Eishockey
Aargauerin führt Schweizer Eishockey-Nationalteam an

Die Aargauer Eishockeyspielerin Julia Marty führt die Schweizer Frauen-Nationalmannschaft als neuer Captain an die Weltmeisterschaft in Ottawa. Für die 25-jährige Nussbaumerin nichts Neues, «business as usual», meint sie lächelnd.

Daniel Monnin
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Julia Marty ist seit Jahren ein wichtiger Bestandteil der Schweizer Nationalmannschaft.

Julia Marty ist seit Jahren ein wichtiger Bestandteil der Schweizer Nationalmannschaft.

Julia Marty übernimmt den Captain-Job von Rekord-Nationalspielerin Kathrin Lehmann (242 Länderspiele), die das Team beim Gewinn der Bronzemedaille vor einem Jahr letztmals als Captain angeführt hatte.

Für die Aargauerin ist ein Captainamt nichts Neues, denn bereits während ihrer vierjährigen Studienzeit an der Northeastern University führte sie das College-Team an.

Als langjährige Nati-Spielerin – 10 WM-Teilnahmen inklusive zweimal Olympische Spiele – sei sie längst in die Rolle einer Führungsspielerin hineingewachsen, sagt sie. «Ob ich nun ein «C» auf der Brust trage oder nicht, ändert nicht viel.»

Und trotzdem wird Julia Marty in einem jungen Team (Durchschnittsalter 22 Jahre) mit nicht weniger als acht WM-Neulingen eine wichtige Rolle zukommen.

Sie wird zusammen mit anderen Führungsspielerinnen – wie ihrer Zwillingsschwester Stefanie, mit der sie mit Ausnahme der vier Jahre in den USA immer im gleichen Team gespielt hat – den Ton angeben und den Weg weisen müssen.

«Ich bin mir der Verantwortung durchaus bewusst und freue mich auf diesen Job. Die Stimmung im Team ist sehr gut, das erleichtert mir meine Aufgabe», meint die Studentin, die vor ihrem Master-Abschluss in Sportpsychologie an der ETH Zürich steht.

Marty schätzt die Ausgangslage nüchtern ein: «Als Nummer 4 der Welt sind wir erstmals in der Top-Gruppe eingeteilt und spielen in der Vorrunde gegen Weltmeister Kanada, Vizeweltmeister USA und Finnland.»

Der Platz in den Viertelfinals gegen einen der beiden Ersten aus der Gruppe B (Schweden, Russland, Deutschland, Tschechien) ist vom Modus her bereits gesichert, ein Abstieg unmöglich.

Diesen Viertelfinal hat Marty im Fokus: «Wir müssen und wollen dieses Spiel gewinnen und damit unseren Platz in der Top-Gruppe und unter den besten vier Nationen der Welt sichern.»

Dies ist auch das Ziel, das die beiden Headcoaches Daniel Meier – er ist seit November 2012 neu im Team – und René Kammerer mit der Mannschaft erarbeitet haben.

Die neue Ausgangslage sei schwierig, wenn nicht gar schwieriger als früher, meint Marty. «Jetzt sind wir im Viertelfinal in einer Art Favoritenrolle und der Druck ist nach dem letztjährigen Gewinn der Bronzemedaille ohnehin grösser.»

Nach der WM will Marty auch die Weichen für ihre sportliche und berufliche Zukunft stellen. Sie schliesst nicht aus, später einmal als Trainerin zu arbeiten, «doch vorerst geniesse ich es, als Spielerin Akzente setzen zu können.»

Ob sie die kommende Saison in der Schweiz oder im Ausland tun wird, lässt sie offen.

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