Eishockey
Abheben will Nicole Gubler nur sportlich

Nicole Gubler aus Bünzen nimmt an der U18-Weltmeisterschaft in Romanshorn teil. Die Aargauerin hat trotz ihrer zurückhaltenden Art klare Ziele.

Daniel Monnin
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Nicole Gubler (vorne) will sich nicht in die Knie zwingen lassen, sondern mit ihren Koleginnen den Aufstieg realisieren.

Nicole Gubler (vorne) will sich nicht in die Knie zwingen lassen, sondern mit ihren Koleginnen den Aufstieg realisieren.

Für die 16-jährige Verteidigerin aus Bünzen geht es in ein paar Tagen nicht gerade um alles oder nichts, aber um viel, sehr viel. Nicole Gubler freut sich sehr auf ihre Einsätze an der Heim-WM vom 2. bis 8. Januar in Romanshorn. Sie spricht davon, dass es für sie eine Ehre sei, «mein Land zu vertreten – und das vor allem zu Hause, vor heimischem Publikum.»

Bei den ZSC Lions und beim HC Seetal im Einsatz

Gubler spielt seit ihrem vierten Lebensjahr Eishockey, heuer im dritten Jahr beim Meisterteam der ZSC Lions Frauen und zusätzlich bei den Novizen des HC Seetal. Sie ist eine «Vollblut-Eishockeyspielerin», es tönt überhaupt nicht abgedroschen und man glaubt ihr aufs Wort, wenn sie sagt: «Ich gebe immer alles.» Dafür wird sie auch belohnt.

Als eine der wenigen Spielerinnen im jüngsten Jahrgang fand sie Aufnahme im WM-Kader, das im Januar dieses Jahres in Tschechien zur Top-Division-WM mit den besten acht Nationen antrat. Nach sechs Spielen wurde sie, der «Rookie», als eine der drei besten Schweizer Spielerinnen gewählt und mit einer Uhr ausgezeichnet – als Lohn für ihre ehrliche und zielgerichtete Arbeit. «Diese Erfahrung werde ich wohl nie vergessen», erzählt sie, fügt aber sogleich an, «auch nicht die bittere Enttäuschung nach dem Overtime-Tor im dritten Relegationsspiel und dem damit verbundenen Abstieg.»

Der Wieder-Aufstieg als Ziel

Das Negativerlebnis ist zwar längst verarbeitet, dennoch gibt sie sich «kämpferisch» und meint, sie hätte – zusammen mit all jenen Spielerinnen, die bereits in Tschechien im Team waren – noch etwas gut zu machen. «Natürlich wollen wir (wieder) aufsteigen und wir werden auch alles dafür tun, aber die Ausgangslage ist offen, wir werden zwar aufgrund des Rankings als Favorit gehandelt, aber wir wissen um die Stärke unserer Gegnerinnen.» Die mahnenden Worte des Coaching-Staff, der die kommenden Gegner beobachtet hat, scheinen ihre Wirkung nicht verfehlt zu haben. Dennoch unterstreicht Gubler: «Wir glauben an unsere Stärke, aber wir respektieren den Gegner.»

Erstes Tor bei den Grossen erzielt

Es läuft ihr gut, sie fühlt sich in Form. In der Frauen-Meisterschaft hat sie kürzlich ihr erstes Tor geschossen und im U18-Nationalteam feierte sie in den letzten beiden Vorbereitungsspielen gegen Grossbritannien in ihrem 14. Länderspiel ihre ersten beiden Assists. Dass die Britinnen, die in der WM-Qualifikation nur um Haaresbreite gescheitert sind, leider ein inferiorer Gegner waren (es fehlten die sechs besten Spielerinnen!), sei zwar ärgerlich, aber aus den beiden Kantersiegen könne man auch viel Positives gewinnen: «18 Tore in zwei Spielen, kein Gegentor. Das gibt uns Selbstvertrauen. Wir haben das Spiel gemacht und waren erfolgreich.»

Erfahrenes Verteidigerpaar

Sie bildet zusammen mit der erfahrenen 17-jährigen Walliserin Karin Williner (45 Länderspiele) ein Verteidigungspaar, dessen Aufgaben klar umrissen sind. Zusammen mit den Stürmerinnen Stephanie Lehner, Dominique Rüegg und Janine Müller sollen sie auch offensiv für die Musik sorgen. Eine Aufgabe, die sie reizt, denn ab und an, stürmt die 16-Jährige auch auf der Flügelposition.

Der Traum von Olympia

Gross in die Zukunft blicken will Nicole Gubler nicht, die WM nimmt zurzeit eine beherrschende Stellung ein. Trotzdem lässt sie sich ein paar zahafte Ausblicke entlocken. Im kommenden Jahr wieder an die U18-WM fahren «und schliesslich ist es der Traum eines jeden Sportlers, einmal an Olympischen Spielen teilzunehmen.» Wohlweislich sagt sie «einmal» und spricht nicht direkt von Sotschi im Jahr 2014. Das hat nichts mit einer zögerlichen Einstellung zu tun, nein, Nicole Gubler gehört zu jenen Sportlerinnen, die ihre Entwicklung und ihre Ziele überschaubar halten, nicht abheben und «Schritt für Schritt vorwärts gehen.»

Bereits am Donnerstag ging es für sie anderen 19 Kaderspielerinnen während vier Tagen im letzten Vorbereitungscamp am WM-Ort in Romanshorn darum, «an den letzten Details zu arbeiten und den Feinschliff zu holen.» Auf dem Programm steht heute auch das letzte Testspiel gegen WM-Gegner Japan. Nach Hause zurückkehren wird sie erst am 9. Januar, nach der WM. Den Jahreswechsel feiert sie «zusammen mit einem grossen Teil des WM-Kaders in unserem WM-Hotel.» Angesagt ist nur eine kurze Silvesterparty, denn an Neujahr geht’s schon los. Das erste Spiel steht am Abend des zweiten Neujahrestages auf dem Programm – Gegner im WM-Eröffnungsspiel ist die Slowakei.

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