Radsport
Aargauer Sportler des Jahres als Stift ins Profiteam

Silvan Dillier bewegt sich derzeit zwischen Bahn und Strasse. Als Stagiaire will er sich den Verantwortlichen von BMC von der besten Seite zeigen.

August Widmer
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Haben auf der Bahn wieder zueinandergefunden: Der Schneisinger Silvan Dillier (links) und Claudio Imhof, sein Partner aus Amateurzeiten.

Haben auf der Bahn wieder zueinandergefunden: Der Schneisinger Silvan Dillier (links) und Claudio Imhof, sein Partner aus Amateurzeiten.

August Widmer

Als «Stagiaire» im BMC-Team hat Silvan Dillier, Aargauer Sportler des Jahres 2012, ein reich befrachtetes Programm vor sich. Dies hindert den Schneisinger allerdings nicht daran, dazwischen auch noch Abstecher auf die Rennbahnen von Oerlikon und Grenchen zu machen. In Zürich Oerlikon und der neuen Hallenbahn von Grenchen standen gleich zwei Prologe zu den «Sixday-Nights» an.

Dabei kam es zum Wiedersehen des Paars Silvan Dillier und Claudio Imhof. Der Schneisinger und der Ostschweizer hatten zu U23-Zeiten zusammengespannt und zwischen 2008 und 2011 etliche Erfolge, darunter zweimal am Zürcher Amateur-Sechstagerennen, erzielt. Nachdem es Imhof aus gesundheitlichen Gründen in den letzten Jahren nicht mehr so rund lief, hat er in der Saison 2013 wieder zu alter Stärke zurückgefunden. In Oerlikon und in Grenchen spannten Dillier und Imhof nun also wieder zusammen. Es klappte zwar noch nicht alles wie einst; dennoch behaupteten sich Dillier/Imhof in allen Rennen vorne.

Für Silvan Dillier ist es im Moment wichtig, sich im BMC-Team auf der Strasse von der besten Seite zu zeigen. Er ist als «Stagiaire» im Hauptteam dabei. Wenn ihm gute Leistungen gelingen, ist nicht ausgeschlossen, dass Dillier nächstes Jahr im BMC-Pro-Tour-Team fährt. Die ersten Erfahrungen mit den «Grossen», die Silvan Dillier letzte Woche in Norwegen am «Artic Race» an der Polargrenze machen konnten, stimmen auf jeden Fall zuversichtlich. «Thur Hushovd ist als Ex-Weltmeister und norwegischer Landesmeister in seinem Heimatland der grosse Star. Deshalb ging es in erster Linie darum, dass wir ihn in eine gute Ausgangslage bringen konnten. Das ist uns gelungen: Hushovd konnte zwei Etappen und das Gesamtklassement gewinnen», zog Dillier eine gute Bilanz. Obwohl der Schneisinger in erster Linie als Mannschaftshelfer im Einsatz stand, schaute für ihn letztlich der 74. Schlussrang heraus.

Dillier wird im BMC-Hauptteam noch weitere Rennen bestreiten. So wird er Anfang September an der erstmals über sechs Etappen zwischen Edmonton und Calgary ausgetragenen Alberta-Rundfahrt in Kanada im Einsatz stehen. «Auf dieses Rennen bin ich gespannt. Es wird sicher wieder speziell werden. Das war auch in Norwegen so. Es gab dort zwar auch viele Berge, aber die Strassen führten häufig durch Tunnels. In den Dörfern war der Publikumsaufmarsch sehr gross. Bei diesem dünn besiedelten Gebiet habe mich oft gefragt, woher all die Leute kamen.»

Die beiden Abstecher auf die Rennbahnen von Oerlikon und nach Grenchen sind für Silvan Dillier im Moment Abwechslungen. Zurzeit hat die Strasse für den Schneisinger Vorrang.