Tennis
Aargauer Meister erhält 1500 Franken

An den Aargauer Meisterschaften, die zum zweiten Mal in Folge in Bremgarten stattfinden, liegt die Teilnehmerzahl mit knapp 200 unter dem Wert vom Vorjahr, dafür ist das Niveau an der Spitze noch einmal gestiegen.

Fabio Baranzini
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Selbst Karin Kennel spielt an den Kantonalmeisterschaften.

Selbst Karin Kennel spielt an den Kantonalmeisterschaften.

Fabio Baranzini

Was haben Alexander Sadecky (N1, 8), Karin Kennel (N2, 16) und Tadeja Majeric (N1, 9) gemeinsam, abgesehen davon, dass sie allesamt hervorragend Tennis spielen und schweizweit zu den absoluten Topcracks gehören? Sie alle haben sich für die Aargauer Meisterschaften in Bremgarten angemeldet, die am Dienstag beginnen. Dass Spieler dieses Kalibers, die – im Falle von Kennel und Majeric – normalerweise auf der WTA-Tour antreten oder wie Alexander Sadecky ein regelmässiger Gast bei nationalen Topturnieren sind, an den kantonalen Meisterschaften teilnehmen, ist alles andere als selbstverständlich.

Zu einem gewissen Teil hängt dies mit dem gut vernetzten Organisationskomitee rund um Präsident Heinz Blatter zusammen, das keinen Aufwand scheute, um auch Topspieler für ihr Turnier zu gewinnen. Doch Spieler dieses Formats kommen nur dann, wenn es auch etwas zu gewinnen gibt. Und das ist an den Aargauer Meisterschaften der Fall. 1500 Franken erhält der Sieger des Turniers. Kein schlechter Lohn für drei oder vier Partien, die innerhalb einer Woche gewonnen werden müssen.

Strategie geht auf

Insgesamt schütten die Organisatoren in Bremgarten 6400 Franken an Preisgeldern aus. 5000 Franken davon werden vom Aargauischen Tennisverband gesprochen – mit dem Wunsch, dieses Geld als Preisgeld zu investieren. Wirft man einen Blick auf die Tableaus in der obersten Spielklasse, zahlt sich diese Strategie aus. Nicht weniger als zehn N-Spieler bei den Männern und vier bei den Frauen haben sich angemeldet. «Damit konnten wir das bereits hohe Spielniveau aus dem Vorjahr nochmals steigern», freut sich OK-Präsident Heinz Blatter.

Ein Blick über die Kantonsgrenze zeigt: Nicht alle fahren dieselbe Strategie wie die Aargauer. In Solothurn beispielsweise verzichtet man darauf, Preisgelder zu bezahlen und hat deshalb konsequenterweise die N-Kategorien aus dem Turnier gestrichen. In Basel und Bern werden die Topkategorien angeboten, weisen aber deutlich weniger Teilnehmer auf als ihr Pendant im Aargau. Die Aargauer können also auf ihre stark besetzten Tableaus stolz sein, vor allem weil elf der vierzehn N-Spieler auch aus dem Aargau stammen. Ein beachtlicher Wert, von dem viele andere Kantone nur träumen können.

Lukrativ für beide Seiten

Dass die kantonalen Meisterschaften, wo diesmal knapp 200 Spielerinnen und Spieler um Titelehren kämpfen, so erfolgreich sind, hängt zu einem grossen Teil mit den Organisatoren zusammen. Ein solches Turnier erfolgreich zu organisieren, ist mit einem enormen Aufwand verbunden. In Bremgarten ist ein zehnköpfiges OK am Werk, das ein Budget von 100 000 Franken zusammen bringen musste und während des Turniers von nicht weniger als 90 freiwilligen Helfern unterstützt wird – allesamt aus dem Tennisclub Bremgarten. Der verdiente Lohn für den grossen Aufwand ist ein voraussichtlicher Gewinn im mittleren fünfstelligen Bereich, der in die Klubkasse fliesst. Die kantonalen Meisterschaften sind also für Spieler und Organisatoren lukrativ.