Gioia Zeindlers Feuer für den Wintersport wurde früh entfacht. Mit 20 Monaten stand sie erstmals auf Ski. Mit fünf Jahren trat sie dem Skiclub Brunni-Alpthal bei.

«Eine Unterländerin kann eh nicht Ski fahren, sagten die Bergler anfangs», erzählt Gioia Zeindler.

Dieses Vorurteil hat sie schnell entkräftet. Mittlerweile fährt sie in der Leistungsgruppe des Skiclub Schwyz. Und in der Fördergruppe des Swiss Knife Valley Ski Teams (SKV) wird sie auf das Kader vorbereitet. Einer ihrer Trainer dort ist Abfahrts-Weltmeister Franz Heinzer.

«Wir müssen sie bremsen»

Während der Wintermonate steht die 11-Jährige an vier Tagen in der Woche auf der Piste. In den Weihnachts- und Sportferien jeden Tag.

Gioia Zeindlers Lieblingsdisziplin ist der Slalom, ihre Lieblingsfahrerin Lindsey Vonn. Irgendwann möchte sie im Weltcup starten. Ihr Traum sind die Olympischen Winterspiele.

«Wir unterstützen Gioia, solange sie Spass daran hat», sagen ihre Eltern Renata und Roger. «Wir müssen sie eher bremsen. Am liebsten würde sie sieben Tage pro Woche Sport machen.»

Im TSV Rohrdorf geht sie auch noch ins Geräteturnen. «Aber weil es im Geräteturnen keinen Weltmeister-Titel gibt, konzentriere ich mich lieber aufs Skifahren», sagt die kecke Schülerin.

Schulunterricht zu Hause

Die Eltern unterstützen sie, so gut es geht. Vater Roger ist ihr Servicemann und präpariert die Ski. Unterrichtet wird sie seit diesem Herbst zu Hause von ihren Eltern.

«Gioia war sehr unglücklich mit der Lehrersituation an der Bezirksschule Berikon», sagt der Vater.

Ihre Eltern seien gute Lehrer, sagt Gioia. Die Tochter sei eine gute Schülerin, sagen die Eltern. Im Stoff sei man gar voraus.

Doch diese Zeiten sind wohl bald vorbei: Im März stehen die Aufnahmeprüfungen für das SKV-Kader und die Talentschule Schwyz auf dem Programm.