Wasserball ist in der Theorie ein recht simpler Sport. Man versucht lediglich, mehr Tore als der Gegner zu schiessen. Dazu ist von Vorteil, wenn man schwimmen kann. Wie gesagt, recht simpel - in der Theorie. Richtiges Wasserball ist geprägt von Körperkontakt, schnellem Umschalten von Defensive zu Offensive und einer erschwerten Spielübersicht, da man mit dem Kopf nur knapp über dem Wasser ist. Es braucht Geduld und Zeit, bis man diese Sportart auf ansprechendem Niveau ausüben kann.

Der Schwimmclub Baden besteht seit über 70 Jahren, den Wasserballverein - der einzige im Aargau - gibt es bereits seit über 50 Jahren. Ins Training kommen mehrheitlich Berufsmänner, die den Sport zum Abschalten nutzen. Es ist eine sympathische Truppe, darunter zwei Studenten und drei Italiener - ein Indiz, dass dieser Sport in Italien ein Nationalsport ist.

Schwimmen muss man können

Das Schwimmen ist das A und O. «Wenn einer schwimmerisch nicht fit ist, verliert seine Mannschaft», erklärt René Gamper, Präsident des SC Baden. Deshalb beginnt das Training auch mit einem Einschwimmen, das etwa 60 der 90 Trainingsminuten in Kauf nimmt. Schwimmen ist wie Radfahren - man verlernt es nie. Dennoch gibt es auch in diesem Sport massive Leistungsunterschiede.

Erst muss jeder 400 Meter schwimmen. Das dauert ein Weilchen, vor allem im Tempo eines durchschnittlichen Schwimmers. Wer hätte gedacht, dass Zweitliga-Wasserballer einen neutralen Trainingsteilnehmer so stark «abtrocknen» können ... Doch ist dies erst der Anfang des Einschwimmens. Nach den Strapazen der ersten 400 Meter folgen sechs 50-Meter-Sprints. Da merkt man schnell, wenn man konditionell nicht ganz auf der Höhe der Trainingspartner ist. Es ist auch keine Schande, wenn man im ersten Training den einen oder anderen Sprint auslässt, um sich keuchend am Beckenrand zu erholen.

Und dann beginnt das Training mit dem Ball

Nachdem man vom Einschwimmen genug nass geworden ist - mehr vom Schwitzen als vom Wasser -, beginnt das Training mit dem Ball. Die Schwierigkeit am Führen des Balles ist, dass man nur mit einer Hand spielen, fangen und passen darf. Dies wird mit verschiedenen Übungen eingeübt. Danach gibt es eine kurze Taktik-Session, die dem ungeschulten Auge die genau geplanten Spielabläufe und Spielzüge näherbringen.

Der Abend endet mit einem Trainingsspiel. Der Untrainierte hat aufgrund des hohen Tempos nur wenig Einfluss. Platziert er sich gut in der Defensive, verpasst er den Angriff; ist er in der Offensive anzutreffen, fehlt er dann in der Verteidigung. Versucht er sich im Tor, bleibt er chancenlos. Und auch im Penaltyschiessen bleibt er erfolglos - auch wenn nur knapp aufgrund der Torumrandung.