Die FC Aarau AG kann für das Geschäftsjahr 2015 einen Reingewinn von 14'327 Franken ausweisen. Dies verkündete Klubpräsident Alfred Schmid am Donnerstagabend anlässlich der 13. ordentlichen Generalversammlung im Gasthof zum Schützen im Aarauer Schachen.

Damit ist der Gewinn zwar um rund 110'000 Franken tiefer als im vergangenen Jahr, aber es ist der das dritte Geschäftsjahr in Folge mit einem positiven Ergebnis. Dies ist umso bemerkenswerter, weil der FCA 2015 je eine halbe Saison in der Super League und nach dem Abstieg zum Ende der Spielzeit 2014/15 in der Challenge League spielte: In der Zweitklassigkeit sind die Zuschauereinnahmen aufgrund der tieferen Eintrittspreise und des kleineren Interesses tiefer als in der Super League. Auch der Ertrag aus TV-Geldern und Werbung/Marketing gingen in der Challenge League zurück.

Die 147 anwesenden Aktionäre genehmigten sowohl den von Präsident Alfred Schmid in Auszügen vorgetragenen Jahresbericht als auch die Jahresrechnung mit dem erwähnten Gewinn in fünstelliger Höhe.

Peter Zubler in den Verwaltungsrat gewählt

Gemäss Wahl-Vorschlag des bestehenden Gremiums nimmt neu der Aarauer Bauunternehmer Peter Zubler Einsitz im Verwaltungsrat des FCA. Der CEO der Zubler AG wurde von der Generalversammlung einstimmig gewählt.

Der im Jahr 1952 geborene Zubler übernimmt damit die Nachfolge des im vergangenen Jahr zurückgetretenen René Herzog. Ob Zubler auch dessen Dossier, nämlich die Verantwortung fürs Stadionprojekt im Torfeld Süd, übernimmt, steht derzeit noch nicht fest. Zubler hat sich auch in der Politik einen Namen gemacht: Für die FDP sass er in früheren Jahren zuerst im Einwohnerrat der Stadt Aarau und später im Grossen Rat des Kantons Aargau. 

«Ich bedanke mich für das Vertrauen, das Sie mir durch diese Wahl entgegenbringen», kommentierte Zubler seine Wahl vor der Generalversammlung. Und er fügte an, dass er sich auf diese neue Aufgabe freue. Ob zum Dank oder nicht, den Apéro im Anschluss an die GV sponserte die Zubler AG.

Neben dem Neueintritt von Zubler gibt es im Verwaltungsrat des FCA keine weiteren Mutationen. Damit verbleiben Präsident Alfred Schmid, Vizepräsident Roger Geissberger, Nachwuchs-Verantwortlicher Urs Bachmann, Finanzchef Ruedi Vogt und Marketing-Mitverantwortlicher Karl Oldani für den Rest der im Sommer 2015 begonnen zweijährigen Amtsperiode im Gremium.

Neues Stadion und FC Zürich

Neben viel Rückblick gab es an der Generalversammlung des FCA auch viel zur Zukunft zu hören. Hier dominierten einerseits der FC Zürich, der nach seinem Abstieg aus der Super League in der kommenden Saison wieder im Brügglifeld gastieren wird, und andererseits der jüngste Entscheid des Bundesgerichts, das den Beschwerdenführer gegen das neue Stadion im Torfeld Süd vor Wochenfrist abgewiesen hatte.

So warnte Finanzchef Vogt während seiner Ausführung zur Jahresrechnung vor, dass die Sicherheitskosten in der kommenden Saison durch die Gastspiele des FCZ wieder höher ausfallen dürften. Präsident Schmid betonte seinerseits, dass er davon ausgehe, dass sich der Absteiger im Brügglifeld die Zähne ausbeissen werde.

In Sachen Stadion ergriff der Aarauer FDP-Stadtrat Lukas Pfisterer gegen Ende der Generalversammlung das Wort. «Ich bin sehr erfreut, über die jüngsten Entwicklungen», sagte der für das Stadion im Torfeld Süd verantwortliche Stadtrat. Er bedankte sich ausdrücklich für die zügige Behandlung der Angelegenheit durch das Bundesgericht. Pfisterer zeigte sich zuversichtlich, dass der Weg für das Stadion damit geebnet ist.

Budget bleibt unverändert

Das Budget für die kommende Saison wird beim FC Aarau nicht verändert: Es verbleibt bei 3,8 Millionen Franken für die erste Mannschaft beziehungsweise beim Gesamtbudget inklusive aller Kosten bei 5,8 Millionen Franken.

«Wir wollen nach Möglichkeit um den Aufstieg mitspielen - auch wenn die Challenge League so stark sein dürfte wie nie zuvor», sagte Vizepräsident Roger Geissberger mit Blick auf die kommende Saison. Er betonte dabei vor allem die durchaus vorhandenen Konkurrenten mit grösseren finanziellen Möglichkeiten. «Aber: In der abgelaufenen Saison haben wir gesehen, dass nicht immer das Geld aufsteigt - sonst hätte Wil statt Lausanne aufsteigen müssen.»

Zwei, drei Verstärkungen

Gleichzeitig kündigte Geissberger an, dass man Stürmer Zoran Josipovic und den Brasilianer Carlinhos unbedingt halten wolle. Die entsprechenden Verhandlungen laufen auf Hochtouren. Es fällt aber auch ein neuer Name: So steht offenbar eine Verpflichtung von Stürmer Alessandro Ciarrocchi unmittelbar bevor. Der 28-Jährige hatte in der vergangenen Saison in 34 Einsätzen für Chiasso neun Tore erzielt.

Zudem wird Lars Hunn in die erste Mannschaft integriert. Der 17-Jährige soll hinter dem neu verpflichteten Lorenzo Bucchi die Rolle als Ersatztorhüter übernehmen. Hunn spielte bisher im Team Aargau U18 und steht im Kader der U17-Nationalmannschaft.

Zudem versprach Geissberger, dass der FC Aarau in der Sommerpause noch zwei bis drei zusätzliche Zuzüge tätigen wolle. Ziel sei es mit einem 21-Mann-Kader in die Saison zu starten.