Das Solothurner Kantonalfest hat seine eigenen Gesetze. Dazu gehört auch der Vorteil der Einteilung unter der Leitung von Res Blatter. Alleine damit lässt sich aber der Aargauer Rückschlag nach dem Auffahrtstag in Riehen nicht begründen. Im Sog des klaren Solothurner Leaders Bruno Gisler steigerten sich die Kantonskollegen Marcel Kropf und Lorenz Blatter innert dreier Tage markant, so dass die rein solothurnische Schlussgangpaarung zwischen Gisler und Blatter seine Berechtigung hatte. Dieses Finale beherrschte der Altmeister souverän. Nach fünf Minuten zog er resolut kurz und liess den Sohn des Einteilungschefs in der Unterlage nicht mehr entwischen. Damit feierte der 33½-jährige Rumisberger Landwirt mit sechs gewonnenen Gängen seinen 20. Kranzfestsieg.

Baselland gegen Aargau

Unschön war vor allem die Paarung von Duell Nick Alpiger und Janic Voggensperger im vierten Gang. Der programmierte „Gestellte“ warf beide starken Nachwuchsschwinger mit Siegesambitionen aus der Entscheidung. Schon vorher hatten diverse Direktpaarungen zwischen starken Aargauern und Baselbietern die Solothurner Hausherren in eine vorteilhafte Lage gebracht.

Dazu passte, dass Defensivspezialist Andreas Henzer sechs Aargauer zugeteilt erhielt. Der Zofinger Brocken Patrick Räbmatter hatte im vierten Gang die Chance, Gisler am Durchmarsch zu hindern, doch er griff in der letzten Minute noch keck an und bezahlte für diesen Mut mit einer Niederlage. Die restlichen fünf Gänge gewann der Aargauer «Neueidgenosse», womit er sich als bester Nichtsolothurner den dritten Lebendpreis sicherte.

Christoph Bieri erlitt nach dem soliden Auftritt am «Baselstädtischen» einen Rückschlag. Obwohl er keinen «Eidgenossen» zugeteilt erhielt, wies er nach vier Gängen drei «Gestellte» auf. Mit zwei Plattwürfen sicherte er sich dann trotzdem problemlos seinen 90. Kranz.

In der Kranzbilanz schwangen die Aargauer mit zehn Auszeichnungen trotz gestrenger Einteilung deutlich vor Solothurn (6), Baselland (4) und Baselstadt (1) obenaus.