Schiessen
Aaraus und Seons Schützen mit starken Nerven

Am Aargauer Gruppenmeisterschaftsfinal hat Aarau im Feld A seinen Titel hauchdünn verteidigt. Im Feld D gelang Seon eine Überraschung. Auf der Lostorf-Schiessanlage in Buchs traten 134 Gruppen an. 63 haben sich für die erste Hauptrunde qualifiziert.

Wolfgang Rytz
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Wolfgang Rytz

Einen Schuss vor den Aarauer Bug feuerte das Quintett der SG Fischbach-Göslikon ab. Mit dem Total von 968 Punkten erzielten die Reusstaler in der ersten Serie des Feldes A (alle Waffen) eine hohe Marke, die in anderen Jahren zum Sieg gereicht hätte. Genau solche Aufgaben lieben die Aarauer Topschützen.

Trotz namhafter Absenzen hielt der Titelverteidiger dem Druck stand. Zwar blieb Stefan Bereuter mit 190 Punkten leicht hinter den Erwartungen, doch Routinier Thomas Läuppi (197) und die jungen Anne Chapuis (196) und Beat Tanner (194) dämpften die Euphorie bei Fi-Gö. Dann bekundete Schlussschütze Jörg Fankhauser zu Beginn Mühe und startete mit zwei Achtern. Als er mit zwei Neunern fortsetzte, schien sich eine Sensation anzubahnen. Aber die Nerven des Aarauers hielten wie Drahtseile. Fankhauser liess 14 Zehner folgen und schoss mit zwei Neunern aus. Dies ergab ein Total von 192 Punkten und reichte Aarau mit einem Zähler Vorsprung zum dritten Titelgewinn in Serie im Feld A. „Ja, ich wurde etwas nervös nach vier Schüssen“, gestand Jörg Fankhauser, der als Polizist in der Nacht zuvor gearbeitet hatte. Der kurze Schlaf sei nicht das Problem gewesen, sondern Probleme mit seinem Gewehr bei den ersten Schüssen, erklärte er. „Jetzt bin ich einfach froh, dass ich diese Situation meistern konnte.“

Zufriedene Freiämter
Fischbach-Göslikon zeigte sich keineswegs geknickt. „Endlich reichte es uns für eine Medaille“, freute sich der Vizepräsident des Vereins, Michael Stenz. „Wir waren zuvor schon zweimal nahe dran.“ Mit der Silbermedaille um den Hals war der Stolz der Reusstaler spürbar, dem haushohen Favoriten einen solch‘ spannenden Wettkampf geliefert zu haben. Immer ein Kandidat für die Medaillenplätze im Feld A ist die SG Seon. „Heute passte es wieder einmal zusammen“, resümierte Reto Lüscher das Total von 962 Punkten, das mit solider Reserve auf Fislisbach für Bronze reichte. Stellvertretend für die Aargauer Spitzenvereine blickt Lüscher voraus: „Jetzt wollen wir unser Traumziel, die Finalqualifikation fürs Albisgüetli, anpacken.“

Treffsichere Veteranen
Im Feld D mit den Ordonnanzwaffen liess Seon I die Konkurrenz staunen. Mit dem hohen Total von 692 Punkten setzten sich die Seetaler an die Spitze. Dabei trugen zwei Veteranen das Team zum Sieg. Der 81-jährige Hans Hunziker schoss das Tagesbestresultat von 143 Punkten. Ebenfalls beachtlich sind die 142 Punkte von Hermann Steinhauser. Der 78-Jährige erzielte sein Superresultat mit einem Langgewehr 11. „Wir wussten um unser Potential, und heute ging alles auf“, kommentierte Theo Häfeli den zweiten Sieg der SG Seon nach 2003.

Völlig unerwartet kam der 2. Platz für die SG Boswil. „Weil wir kein gutes Qualifikationsresultat geschossen hatten, rechneten wir nicht mit einem Spitzenplatz“, sagte Kurt Hilfiker. Dass die Freiämter jedoch schiessen können, haben sie im Vorjahr mit ihrer schweizerischen Finalqualifikation gezeigt. Ausserdem gewannen sie im Aargau schon zweimal Bronze.

Als einziger der sechs Medaillengewinner des Tages haderte Lauffohr mit seinem Schicksal. Nach diversen Podestplätzen und gar einer nationalen Silbermedaille liebäugelten die Ostaargauer auch in diesem Jahr mit einem Sieg. „Jetzt wäre dann einmal Gold fällig“, brachte Walter Schumacher die gelöste Stimmung bei der Bronzefeier auf den Punkt.

Gelungene Premiere
Erstmals stand der Kantonalfinal der Gruppenmeisterschaft 300 m unter der Leitung von Willy Bachmann. Der Untersiggenthaler hat die Ressortleitung von Christian Schär übernommen, durfte aber bei der Premiere auf die Unterstützung seines Vorgängers zählen. Bei 134 Gruppen in den beiden Kategorien verlief der Wettkampf reibungslos. Bachmann freute sich über das hohe Niveau des Aargauer Finales in Buchs und wünschte beim Absenden den 67 Vereinen, die sich für die erste nationale Hauptrunde qualifizierten, alles Gute.

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