Um die Vormachtstellung im Aargauer Frauenbasketball ging es im Derby zwischen Alstom Baden und Alte Kanti Aarau. Die Badenerinnen standen zwar nach drei Spielen ohne Punkte da, wollten aber die Position als kantonales Aushängeschild, das sie in den letzten Jahren unbestritten waren, verteidigen. Dies gelang im ersten Viertel auch. Der Aufsteiger tat sich sehr schwer gegen die gut organisierte Badener Defensive und musste immer wieder gegen die Uhr ankämpfen. So häuften sich die Eigenfehler und die Ungenauigkeiten im Spiel der Gäste. Die Gastgeberinnen ihrerseits konnten durch das gute Aufbauspiel von Stefanie Hügli immer wieder Löcher in der gegnerischen Defensive finden und bauten nun eine souveräne 32:21-Führung bis zur Pause auf.

Wende nach Pausenansprache

Dies war vollkommen zum Missfallen von Alte-Kanti-Trainer Milenko Tomic. Der bosnisch-schweizerische Headcoach, der neben dem Fanionteam der Frauen auch das der Männer trainiert, verlangte eine Steigerung seiner Schützlinge, wie Szandra Mccrory erklärte: «Tomic hat uns in der Pause gesagt, dass es so einfach nicht weitergehen könne. Er erklärte uns deutlich, dass wir endlich aufwachen sollten und anfangen zu spielen.» Die Aarauerinnen schienen dem Weckruf ihres Trainers Folge zu leisten und drehten in der Offensive auf. Vor allem Mccrory und Sabrina Eisenring konnten den Aufsteiger durch wichtige Punkte wieder ran bringen. Alte Kanti Aarau schien sich regelrecht in einen Rausch zu spielen und agierte kaltblütig vor dem Korb. Das Spiel war nun hart umkämpft und die Emotionen kochten auf beiden Seiten hoch. Baden-Trainer Abdurahman Kahrimanovic musste gegen den aufkommenden Frust seiner Spielerinnen kämpfen, da es in der Offensive nicht mehr so richtig klappen wollte. Diesen Durchhänger der Gastgeberinnen wusste der Aufsteiger zu nutzen und holte sich nach drei Vierteln eine 44:41 Führung. Dies dank 23 Punkten in zehn Minuten. Im letzten Durchgang war es dann wieder ausgeglichener. Doch die Aarauerinnen behielten die Nerven und zogen zum Schlussstand von 56:51 davon.

Froh, helfen zu können

Szandra Mccrory zeigte sich nach dem Spiel erfreut über den Turnaround: «Wir haben im dritten Quarter endlich unser Spiel gezeigt. Natürlich ist es schön, dass ich dem Team aushelfen konnte in dieser Situation, aber das ist auch meine Aufgabe als erfahrenere Spielerin.» Auf der anderen Seite konnte Badens Stefanie Hügli die Enttäuschung über die verpasste Chance nicht verbergen: «Wir hatten einen schwierigen Start in die Saison und konnten durch den Cup-Sieg letzten Dienstag wieder Selbstvertrauen tanken und zeigten das auch am Anfang. Aarau, jedoch drehte im dritten Quarter auf.»