Aargauer Sportgala
Aargauer Sportlerin des Jahres zu ihrem Sieg: «Ein cooles Gefühl»

Kathrin Stirnemann, die Aargauer Sportlerin des Jahres 2017, spricht im Interview über Emotionen und erklärt, weshalb sie künftig voll auf Cross Country setzt.

Martin Probst und Dean Fuss
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Mit Trophäe und Blumenstrauss: Kathrin Stirnemann posiert nach der Auszeichnung als Aargauer Sportlerin des Jahres 2017.

Mit Trophäe und Blumenstrauss: Kathrin Stirnemann posiert nach der Auszeichnung als Aargauer Sportlerin des Jahres 2017.

Alexander Wagner

Kathrin Stirnemann, herzliche Gratulation zur Auszeichnung als Aargauer Sportlerin des Jahres 2017.
Kathrin Stirnemann: Wow. Es ist eine grosse Ehre. Ich freue mich riesig, dass es geklappt hat.

Als Doppel-Weltmeisterin können Sie uns sicher verraten, welches Rüstzeug man in der Disziplin Eliminator mitbringen muss, um erfolgreich zu sein?
Es handelt sich um eine Sprint-Disziplin. Deshalb ist ein explosiver Start unabdingbar. Fehler darf man sich keine erlauben. Ein Lauf dauert maximal zwei Minuten – ein Fehler und man ist weg. Ebenfalls wichtig sind eine clevere Taktik und die Technik. Zudem muss man auch die Ellenbogen rausstellen können.

Das scheinen Sie alles bestens im Griff zu haben. Hat es in Sachen Ellenbogen ausfahren geholfen, dass Ihr Bruder Matthias ebenfalls Mountainbiker ist?
Ich habe ganz sicher von ihm und auch vom ganzen Verein in Gränichen profitiert. Wenn ich dort im Stützpunkt trainiere, dann fahre ich gegen 15- bis 18-jährige Jungs. Die sind schon etwas kräftiger und die Duelle mit ihnen helfen in diesem Bereich sicher auch.
Der Mountainbike-Sport ist eng mit dem Namen von Olympiasieger Nino Schurter verbunden.

Hegen Sie selber einen Olympia-Traum?
Auf jeden Fall! Es wird nicht in der Disziplin Eliminator sein, da diese in Tokio 2020 noch nicht olympisch sein wird. Zwar ist es ein Thema die Disziplin später einmal aufzunehmen, aber bis das passiert ist, bin ich wohl zu alt für eine Sprint-Disziplin (lacht). Aber im Cross Country habe ich schon bewiesen, dass ich international vorne mitmischen kann.

Siegerin Kathrin Stirnemann im Konfettiregen.
28 Bilder
Siegerin Kathrin Stirnemann (Mitte) mit Moderator Jann Billeter (links) und Regierungsrat Alex Hürzeler (rechts).
Siegerin Kathrin Stirnemann wird interview von Moderator Jann Billeter.
Die nominierten Sportler: v.l.n.r. Oliver Hegi, Kunstturnen, Michelle Heimberg, Wasserspringen, Siegerin Kathrin Stirnemann MTV und Handballer Marcel Hess.
Moderator Jann Billeter (links) interview Dimitri Isler, Ski Freestyle.
Der Preis der Vereinigung Aargauer Sportjournalisten VASJ überreicht durch Vizeprasident Wolfgang Rytz, zusammen mit Frau Gemeindeammann Marlene Koller von Untersiggenthal und Moderator Jann Billeter (ganz rechts).
Tennisspielerin Chelsea Fontenel singt live.
Ein Selfie für das Erinnerungsalbum: Badminton-Meister Team Argovia.
AZ-Medien-Verwaltungsrat Florian Wanner (r.) mit Kunstturnerin Anina Wildi.
Boxer Ezgon Maliqai posiert mit Nationalrätin Ruth Humbel.
Hochspringerin Livia Odermatt (l.) mit Regierungsrat Stephan Attiger.
Der Aargauer Sportminister Alex Hürzeler (r.) applaudiert der Aargauer Sportlerin des Jahres 2017, Kathrin Stirnemann.
Aargauer Sportgala 2018
Kathrin Stirnemann (rechts, MTB) mit Kunstturner Oliver Hegi
Moderator Jann Billeter (links) im Interview mit den AZ-Redaktoren Dean Fuss (Mitte) und Martin Probst
Nationalrätin Ruth Humbel posiert mit Boxer Egzon Maliqai und hat auch noch einen lockeren Spruch auf Lager: „Ich habe sogar Bochandschuhe zu Hause!“
U14-Schweizermeisterin im Tennis ist sie schon, die Nummer 1 der Welt will sie noch werden und singen kann sie auch: Chelsea Fontenel liefert den ersten Show-Act des Abends.
Der Boxer Egzon Maliqai sichert sich bereits heute einen Auftritt im SRF-Sportpanorama in fünf Jahren: Dann will er Profi-Weltmeister sein.
Die Handballer des TV Endingen machen die Garderobe.
Kulinarisch werden die Gäste an der Sportgala gut versorgt...
...wie Sie selbst sehen können.
Welcher Sportler/welche Sportlerin wird heute einen Blumenstrauss entgegennehmen dürfen?
Auch für genug flüssige Versorgung soll gesorgt sein.
Die Gäste treffen ein und lassen sich ablichten: Hier posiert die für den Hauptpreis Nominierte Kathrin Stirnemann (ganz links).
Der Aargauer Sport ist vielfätig. Viele Menschen sind gekommen. Der Apéro läuft.
Die Aargauer Sport-Gala 2018 findet in der Go Easy Arena in Station Siggenthal statt.

Siegerin Kathrin Stirnemann im Konfettiregen.

Alexander Wagner

Wie schwer fällt Ihnen der Umstieg auf diese Disziplin?
Meine Wurzeln liegen im Cross Country. Der Eliminator ist einfach gut auf mein Fahrerprofil zugeschnitten. Deshalb war ich da sehr schnell erfolgreich. Aber eigentlich habe ich nie spezifisch auf die Sprint-Disziplin trainiert, die waren immer nebensächlich. Trotzdem habe ich mein Training unter der Anleitung eines neuen Trainers bereits etwas angepasst. Wir haben neue Reize gesetzt und ich nehme noch einen Anlauf und werde das Ziel Tokio 2020 ganz klar im Auge behalten.

Sie fahren im Team Ihres ehemaligen Vorbildes Ralph Näf. Wie fühlt sich das an?
Er war immer sehr offen und zugänglich für uns Nachwuchsfahrer. Er hat uns motiviert, uns aufgebaut. Er war immer ein Kämpfer und hat viel erreicht. Trotzdem ist er ein Lebemann geblieben, ein lockerer Typ. Wir sind uns als Typ sehr ähnlich, deshalb läuft unsere Zusammenarbeit auch sehr gut.

Florian Vogel, Esther Süss, Ihr Bruder Matthias, Sie selber. Ist der Aargau auch so etwas wie ein Mountainbike-Kanton?
Das würde ich so unterschreiben. Das Gelände im Aargau ist ideal. Im Jura gibt es gute Routen, in Gränichen haben wir einen Lehrpfad und den Stützpunkt, wo sehr viele Talente gefördert und geformt werden. Das alles hilft unserem Sport hier sicher.

Was kann Ihre Auszeichnung dem Mountainbike-Sport im Kanton bringen?
Ich hoffe, dass junge Fahrerinnen und Fahrer, die vielleicht schon jetzt zu mir hochsehen, dadurch motiviert werden. Sie sehen, dass man auf dem Bike etwas erreichen kann, dass sich die Menschen hier dafür interessieren.

Was bedeutet die Auszeichnung für Sie persönlich?
Es ist schön, in der Heimat geehrt zu werden – zumal es etwas ist, das ich nicht selber in der Hand gehabt habe. Vielmehr ist es die Anerkennung der Menschen da draussen, dass sie meine Leistungen mitbekommen, es cool finden und entsprechend honorieren.

Sie sind zwei Mal Weltmeisterin geworden. Lassen sich die Emotionen mit dieser Auszeichnung vergleichen?
Das sind zwei komplett unterschiedliche Dinge. Die Auszeichnung hier kann ich viel ruhiger angehen, kann es viel mehr geniessen. Das ist mega schön, ein cooles Gefühl.