Handball
Aarauer Kopfschütteln über Punktverlust gegen Basel

Mit dem 19:19 gegen den RTV Basel war der HSC Suhr Aarau schlecht bedient.

Jörg Greb
Drucken
Teilen
HSC Suhr-Aarau - RTV Basel
4 Bilder

HSC Suhr-Aarau - RTV Basel

Hans Peter Schläfli

Während eines Grossteils der 60 Spielminuten im Aarauer Schachen zeigte sich, dass dieser HSC Suhr Aarau Emotionen und Begeisterung wecken kann. Für eine phantastische, sprich lautstarke Heimkulisse sorgte ein Grossteil der 643 Zuschauer. Szenenapplaus war häufig. In der Schlussphase herrschte Dauerklatschen. Umso ernüchternder, wie die Partie in trister Stille endete und die Anhänger sofort und enttäuscht von dannen zogen.

«Wie nur konnte es soweit kommen», fragten sie sich. Und das Kopfschütteln und die Tränen in den Augen beispielsweise von Stevan Kurbalija verbildlichten die Ratlosigkeit auch bei den Akteuren.

«Für so etwas gibt es keine Worte», sagte der Kreisläufer. Aus der Verantwortung schickte er sich damit keineswegs. «Wir verwerteten nur drei von sieben Siebenmetern, und ich selber scheiterte drei Mal an Sebastian Ullrich.» Besonders bitter war der Fehlversuch nach 59:22 Spielminuten beim Stand von 19:18 für das Heimteam, statt der Entscheidung zum 20:18 ermöglichte der Fehlwurf den späten Ausgleich im Gegenzug.

Zuvor führte der HSC während nicht weniger als sechs Minuten mit 19:18 - unter anderem, weil der Basler Florian Goepfert mit seinem Strafwurf am durchs Band hervorragend disponierten HSC-Goalie Mihailo Radovanovic gescheitert war und in der Folge beide Mannschaften im Angriff Fehler an Fehler gereiht hatten. Ob die hohe Temperatur in der Halle eine Rolle spielte, sei dahingestellt.

Während die Basler ihren fünften Punkt und die andauernde Ungeschlagenheit feierten, versuchten die HSC-Spieler das Unbegreifliche zu realisieren. Und, wie Tim Aufdenblatten, zu erklären. «In der ersten Hälfte spielten wir zum grossen Teil überlegt und genau so, wie vor der Partie definiert.»

In der Offensive überfordert

Doch im Angriff unterliefen zu viele Fehler, oft auch aufgrund von Abstimmungsproblemen und Missverständnissen. Diese Fehlerquote häufte sich im zweiten Durchgang. Das Polster schmolz zusehends. «Zu viele technische Fehler führten zu blöden Ballverlusten», hielt der erst 20-jährige Rückraumspieler selbstkritisch fest. Von der Kritik nahm sich Aufdenblatten nicht aus. Mit einer Trefferquote von 75 Prozent schnitt er aber noch gut ab.

Schon mehr schmerzte sein verschossener Siebenmeter anfangs der zweiten Halbzeit. Vor allem Patrick Romann hatte mit seinen Abschlussversuchen gegen die grossgewachsenen Basler Defensivspieler kaum Durchschlagskraft. Ein einziger Treffer bei sechs Versuchen spricht Bände.

Ein Positivum liess sich neben dem einen Punkt dennoch mitnehmen aus der Partie: Die Defensive mit dem Innenblock um Aufdenblatten, Martin Prachar und Patrick Strebel sowie dem vorgeschobenen Ronnie Vilstrup harmonierte hervorragend – und ermöglichte Torhüter Radovanovic eine Vielzahl gelungener Paraden.

Telegramm:Suhr Aarau - RTV Basel 19:19 (12:9)

Schachenhalle Aarau. – 643 Zuschauer. – SR Jergen/Zaugg. – Strafen: Je 1-mal 2 Minuten.

Suhr Aarau: Radovanovic; Golubovic (3), Moritz Aufdenblatten, Kaufmann (3), Prachar, Butt, Baumann, Romann (1), Tim Aufdenblatten (6/1), Lukas Strebel (2), Rohr, Kurbalija (2/2), Patrick Strebel (1), Vilstrup Andersen (1).

RTV Basel: Ullrich/Timon Steiner (für 1 Penalty); Hylken, Berger (1), Goepfert (4/2), Stamenov, Ebi (1), Gerbl, Cvijetic (3), Basler (1), Kozina (1), Wittlin (5), Jurca (3), Schröder, Silas Steiner.

Bemerkungen: Suhr Aarau ohne Kägi und Bräm (beide verletzt). Verhältnis verschossener Penaltys: 4:1.

Aktuelle Nachrichten