Totomat #13

Aarau und Wettingen – zwei Brüder im Geiste

Aarau und Wettingen sind Brüder im Geiste.

In der Kolumne «Totomat» erzählen wir Geschichten und Erlebnisse von FCA-Fan Hauswirth und seinen Freunden rund um ihren Lieblingsklub.

Manchmal ging selbst Hauswirth fremd. Sogar fast ohne schlechtes Gewissen. Auf seine Besuche bei der Union Berlin wollte und will er nie verzichten, vereinzelt verpasste er dadurch ein Spiel seiner Aarauer. Aber der Club hat den Platz in seinem Herzen schlicht verdient. Schon früher war er dem FC Aarau nicht immer treu gewesen. Für Xamax hat er einst Sympathien entwickelt, was sich gut trifft: Aarau und Neuenburg sind Partnerstädte. Und als der geniale Gilbert Gress einmal als Feuerwehrmann ins Brügglifeld kam und den Ligaerhalt sicherte, freute das Hauswirth gleich doppelt.

Vor wenigen Tagen ging endlich – endlich! – die Fussballmeisterschaft wieder los, und Hauswirth sah von der Totomat-Ecke genüsslich zu, wie seine Helden gegen überforderte Wiler zum verdienten Auftaktsieg stürmten. Ein Club auf der Überholspur. Und doch ertappte sich Hauswirth, wie er gedanklich seltsam weit in der Vergangenheit kramte.

Grund für die Ablenkung war der FC Zürich. Nicht direkt zwar, denn Zürcher sind ihm eher egal. Weil aber der FCZ in der Europa League demnächst gegen die SSC Napoli spielt, erinnert er sich in den letzten Tagen immer mal wieder an den FC Wettingen und das Jahr 1989. Obwohl Kantonsrivalen, waren ihm die kleinen Wettinger immer sympathisch gewesen. Vor allem wegen der Altenburg. Wie sein Brügglifeld: Ein Kracher von einem Stadion! Hin und wieder hatte sich Hauswirth deshalb in den Osten verirrt.

Im Herbst 1989 forderte Wettingen die SSC Napoli mit Diego Armando Maradona. Vom 0:0 im Hinspiel weiss Hauswirth nicht mehr viel, aber das Rückspiel ist bis heute präsent. Mitsamt Datum: 1. November. Die frühe Führung von Bertelsen, die versiebten Riesenchancen, die Glanztaten von Jörg Stiel im Tor und am Ende das Out: Dank eines lächerlichen Penaltys gewann Napoli 2:1. «Betrug an Allerheiligen», stand in der Zeitung geschrieben. Zu Recht.

Als vier Jahre später der FCA auf das noch grössere Milan traf, endete auch da die Affiche denkbar knapp. 0:1 nach zwei Spielen. Und wieder scheiterte – trotz Chancenplus – der Underdog. Für Hauswirth ein klarer Fall: Aarau und Wettingen sind Brüder im Geiste.

Verwandte Themen:

Meistgesehen

Artboard 1