12. Februar 2017: In der Nachspielzeit des Aargau-Derbys zwischen dem FC Aarau und dem FC Wohlen wird Marco Corradi eingewechselt. Eine Premiere: Corradi ist der erste im Schweizer Profifussball eingesetzte Spieler mit Jahrgang 2000 oder jünger. Genau gesagt ist Corradi ein Millenium-Baby - am 1. Januar 2000 erblickte er das Licht der Welt.

Gut zweieinhalb Jahre sind seit Corradis Profidebüt vergangen. Das Aarauer Abwehr-Eigengewächs kam noch zu weiteren drei Einsätzen im Fanionteam, ehe er sich im Sommer 2018 für eine Saison zum Partnerteam FC Baden in die 1. Liga ausleihen liess. Ziele: Spielpraxis sammeln und im Frühjahr 2019 die RS absolvieren und anschliessend in diesem Sommer die Etablierung im FCA-Profiteam wagen.

Corradi im Einsatz für den FCA

Corradi im Einsatz für den FCA

Der Plan ging auf, bis am vergangenen Samstag das erste Vorbereitungsspiel gegen Thun folgt. Kurz nach dem Anpfiff tritt Corradi auf dem ausgetrockneten und deshalb unebenen Platz im bernischen Heimberg in ein Loch - ein Knall im rechten Knie, der sogar auf der Aarauer Ersatzbank zu hören ist. 

Zwei Tage später folgt die Schockdiagnose: Kreuzbandriss. Die Vorrunde ist für den 19-jährigen Aarauer gelaufen. "Ich hatte noch nie eine gröbere Verletzung. Und jetzt ausgerechnet zu diesem Zeitpunkt ein Kreuzbandriss", sagt Corradi. Die Verärgerung ist verständlich: Er war im Aarauer Profikader fest eingeplant als Innenverteidiger Nummer 4, vor ihm stand die erste richtige Saison als Fussballprofi. Nun heisst es: OP-Saal statt Rasenplatz - in den nächsten Tagen wird Corradi operiert. Die Vorrunde der Saison 2019/20 ist für ihn bereits gelaufen, sein Ziel ist es, im Frühling 2020 den nächsten Anlauf zu nehmen. Immerhin: Als Millenium-Baby ist er noch jung, der Zug zum Profidurchbruch ist mit knapp 20 noch nicht abgefahren.