Challenge League

Ab nach Genf! Wie die Reise in die Romandie doch noch etwas werden kann für den FC Aarau

Wohin geht die Reise? Nach Genf! Am Freitag trifft der FCA auf die Romands.

Wohin geht die Reise? Nach Genf! Am Freitag trifft der FCA auf die Romands.

Die sinnloseste Dienstreise aller Zeiten führt nach Genf – ein nicht ganz ernst gemeinter Ratgeber, wie der heutige Tag doch noch etwas wird für den FC Aarau.

Zwei Punkte nach fünf Spielen, ein Torverhältnis von 5:9, in der Tabelle punktgleich mit dem Letzten Winterthur, sang- und klanglos ausgeschieden im Cup gegen die Amateure von Echallens, der schlechteste Saisonstart aller Zeiten, nur 13 gesunde Feldspieler: Die Vorzeichen für das heutige Auswärtsspiel des FC Aarau beim Aufstiegskandidaten Servette Genf (20 Uhr, Stade de Genève) könnten kaum mieser sein.

Was tun? Hoffen auf ein Fussballwunder? Sich dem Schicksal ergeben? Die «Aargauer Zeitung» hat sich diese Fragen auch gestellt und ist zum Schluss gekommen: Der FC Aarau hat in der aktuellen Verfassung gegen Servette keine Chance. Doch diese soll er nutzen, indem Trainer und Mannschaft neue Wege gehen – im wortwörtlichen Sinn: Auf der Reise nach Genf muss der FC Aarau die Gemeinde Echallens weitläufig umfahren, um nicht die bösen Geister einer der schwärzesten Stunden der Klubgeschichte zu wecken. Wir haben für Trainer Marinko Jurendic und seine Mannschaft eine Alternativ-Route herausgesucht und schlagen weitere Massnahmen vor, wie der FC Aarau aus der sinnlosesten Dienstreise aller Zeiten das Beste machen kann.

Los geht es hier: Im Brügglifeld.

Los geht es hier: Im Brügglifeld.

Start im Brügglifeld

Ganz wichtig: Die Besammlung zur Abfahrt früh genug ansetzen. Der schnellste Weg nach Genf dauert drei Stunden. Doch dieser verläuft gefährlich nah am zwischen Yverdon und Lausanne gelegenen Echallens vorbei, weshalb wir die Region um den Ort des Cup-Debakels zur Sperrzone erklären und dem FC Aarau zur weitläufigen Umfahrung raten. Die Reise wird so um ein Vielfaches länger dauern – doch wir wissen aus gut unterrichteten Quellen, dass im Teambus für Unterhaltung gesorgt sein wird: Eine Spielkiste mit Jasskarten, Schachbrettern und Eile mit Weile liegt bereit. Und wer nicht spielen will, der kann die wunderbare Aussicht während der Fahrt durch die Schweizer Berge geniessen.

Kaffee und Kuchen im Hotel Belvédère.

Kaffee und Kuchen im Hotel Belvédère.

Hotel Belvédère, Spiez: Erster Zwischenhalt

Nach 90 Minuten der erste Zwischenhalt im berühmten Hotel Belvédère. Dort logierte während der WM 1954 die deutsche Nationalmannschaft und entwickelte den viel zitierten «Geist von Spiez», der das Unmögliche möglich machte: Deutschland gewann im Final 3:2 gegen das als unschlagbar bezeichnete Ungarn. Der WM-Titel gilt bis heute als Initialzündung für den Aufstieg des kriegsbeschädigten Deutschlands zum Wirtschaftswunder. Im Gegensatz dazu dürfte, nachdem die FCA-Spieler bei Kaffee und Kuchen den «Geist von Spiez» eingesogen haben, der Aufstieg in der Challenge-League-Tabelle ein Leichtes sein.

Unspunnen-Schwinget in Interlaken: Den «Bösen» über die Schultern schauen.

Unspunnen-Schwinget in Interlaken: Den «Bösen» über die Schultern schauen.

Höhematte, Interlaken

Nach nur 20 Minuten Weiterfahrt heisst es bei der Höhematte mitten in Interlaken erneut: Aussteigen bitte! Hier findet am Sonntag der Unspunnen-Schwinget statt, an dem sich die besten Schwinger der Schweiz messen. DIE Gelegenheit für die FCA-Profis, den «Bösen» bei den Wettkampfvorbereitungen über die Schultern zu schauen. Sempach Matthias, Wenger Kilian und Orlik Armon sind sicher bereit, den Fussballern den einen oder anderen Tipp mit auf den Weg zu geben. Denn wenn die Aarauer am Abend in Genf bestehen wollen, müssen sie kratzen, beissen, grätschen – kurz: böse sein. Dass sie das nicht sind, konnten Jäckle, Rossini und Co. bislang nicht widerlegen.

Einmal das Matterhorn hoch und runter.

Einmal das Matterhorn hoch und runter.

Matterhorn, Zermatt

Nach der Stippvisite bei den Schwingern führt die Reise durch das wunderschöne Berner Oberland über den Grimselpass hinunter ins Wallis. In Visp biegt der Bus links ab und fährt bis nach Zermatt. Hier sollen die Aarauer im Hinblick auf die «Mission Impossible» in Genf an ihrem Teamgefüge arbeiten. Und zwar, indem sie das Matterhorn besteigen. Am Berg muss sich jeder auf den Nebenmann verlassen können, sonst droht der Absturz. Die Kletterpartie hat noch einen weiteren Effekt: Auf über 4000 Metern Höhe gewöhnen sich die FCA-Spieler schon mal an die dünne Luft, die in einem allfälligen Abstiegskampf herrschen wird.

Zeit für Erholung im Hotel Heilquelle.

Zeit für Erholung im Hotel Heilquelle.

Hotel Heilquelle, Leukerbad

Eine gute Stunde dauert die nächste Etappe von Zermatt nach Leukerbad. Im Kurort steht das Hotel «Heilquelle». Der perfekte Ort zur Erholung für die von der Matterhorn-Besteigung erschöpften FCA-Profis. Wer will, kann in einem der zahlreichen Thermalbäder zusätzlich Kraft tanken. Aus der Vergangenheit sind mehrere Sagen überliefert, gemäss denen nach dem Aufenthalt in Leukerbad Lahme wieder gehen konnten.

Im genug trinken.

Im genug trinken.

Cachat-Quelle, Evian-les-Bains

Ganz wichtig für den Buschauffeur: Den Lac Léman auf der französischen Seite passieren – der Weg via Lausanne führt zu nahe an Echallens vorbei. Der letzte Halt vor der Zielankunft bietet sich in Evian-les-Bains an. Aus der Cachat-Quelle sprudelt das weltberühmte Evian-Wasser, auf das viele Models schwören und nur noch darin baden. Oder: Das Wasser soll so rein sein, dass es sogar Säuglinge ohne vorgängiges Abkochen trinken können. Gemäss den Bewohnern von Evian-les-Bains weckt ihr Wasser die Lebensgeister. Also, liebe FCA-Profis: Den Bus vollpacken mit Evian-Flaschen und auf dem letzten Wegstück nach Genf so viel wie möglich trinken!

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