
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Auf der Baldegg war spektakuläre Radquer-Action zu sehen.

Auf der Baldegg war spektakuläre Radquer-Action zu sehen.


Radsportphoto.net S.muessiggang,steffen Müssiggang/Zvg / SPO

Es war so etwas wie eine lieb gewonnene Tradition. Mitte September traf sich auf der Baldegg seit der Premiere im Jahr 2011 jährlich die Radquer-Elite aus dem In- und Ausland. Was einst als Idee von ein paar Radsportverrückten um OK-Präsident Christian Rocha begann, entwickelte sich nach und nach zu einem spektakulären Event im wunderbaren Naherholungsgebiet oberhalb von Baden.

Doch in diesem Jahr wird es rund um das Restaurant ruhig bleiben. Mitte Juni entschied sich das OK dazu, die diesjährige Austragung abzusagen. «Es war für uns ganz einfach nicht realistisch, unter den aktuellen 3-G-Regeln in diesem offenen Gelände ein umsetzbares Schutzkonzept zu entwickeln», erklärt Christian Rocha.

Christian Rocha.

Christian Rocha.

Steffen Muessiggang / Zvg / BAD

Die schwierigen Rahmenbedingungen sind aber nur ein Faktor, weshalb der populäre Quer-Event heuer nicht über die Bühne gehen kann. Auch die Finanzen spielen eine Rolle. Der langjährige Hauptsponsor «EKZ» hat sein Engagement beendet. Der Ausstieg des wichtigsten Partners betrifft nicht nur das Rennen in Baden, sondern die ganze Cross-Tour, die den Namen des Titelsponsors trug. Trotzdem schien zumindest die Austragung einzelner Events realisierbar.

Auch in Baden wäre man aufgrund der Geldreserven wohl für ein Jahr ohne Hauptpartner über die Runden gekommen. «Aber für uns hat sich schnell mal die Frage gestellt, ob es sich lohnt, in eine neue Infrastruktur zu investieren, um dann vielleicht nach einem Jahr schon wieder neues Material bestellen zu müssen, wenn sich ein neuer Hauptsponsor finden lässt», so Rocha. Wobei das angesichts der Auswirkungen der Corona-Pandemie selbstredend alles andere als einfach ist. «Viele Unternehmen haben momentan andere Prioritäten», sagt der Ennetbadener.

Das Radquer lockte jeweils zwischen 2000 und 3000 Zuschauer auf die Baldegg.

Das Radquer lockte jeweils zwischen 2000 und 3000 Zuschauer auf die Baldegg.

Radsportphoto.net/Steffen Müssiggang / BAD

Christian Rocha hat sich mittlerweile damit abgefunden, dass der Anlass, der dem Radquer-Sport in der Schweiz vor zehn Jahren neues Leben eingehaucht hat, heuer nicht stattfinden wird. Wobei ihn dieser Tage natürlich schon auch ein wenig Wehmut begleitet. «Aber ich bin auch Realist genug um zu erkennen, dass es in diesem Jahr nicht anders ging.»

Und wie sieht es für 2022 aus? Das steht gemäss Rocha in den Sternen. «In den nächsten Monaten werden wir entscheiden, ob und wie es mit dem Badener Cross weitergeht.»

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