Schweizer Cup
Aarauer Minimalistentum in Cham: Erst im Penaltyschiessen sichern sich die Profis das Weiterkommen gegen tapfere Amateure

Der FC Aarau qualifiziert sich durch einen 5:3-Erfolg im Penaltyschiessen gegen den SC Cham aus der Promotion League in extremis für die zweite Runde des Schweizer Cups. Nach seinem Führungstreffer kurz vor der Pause rannte der FCA zwischenzeitlich gar einem Rückstand hinterher.

Sebastian Wendel
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Erst im Penaltyschiessen macht der FC Aarau den Sack: Das Team gewinnt gegen den Underdog 5:3.
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Die Verlängerung entspricht dem harzigen Start der Partie - es fällt auf beiden Seiten kein Treffer.
Auf den letzten Drücker meldet sich der FCA zurück: Petar Misic (l.) setzt sich gegen Nikola Bozic durch und erzielt den Treffer zum Ausgleich.
Petar Misic (l.) und Stefan Maierhofer freuen sich über den Treffer, der den FCA gerade noch so gerettet hat.
Schweizer Cup, 1. Runde, SC Cham - FC Aarau (18.08.2019)
Der flinke Sandro Foschini (r.) entwischt FCA-Spieler Donat Rrudhani.
Cham-Trainer Roland Schwegler ist zufrieden mit seiner Mannschaft: In der 76. Minute erzielt Rüedi das 2:1 für den Underdog.
Die Amateure aus der Innerschweiz können ihr Glück kaum fassen.
Kurz vor Schluss läuft der FCA dem Rückstand hinterher: Mauro Bender (v.) ist vor Damir Mehidic am Ball.
Den Klassenunterschied merkt man Mauro Bender (l.) im Zweikampf gegen Petar Misic nicht an.
Kurz vor der Pause muss Nicholas Ammeter hinter sich greifen: Cecchini erzielt für Cham das 1:1.
Fabio Niederhauser (l.) will Marco Schneuwly (r.) daran hindern, auf das Tor der Chamer zu schiessen...
...doch er muss keine Angst haben: Für Schneuwly läuft es heute nicht wie erhofft.
Der FCA muss nach einem harzigen Start lange auf den Führungstreffer warten: Erst in der 39. Minute erzielt Petar Misic (r.) das Tor zum 1:0 und lässt Danijel Stefanovic (l.) stehen.
Damir Mehidic (l.) liefert sich mit Lukas Riedmann einen Kampf um den Ball.
Sefan Maierhofer (h.) müht sich gegen Mauro Bender ab - in den ersten paar Minuten wird der FCA seiner Favoritenrolle nicht gerecht.
Im Cup trifft der FC Aarau auf den SC Cham aus der Promotion League. Vor dem Start der Partie herrscht gute Laune.

Erst im Penaltyschiessen macht der FC Aarau den Sack: Das Team gewinnt gegen den Underdog 5:3.

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Schon wieder Penaltyschiessen! Als der Abnützungskampf im Stadion Eizmoos unter der prallen Sonne auch nach 120 Minuten keinen Sieger hervorbringt, muss die Lotterie vom Punkt das Cupspiel zwischen Cham und Aarau entscheiden. Bei den Gästen sind sofort die Erinnerungen an den 2. Juni da: Vor zweieinhalb Monaten vergeigte der FCA im Barrage-Rückspiel gegen Xamax im Penaltyschiessen den sichergeglaubten Super-League-Aufstieg und verwandelten das Brügglifeld in ein Tränenmeer.

In Cham sind zwar die Rahmenbedingungen anders, aber die Ausgangslage gleich: Sollten die Aarauer scheitern, werden sich erneut Kübel voll Hohn und Spott über ihnen ergiessen. An ihrer Ehre gepackt, bleiben die FCA-Profis dieses Mal cool und verwandeln alle drei Penaltys. Mehr sind nicht nötig, weil Aarau-Goalie Nicholas Ammeter gleich zwei Penaltys abwehrt und bei den Amateuren zudem Miani am Tor vorbei schiesst.

Das sagen Nicholas Ammeter, Petar Misic und Cheftrainer Patrick Rahmen nach der Partie gegen den SC Cham:

Der erfolgreiche Ausgang ist aus FCA-Sicht fast das einzig Positive an diesem Nachmittag. Gut waren auch die Entstehung des 1:0 durch Misic (39.) und die Moral in der Schlussphase, in der erneut Misic mit einem als Flanke gedachten Schuss das 2:2 erzielte (89.).

Davor und dazwischen aber enttäuschte Aarau. Cham, das Schlusslicht der Promotion League, hatte aus dem Spiel heraus mehr Chancen, war leidenschaftlicher und den Aarauern Profis physisch bis in die 120. Minute ebenbürtig. Ebenfalls ernüchternd war die Erkenntnis, welch desolates Bild die Aarauer Defensive abgab. Und nun wartet am kommenden Samstag in der Liga ausgerechnet Lausanne, das in den ersten vier Spielen bereits 15 Mal einnetzte.

Immerhin: FCA-Trainer Patrick Rahmen kann in den nächsten Tagen den Fokus auf die Abwehrarbeit legen, Seelenklempner muss er dank des in extremis verhinderten Cup-Ausscheidens nicht auch noch sein.

Telegramm

SC Cham – FC Aarau 3:5 n.E. (1:1; 2:2)

Eizmoos. – 1’450 Zuschauer. – SR: Staubli. – Tore: 39. Misic (Maierhofer) 0:1. 46. Cecchini 1:1. 76. Rüedi 2:1. 89. Misic 2:2. – Elfmeterschiessen: Ammeter hält

Cham: Blättler; Bender, Niederhauser (66. Njau), Stefanovic, Bozic; Riedmann (81. Herger), Cecchini, Foschini, Miani; Rüedi (90. Le Bigonsan); Wicht (69. Festic).

Aarau: Ammeter; Giger, Leo (77. Hammerich), Thaler, Mehidic; Zverotic; Rrudhani (103. Alounga), Neumayr, Misic; Maierhofer (75. Rossini), Schneuwly (46. Pepsi).

Bemerkungen: Aarau ohne Corradi, Jäckle, Peralta, Schindelholz, Spadanuda, Thiesson (alle verletzt) und Hübel (nicht im Aufgebot). Cham ohne Laisa, Loosli, Röthlisberger (alle verletzt) und Thöni (abwesend). – Verwarnungen: 60. Giger, 102. Zverotic (beide Foulspiel).

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