Was in Skirennen nicht selten der Fall ist, eine Österreicher-Show, fand in gewisser Weise am Basellandschaftlichen Jubliäumsschwingfest auch statt. In dem Fall waren es freilich nicht die Österreicher, sondern die Aargauer, die da die «Party» dominierten. Am Ende klassierten sich fünf auf den Rängen 1 bis 5.

Im Schlussgang traf Nick «the furios» Alpiger auf Patrick «the Colossus» Räbmatter. Der 18-jährige Alpiger vom SK Lenzburg also, der vor Wochenfrist überraschend im Schlussgang am Nordwestschweizerischen stand, gegen den 23-jährigen Räbmatter vom SK Zofingen, der heuer unter anderem auf dem Stoos brillierte.

Räbmatters Angriffstaktik

«Ich wollte vom ersten Moment an voll angreifen», hielt Räbmatter fest. Gesagt getan. Nach nur sechs Sekunden lag Alpiger derlei platt im Sägemehl. «Es fühlt sich toll an, jetzt auch Kranzfestsieger zu sein», so der Sieger. «Wobei», so der 153-Kilogramm-Mann, «Nick wäre auch ein verdienter Sieger gewesen.»

Auf seinem (ungeschlagenen) Weg ins Final räumte Alpiger unter anderem die beiden Eidgenossen Remo Stalder und Bruno Müller aus dem Weg. Räbmatter seinerseits verlor zum Auftakt sein Duell gegen Bruno Gisler. «Für die Einteilung kann ich ja nichts», entschuldigte sich der Sieger fast. Er habe genommen, was man ihm vorsetzte. Wobei Räbmatters Sieg allein schon aufgrund seiner starken Saison verdient ausfällt.

Haslers erster Kranz

Was die Einheimischen angeht, so konnten sich diese letztlich über vier der 17 abgegebenen Kränze freuen. Neben Marc Stoffel (Allschwil), Remo Kocher (Hofstetten) und Cédric Huber (Pratteln) durfte auch der 22-jährige Manuel Hasler erstmals vor die Kranzjungfer treten.

Das genannte Quartett klassierte sich mit 57,00 Punkten geschlossen auf dem geteilten 5. Rang. «Endlich», liess der Muttenzer Hasler seiner Freude über den ersten Kopfschmuck freien Lauf und ballte dazu die Faust. Schon öfter habe ihm zum Schluss das berüchtigte «Vierteli» gefehlt. Diesmal aber behielt der Landschaftsgärtner die Nerven. Obwohl: «Ich war schon sehr nervös vor dem sechsten Gang.»

Mttels Übersprung bodigte Hasler dann aber seinen Kontrahenten Jan Huber und verdiente sich so sein erstes Adelsprädikat im Reich von Zwilchhose und Kurz-Zug. Anfang September zieht Hasler, der erst vor sechs Jahren durch einen Kollegen zum Schwingen fand, mit seiner Freundin in eine Wohnung in Birsfelden.

Schön, wenn man da zu den besseren Hosenlupfern gehört – denn so ein Gabentempel an einem Kranzfest gibt allerhand her, was man im Haushalt immer gut gebrauchen kann. Vom Staubsauger übers Geschirr- und Messerset bis hin zum Kaffee-Vollautomaten.

«US-Team» verdient Respekt

Um diesen erwähnt berüchtigten Viertelpunkt am Kranz vorbei schrammte der «Special Guest» unter den gut 100 Schwingern. Frank Kaech aus Ripon in Kalifornien verpasste darum sein zweites Eichenlaub um Haaresbreite. Anfang Monat hatte sich der Auslandschweizer, der sich für das Eidgenössische 2016 in Estavayer «qualifizieren» will, am Schaffhauser Kantonalen seinen ersten «Hosenlupf-Orden» erkämpft.

Um am Neuenburgersee dabei zu sein, muss Kaech heuer an mindestens drei Kranzfesten mitmachen – und dabei zeigen, dass er nicht zu Griesbrei verarbeitet wird. Dass der Siegermuni für den König 2016 vor ihm keine Angst haben muss, das hat Kaech den 2200 Fans in Ormalingen bewiesen. Aber auch, dass er durchaus imstande ist, die US-Schwing-Nati an einem Eidgenössischen ehrenhaft zu repräsentieren.