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Aarau verteilt Geschenke und hievt FC Basel im Brügglifeld auf den Meisterthron

Im letzten Heimspiel der Saison zeigte sich Aarau als grosszügiger Gastgeber bei der Basler Meisterfeier. Nach der frühen Führung durch Nganga ermöglichten individuelle Fehler, dass der FC Basel dennoch zu einem ungefährdeten 3:1-Auswärtserfolg kam.

Patrick Haller
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Aaraus Verteidiger Igor Nganga hat den Fuss zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort - und markiert das 1:0.
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Die Aarauer feiern die Führung.
Die Aarauer jubeln über den 1:0-Führungstreffer.
Die Aarauer jubeln über den 1:0-Führungstreffer.
Aarau-Goalie Unnerstall leistet sich einen Schnitzer - Basels Mittelfeldspieler Valentin Stockerund Matias Emilio Delgado feiern den Ausgleich zum 1:1 .
Der FC Basel greift in Aarau nach dem Meistertitel
Valentin Stocker und Torschütze Geoffroy Serey Die jubeln über den 1:1-Ausgleich.
Die Basler jubeln über den Ausgleich: links Matias Emilio Delgado, rechts Torschütze Geoffroy Serey Die.
Basels Marco Streller feiert den 1:1-Ausgleich.
Der FC Basel greift in Aarau nach dem Meistertitel
Basels Mittelfeldspieler Matias Emilio Delgado gelang das wichtige 2:1 für seine Mannschaft.
Die Basler Fans zünden Pyros und Rauchpetarden.
Kampf um den Ball: Basels Marco Streller und Aaraus Sandro Burki.
Matias Emilio Delgado vom FCB setzt sich gegen Aaraus Sandro Burki durch.
Philipp Degen trifft den Ball per Kopf, Aaraus Dante Senger hat das Nachsehen.
Aaraus Sandro Burki am Ball, Basels Valentin Stocker stört ihn.
Kaum fällt ein Tor, brennt die Basler Kurve.

Aaraus Verteidiger Igor Nganga hat den Fuss zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort - und markiert das 1:0.

Keystone

Am Donnerstagabend drehte sich in der Super League alles um die Frage, ob sich der FC Basel im Stadion Brügglifeld zum 17. Mal in seiner titelreichen Clubgeschichte zum Schweizer Meister krönen würde. Der FC Aarau hätte sich als Partycrasher profilieren können. Eine Rolle, die den Aarauern schon am letzten Samstag beim entfesselten 4:0-Heimerfolg gegen GC, dem letzten Basler Konkurrenten im Titelrennen, behagt hatte. Und eine Rolle, welche die Schützlinge von Cheftrainer René Weiler in der Anfangsphase auch gegen den FC Basel erfolgreich spielten. In der sechsten Minute sorgte Verteidiger Igor Nganga für Jubelstürme im ausverkauften Brügglifeld, als er einen Eckball von Alain Schultz, durch Nauris Bulvitis mit dem Kopf verlängert, in typischer Manier über die Linie lenkte.

Dass sich der FC Basel am Ende des Abends dennoch mühelos mit 3:1 durchzusetzen vermochte, war auch dem Auftritt des Gegners geschuldet. Die Aarauer lösten sich im zweiten Teil der ersten Halbzeit von der Rolle des Spielverderbers; stattdessen zeigte sich der FCA als grosszügiger Assistent bei allen Basler Treffern.

Unnerstall mit Hochs und Tiefs

Als sich Kim Jaggy in der Schlussphase vor dem dritten Basler Treffer als letzter Mann durch Valentin Stocker vom Ball trennen liess, war dies der Höhepunkt der Aarauer Serie an Präsenten in einer Begegnung, welche die Gäste nach der Führung immer klarer kontrollierten. Entscheidend waren die Ereignisse in der 28. Minute: Beim Basler Ausgleich durch einen Distanzschuss von Serey Die hatte Torhüter Lars Unnerstall eine schlechte Figur gemacht; wenige Minuten später stand ein unnötiges Foulspiel von Alain Schultz am Ursprung der Basler Führung durch einen sehenswerten Freistoss von Delgado (34.).

«Einfach nur scheisse», musste auch Unnerstall selbst eingestehen nach seiner verunglückten Abwehr beim ersten Gegentreffer. Dennoch endete der allerletzte Auftritt von Unnerstall im Brügglifeld mit einem positiven Ausrufezeichen, als er in der Endphase einen Foulpenalty von Schär parierte. Überhaupt hat Unnerstall in nur 16 Spielen - nicht nur aufgrund seiner Körpergrösse - einen bleibenden Eindruck in Aarau hinterlassen. «Es ist eine tolle Erfahrung, welche ich immer in schöner Erinnerung behalten werde», fällt auch Unnerstalls Bilanz, dessen Zukunft noch offen ist, positiv aus.

Neben dem Torhüter wurde vor Spielbeginn auch Artur Ionita mit einem Blumenstrauss verabschiedet. Der Moldawier wechselt nach fünf Spielzeiten mit einem Dreijahresvertrag im Gepäck zu Hellas Verona in die italienische Serie A. Einst als schüchterner Jüngling nach Aarau gekommen, ist er zur unverzichtbaren Leaderfigur im zentralen Mittelfeld aufgestiegen - dank körperlicher Robustheit und enormer Willenskraft. «Artur verkörpert sowohl menschlich als auch fussballerisch alles, was ich als Trainer an einem Spieler schätze», findet sein Förderer René Weiler nur lobende Worte.

Super League, 35. Runde: Aarau - Basel 1:3. Grasshoppers - Luzern 4:1. Lausanne-Sport - Zürich 0:1. St. Gallen - Sion 2:0. Thun - Young Boys 0:3.

Tabelle: 1. Basel 69. 2. Grasshoppers 65. 3. Young Boys 56. 4. Zürich 49. 5. Thun 48. 6. Luzern 48. 7. St. Gallen 45. 8. Aarau 41. 9. Sion 40. 10. Lausanne-Sport 24.

Telegramm

Aarau - Basel 1:3 (1:2)

Brügglifeld. - 8000 Zuschauer (ausverkauft). - SR Studer. - Tore: 6. Nganga (Bulvitis) 1:0. 28. Serey Die (Philipp Degen) 1:1. 34. Delgado (Freistoss) 1:2. 79. Stocker (Serey Die) 1:3.

Aarau: Unnerstall; Nganga, Jäckle, Bulvitis (72. Andrist), Jaggy; Burki, Ionita; Lüscher, Schultz (46. Gygax), Radice; Senger.

Basel: Sommer; Philipp Degen, Schär, Suchy, Safari (82. Voser); Frei; Serey Die (81. Sauro), Elneny; Delgado (73. Diaz); Streller, Stocker.

Bemerkungen: Aarau ohne Gonzalez (gesperrt) und Hallenius (intern suspendiert), Basel ohne Callà, Dünki, Ivanov, Xhaka (alle verletzt) und Aliji (gesperrt). 89. Unnerstall wehrt Foulpenalty von Schär ab. Verwarnungen: 60. Bulvitis (Foul). 68. Philipp Degen (Reklamieren). 88. Jäckle (Foul).

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Keystone

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