EM-Gold

Aargauer Europameister Hegi im Interview: «Es war der Wahnsinn»

Oliver Hegi posiert mit EM-Gold.

Oliver Hegi posiert mit EM-Gold.

Als erst sechster Schweizer Kunstturner nach Jack Günthard und Ernst Fivian in den Fünfzigerjahren, Daniel Giubellini und Donghua Li in den Neunzigerjahren sowie Pablo Brägger im letzten Jahr gewann Oliver Hegi EM-Gold. Nun spricht der 25-jährige Aargauer im Interview.

Oliver Hegi, was bedeutet Ihnen diese Goldmedaille am Reck?

Oliver Hegi: Sehr, sehr, sehr viel. Es ist die Medaille, von der man schon als kleines Kind geträumt hat, sie einmal in den Händen halten zu dürfen. Jetzt hat es funktioniert und ich bin überglücklich. Es ist ein unbeschreiblicher Moment.

Die beste Übung in dieser Woche hatten Sie sich für den Schluss aufgespart?

Ja. Ich hatte in der Qualifikation und im Teamfinal jeweils den gleichen Fehler gemacht und hoffte, diesen im Reckfinal nicht mehr zu machen, was mir gelungen ist. Ich habe die Übung zwar noch nicht gesehen, denn von aussen sieht man immer noch die eine oder andere Kleinigkeit. Aber vom Gefühl her war sie super. Es war der Wahnsinn.

Aargauer Oliver Hegi ist Europameister

Hier zeigt Europameister Oliver Hegi im Training, was er kann

   

Was ist Ihnen nach der Landung durch den Kopf gegangen?

Ich war nur glücklich, dass mir die Übung und damit auch der Abschluss der Titelkämpfe gelungen ist - und zwar noch besser als in den letzten zwei Wettkämpfen. Ich hatte in den letzten zwei, drei Wochen keine Reckübung mehr in den Sand gesetzt, darum war ich froh, dass mir dies ein weiteres Mal gelungen war. Der Rang war vorerst nur zweitrangig.

Vor Ihrem Sieg am Reck hatten Sie bereits Bronze am Barren gewonnen. Wie sehr hat Sie diese Medaille beflügelt?

Der Barren war eine Bestätigung, dass ich bereit bin, dass ich in Form bin, dass ich mich gut fühle. So konnte ich voller Zuversicht und Selbstvertrauen ans Reck gehen. Zudem fiel bereits ein wenig Druck ab. Ich hatte bereits etwas geschafft und konnte ruhig in den Reckfinal gehen.

Sie haben mit Epke Zonderland den besten Reckturner der letzten Jahre auf Platz 2 verwiesen. Wie fühlt sich das an?

Speziell. Ich weiss, was er schon alles erreicht hat und zu was er in der Lage ist. Ich hoffe, dass ich diesen Weg weitergehen und weitere Fortschritte erzielen kann, um ihm auch in Zukunft Paroli zu bieten.

Wie geht es nun weiter?

Zuerst werde ich den Kopf etwas leeren und dann wird gefeiert. Nächste Woche haben wir es etwas ruhiger. Nachher geht es bereits wieder weiter mit dem Training im Hinblick auf die Weltmeisterschaften (Ende Oktober in Doha - die Red.).

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