Judo

Aargauer an der EM: Wenn sie die erste Runde überstehen, ist alles möglich

Ciril Grossklaus vom Judoclub Brugg.

Ciril Grossklaus vom Judoclub Brugg.

Am Donnerstag beginnen in Montpellier die Judo-Europameisterschaften. Mit dabei sind mit dem Windischer Domenic Wenzinger und dem Hottwiler Ciril Grossklaus auch zwei Aargauer.

Für Domenic Wenzinger (26, Windisch) und Ciril Grossklaus (23, Hottwil), die in der Kategorie bis 90 Kilogramm an den Start gehen, gilt es am Samstag ernst. Dann steht ihr Wettkampf auf dem Programm. Die beiden Judokas sind jedoch bereits am Dienstag mit dem Schweizer Team nach Montpellier gereist und bereiten sich mit lockeren Trainingseinheiten auf ihren Einsatz vor. «Es geht darum, die Spritzigkeit zu behalten und die Muskeln zu aktivieren», so Grossklaus. «Wenn bekannt ist, gegen wen wir die erste Runde bestreiten, werden wir auch die Gegner genau analysieren», fügt Wenzinger an.

In der Vorbereitung haben die beiden Aargauer nichts dem Zufall überlassen. In Rom haben sie mit der italienischen Nationalmannschaft trainiert und holten sich danach im nationalen Leistungszentrum in Brugg den letzten Schliff. «Ich habe mich von meiner Knieverletzung, die ich mir am Swiss Open Ende März zugezogen hatte, gut erholt und bin jetzt optimal in Form», so Wenzinger. Auch bei Ciril Grossklaus stimmt die Form.

Inneren Sauhund überwinden

Dennoch geben sich beide vorsichtig bei der Zielformulierung und betonen die Wichtigkeit des ersten Kampfes. Vor allem Grossklaus hat Respekt vor der ersten Hürde: «Der erste Kampf ist immer so ein Thema bei mir. Es ist schwierig, den inneren Sauhund zu überwinden und sofort Vollgas zu geben. Wenn man die ersten zwei Minuten verschläft, kann es schon zu spät sein und man reist wieder nach Hause.»

Die zwei Aargauer Judokas sind sich jedoch einig: Wenn sie die erste Runde überstehen, ist alles möglich. Während Grossklaus sich keine bestimmte Platzierung zum Ziel gesetzt hat, strebt Wenzinger eine Top-7-Klassierung an. «Ich gehöre aufgrund meines Rankings zu den Aussenseitern, aber wenn ich mein Potenzial abrufe und einen guten Tag erwische, liegen die Top 7 drin.»

Breite Spitze

Wenzinger und Grossklaus sind nicht die einzigen Schweizer Vertreter an der EM. Acht Athleten sind insgesamt am Start. Dass so viele dabei sind, ist kein Zufall. «Das neue Leistungskonzept des Judoverbandes, das vor sechs Jahren eingeführt wurde, trägt Früchte», sagt Grossklaus. Im Zuge dieses Konzepts wurde in Brugg das nationale Leistungszentrum eingerichtet, das durch mehrere regionale Stützpunkte ergänzt wird. «So wird die Spitze breit gefördert. Es sind nicht mehr nur ein oder zwei Athleten, sondern wir sind ein Team und trainieren zusammen. Auch beim Nachwuchs sieht es gut aus. Da werden wir in Zukunft sicher den einen oder anderen haben, der sich bei der Elite durchsetzen wird», ist Grossklaus überzeugt.

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