Der viermalige Sieger Karl Platt (GER) und sein Schweizer Partner Urs Huber (Team Bulls) belegten Rang 1 (Siegzeit 1:04,34 für 26km/800 Höhenmeter) vor den überraschend starken Nicola Rohrbach aus der Schweiz mit dem Deutschen Matthias Pfrommer (Team Centurion Vaude by Meerendal 2), die nur eine Minute langsamer als die Sieger waren.

Der ehemalige Deutsche Juniorenvize im Mountainbike aus dem Schwarzwald ließ damit so bekannte Fahrer wie den deutschen Cross-Country-Meister Manuel Fumic und Marathon-Weltmeister Alban Lakata (AUT) hinter sich. Der Olympiateilnehmer Fumic hatte Pannenpech mit einem Platten in der Abfahrt und kam mit seinem brasilianischen Teamgefährten Henrique Avancini (Cannondale Factory Racing) auf Rang 5. Der Österreicher Lakata gilt als einer der Mitfavoriten auf den Gesamtsieg und liegt nun mit seinem Partner Kristian Hynek (CZE), Topeak Ergon Racing, 2:20 Minuten hinter den Führenden. «Wir wollten heute nicht unbedingt ganz vorne sein», sagte Lakata im Ziel, «der heutige Tag ist keine Vorentscheidung, wir haben uns vorgenommen, auf den längeren Etappen etwas gut zu machen», so der Lienzer.

Druck durch Favoritenposition

«Ich habe noch nie den Prolog gewonnen», sagte Platt, «so gut ins Rennen zu starten macht mich glücklich. Die Bedingungen waren ganz schön hart und auf der Höhe war starker Seitenwind. Ich bin sehr zuversichtlich, was die Form unseres Teams betrifft und freue mich auf die folgenden Renntage». «Als Favoriten gehandelt zu werden macht schon Druck», meinte sein Teamkamerad Urs Huber, «aber durch unsere starke Vorstellung haben wir gezeigt, dass wir dieser Rolle gerecht werden.»

Bei den Frauen hatte das favorisierte Team Spur Specialized mit der Schweizerin Ariane Kleinhans und Marathon-Weltmeisterin Annika Langvad aus Dänemark erstmals das Nachsehen. Die südafrikanische Paarung Robyn de Groot mit Jennie Stenerhag (Ascendis Health) lag 18 Sekunden vor den Vorjahressiegern. Mountainbike-Olympiasiegerin Sabine Spitz hatte mit ihrer jungen Partnerin Yana Belomoina einen gelungen Auftakt auf Rang 3. «Die heutige Etappe war toll, das hat richtig Spaß gemacht», sagte eine gutgelaunte Sabine Spitz im Ziel, «ein guter Einstand, mit dem dritten Platz bin ich sehr zufrieden.» Die dreifache Olympiateilnehmerin fährt für das Team Sport for Good, um auf die Projekte und die Arbeit der Stiftung Laureus Sport for Good Foundation aufmerksam zu machen und auch Spenden zu akquirieren.

Bölts und Sim gewinnen die Wertung

Die Grand-Masters-Wertung gewann ein Deutscher mit bekanntem Namen und «echter» Tour-de-France-Erfahrung: Udo Bölts, ehemaliger Straßenprofi, war mit seinem südafrikanischen Partner Rob Sim (Team Daniel Roberts) auf dem Epic-Prolog 1:13.09 Stunden unterwegs und holte damit das Leadertrikot seiner Wertung für die nächste Etappe. Auf dem technisch anspruchsvollen Kurs mit hohem Singletrack-Anteil und steilen Passagen auf den Hügeln von Durbanville kämpften die Profis um Sekunden und die Positionen am morgigen langen Renntag.

Das ABSA Cape Epic ist bekannt als die «Tour de France der Mountainbiker» und fand erstmals 2003 statt. Zweierteams treten in den Kategorien Männer, Frauen und Mixed an. Das Rennen startet am 13. März 2016 mit dem Prolog auf der Weinfarm Meerendal außerhalb von Kapstadt. In acht Etappen legen die 1200 Mountainbiker dieses Jahr insgesamt 652 Kilometer und 16.000 Höhenmeter zurück, bevor sie am 20. März die Ziellinie wieder im Weingut Meerendal mit Blick auf den Tafelberg überqueren werden.

Ausblick auf Etappe 1:

Saronsberg (106km, 2300 Höhenmeter)

Die erste Etappe beim Absa Cape Epic wird häufig als die härteste bezeichnet. Das ist auch 2016 bei der 106 Kilometer langen Runde so, die auf dem Weingut Saronsberg bei Tulbagh startet.

Die Absa Cape Epic Etappen im Einzelnen:

Prolog            Meerendal-Meerendal        26 Kilometer/800 Höhenmeter

Montag 14.03.2016         Etappe 1        Saronsberg-Saronsberg          106/2300

Dienstag 15.03.2016       Etappe 2        Saronsberg-Saronsberg          93/2200

Mittwoch 16.03.2016       Etappe 3        Saronsberg-Wellington            103/2150

Donnerstag 17.03.2016   Etappe 4        Wellington-Wellington              73/1850

Freitag 18.03.2016 Etappe 5        Wellington-Boschendal                     93/2500

Samstag 19.02.2016       Etappe 6        Boschendal-Boschendal         74/2100

Sonntag 20.03.2016        Etappe 7        Boschendal-Meerendal           84/1200