«Ich habe die Stunden nach dem Rennen einfach nur genossen», sagt Urs Huber. Der Freiämter Bikeprofi hat nach 2008 und 2011 zum dritten Mal den prestigeträchtigen Grand Raid gewonnen. Dabei war ihm dies im Ziel zunächst gar nicht bewusst. Nach einem Sturz mit Reifenschaden hatte er seinen härtesten Konkurrenten Christoph Sauser in der Endphase des Rennens ziehen lassen müssen. Als Sauser seinerseits einen Defekt erlitt, zog Huber ohne es zu merken am Berner Oberländer vorbei und traf als Erster im Ziel ein.

Lieblingsrennen des Marathon-Bikers

«Dieser Sieg war unglaublich emotional», sagt Huber. «Im ersten Moment war ich über den vermeintlichen zweiten Platz enttäuscht, obwohl das auch kein schlechtes Resultat gewesen wäre.» Umso grösser war die Freude, als er realisierte, dass er gewonnen hatte. «Der Grand Raid ist mein Lieblingsrennen und war mein grosses Saisonziel. Und die Konkurrenz war noch nie so stark wie in diesem Jahr.»

Mit 28 bereits Rekordsieger

Mit drei Erfolgen ist Huber nun bereits Rekordsieger des Walliser Rennens. Das ist vor allem deshalb erstaunlich, weil der 28-Jährige die besten Jahre seiner Karriere als Spitzensportler noch vor sich haben dürfte. In der Regel erreichen die Marathonspezialisten den Leistungszenit erst nach 30. «Ich habe sehr früh auf die langen Distanzen gesetzt», sagt Huber, der bereits seit 2007 Profibiker ist.

Weltmeistertitel das grosse Ziel

Die Perspektiven sind entsprechend gut für die beiden grossen Ziele, die Huber in näherer Zukunft anstrebt. Zum einen will er Weltmeister im Bike-Marathon werden, nachdem er 2008 als Dritter bereits einmal eine WM-Medaille gewonnen hatte. «Wenn einmal alles passt, traue ich mir den Titel zu», sagt er.

Zum andern träumt Huber vom Sieg beim Mehretappen-Rennen Cape Epic, das jeweils im Frühling in Südafrika stattfindet. In diesem Jahr musste er sich mit seinem deutschen Partner Karl Platt nur dem Duo Christoph Sauser/Jaroslav Kulhavy geschlagen geben.

Nationalpark-Marathon am Samstag

Auf den amtierenden Weltmeister Sauser trifft Huber bereits am Samstag wieder – am Nationalpark-Bike-Marathon im Bündnerland. Und dann steht dem gelernten Landwirt die Apfelernte auf seiner 4000 Quadratmeter grossen Plantage bevor. «Das ist für mich ein guter Ausgleich zum Sport», sagt er. «Und die Früchte der Arbeit habe ich erst noch konkret in der Hand.»