Basketball
Aaraus Engel und Doktorand ist zurück auf dem Parkett

Beim 90:43-Heimsieg des BC Alte Kanti Aarau über Martigny gab Robertino Engel nach einem halben Jahr sein Comeback. Doch der frühere Captain konnte noch nicht sein volles Leistungspotenzial abrufen.

Fabio Baranzini
Merken
Drucken
Teilen
Basketball Alte Kanti Aarau
8 Bilder
Robertino Engel, Alte Kanti Aarau
Marco Lehmann, Alte Kanti Aarau
Dejan Hohler, Alte Kanti Aarau
Dejan Hohler, Alte Kanti Aarau
Andrija Jakovljevic, Alte Kanti Aarau
Robertino Engel, Alte Kanti Aarau
Marco Lehmann, Alte Kanti Aarau

Basketball Alte Kanti Aarau

Fabio Baranzini

Dreizehn Minuten waren gespielt in der Partie zwischen Aarau und Martigny. Der grosse Favorit aus der Kantonshauptstadt führte bereits mit mehr als fünfzehn Punkten, als folgende Ankündigung von Speaker Kevin Müri aus den Boxen der Tellihalle dröhnte: «In the game number 14, Robertino Engel, welcome back!» Das Publikum auf der Tribüne antwortete mit lautem Szenenapplaus, als Engel das Parkett betrat.

Der 31-jährige Aarauer war einer der vielen Spieler, die den BC Alte Kanti Aarau in der Sommerpause verlassen hatten. Engel amtete in den letzten beiden Jahren, als die Alte Kanti die Meisterschaft gewann, jeweils als Captain, ehe er im Sommer den Basketball zur Seite legte.

«Ich bewegte mich auf das Ende meiner Doktorarbeit an der Uni Bern zu und dafür wollte ich genügend Kapazitäten frei haben», erklärte Engel. Das Thema seiner Abschlussarbeit hätte passender nicht sein können: das Karriereende von Spitzensportlern.

Matchpraxis fehlt noch

Im Gegensatz zu den Probanden seiner Doktorarbeit hat Engel letzten Samstag wieder aktiv ins Sportgeschehen eingegriffen. «Mir fehlte Basketball sehr und ich bin auch immer mal wieder in der Telli rumgeschlichen», schmunzelt Engel, der die Heimspiele seiner ehemaligen Teamkollegen stets als Fan mitverfolgt hatte.

Bei seinem Comeback gegen Aufsteiger Martigny gabs zwar keine Punkte, aber beim letzten seiner drei Teileinsätze gelangen ihm immerhin zwei sehenswerte Blocks. «In der Defensive und am Rebound habe ich gut gearbeitet, im Angriff fehlt mir aber noch die Spielpraxis», fasste Engel seine Leistung zusammen.

Alte Kanti krass überlegen

Dass der frühere Captain noch nicht sein volles Leistungspotenzial abrufen konnte, hatte keinerlei Auswirkungen auf den Ausgang des Spiels. Die Alte Kanti war dem fast schon bemitleidenswerten und ab der zweiten Hälfte völlig konzeptlos agierenden Martigny in allen Belangen haushoch überlegen.

Wie krass der Leistungsunterschied zwischen den beiden Teams war, zeigt ein Blick aufs Matchblatt. Da wäre beispielsweise Aaraus Marco Lehmann, der sage und schreibe 40 Punkte erzielte. Oder auch Philippe Sager, der nicht weniger als 15 Rebounds holte.

Trainer Milenko Tomic konnte es sich daher locker leisten, die Nachwuchsspieler Marko Vujacic und Tommy Fankhauser einzusetzen und gab auch Andrija Jakovljevic, der nach einer zweimonatigen Verletzungspause zurückkehrte, genügend Einsatzzeit. Aarau feierte beim 90:43 also nicht nur den deutlichsten Sieg der Saison, sondern durfte sich erst noch über die Rückkehr von Engel und Jakovljevic freuen.