FC Aarau

Aargauer Schiessbudenfiguren verweigern Arbeit

Fassungslose Aarauer

Fassungslose Aarauer

Eine blamable Pleite für den Absteiger in die Challenge League. Die Aarauer werden von einem bescheidenen Biel vorgeführt und verlieren 1:7. Es hätte gut und gerne auch 1:10 aus ihrer Sicht heissen können. Kann sich der Trainer Jakovljevic halten?

Blamabel, peinlich, stümperhaft, hilflos und konzeptlos: Was der FC Aarau gestern Nachmittag in der Gurzelen vor 763 Zuschauern zeigte, grenzte an Arbeitsverweigerung. Der Super-League-Absteiger glich während 94 Minuten einem Hühnerhaufen, legte sich ein Ei nach dem andern und wurde nach allen Regeln der Kunst vorgeführt. Der FC Biel hätte am Schluss 10:1, ja noch höher gewinnen können, ja müssen.

Der von A bis Z schlechte Auftritt der Aarauer wirft viele Fragen auf: Warum fanden die Aarauer von Beginn an nicht die richtige Einstellung? Wo blieb das Aufbäumen gegen die Kanterniederlage? Wo blieben Einsatz und Kampfgeist? Wo blieben Leidenschaft und Ehrgefühl? Wo blieb die Disziplin? Und die entscheidenden Fragen lauten: Was nun? Wie geht es weiter?

Trainerentlassung «kein Thema»

Der FC Aarau hat sich gestern Nachmittag bis auf die Knochen blamiert, ja er hat am Ende sogar sein Gesicht verloren. Präsident Alfred Schmid eilte schon während der Pause in die Garderobe und appellierte an den Stolz der Spieler. Vergeblich. Sport-Koordinator Urs Bachmann war nach dem Schlusspfiff abgrundtief enttäuscht, ja schockiert. Auf die Frage, ob die Entlassung von Trainer Ranko Jakovljevic ein Thema sei, entgegnete Bachmann: «Nein. Momentan ist Jakovljevic kein Thema. Nach einem 1:7 kann allerdings kein Trainer der Welt sicher sein, ob er seinen Job behält oder nicht.»

Schmid sagt: «Wir werden mit Jakovljevic sicherlich bis zur Winterpause arbeiten. Dann müssen wir die Vorrunde allerdings genau analysieren.» Apropos Analyse: Jene des Spiels gegen Biel fällt ernüchternd, ja fürchterlich aus. Dass Biel zur Pause nur 2:0 führte, war schier unglaublich. Die Aarauer offenbarten in der Defensive Mängel der gröberen Sorte und konnten sich bei Torhüter Sascha Studer bedanken, dass das Spiel nicht frühzeitig entschieden war. Bei optimaler Chancenverwertung hätten die Seeländer sechs Tore erzielen können. Zu allem Übel verloren die Aarauer kurz vor dem Wechsel auch noch André Gonçalves, der nach einem Rempler gegen Biels Torhüter Laurent Walthert zu Recht die gelb-rote Ampelkarte sah.

Gleiches Bild zu Beginn der zweiten Hälfte: Die Aarauer Abwehr schläft, Max Veloso lanciert den pfeilschnellen Franck Etoundi – und Biel führt mit 3:0. Und als Aron Liechti nach Ablauf einer Stunde und nach einem weiteren Schläfchen der Verteidigung das 4:0 erzielte, war die Partie gelaufen. Der Rest war Einbahnfussball in Richtung Studer. Der 19-jährige Goalie war mit Abstand der beste Aarauer und tat einem richtiggehend leid.

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