Fussball
Aarau-Trainer Sven Christ: «Unsere schlechteste Leistung in dieser Saison»

Die Schützlinge von Sven Christ liessen sich von den Grasshoppers anfangs überrennen und vermochten selbst kaum Akzente in der Offensive zu setzen. «Wir besassen keine Lösungen», sagte Christ nach der 1:2-Niederlage.

Patrick Haller
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Aaraus Trainer Sven Christ wehte gestern ein kalter Wind entgegen.

Aaraus Trainer Sven Christ wehte gestern ein kalter Wind entgegen.

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Aus dem Nichts wurde es nochmals spannend. In der 84. Minute köpfte Juan Pablo Garat einen Eckball von Sven Lüscher ein – nur noch 1:2. Die Hoffnung war zurück im Brügglifeld. Aber die Reaktion kam zu spät. Viel zu spät.

Die Begegnung war früher verloren worden – vor allem in der Startphase, als Aarau von den zuvor in sieben Pflichtspielen sieglosen Zürchern richtiggehend überrannt worden war. Es war nur die logische Folge, dass GC durch Kahraba in der sechsten Minute zur Führung traf. Die Aarauer mussten erstmals seit dem Startspiel gegen Basel (1:2) einem Rückstand nachlaufen. Es blieb mehrheitlich beim Nachlaufen.

«Wir besassen keine Lösungen»

«Wir haben in den ersten 20 Minuten überhaupt nicht ins Spiel gefunden», wusste auch FCA-Cheftrainer Sven Christ. «Wir besassen keine Lösungen, um uns aus der Umklammerung des Gegners zu befreien. Es war unsere bislang schlechteste Leistung in dieser Saison», sagte der 40-Jährige. Aarau wirkte gehemmt, trotz zuvor vier Partien ohne Niederlage. Oftmals schien es, als wäre GC – nur drei Tage nach der 0:4-Klatsche bei den Young Boys – frischer, mutiger und williger.

Und die Aarauer? Die Mannschaft um Captain Sandro Burki tat sich nach dem frühen Gegentreffer auf dem aufgeweichten, tiefen Terrain sichtlich schwer. «Wir konnten die Bälle nicht halten und haben GC mit unseren Fehlern aufgebaut», sagte Christ. In kämpferischer Hinsicht wollte er seinen Schützlingen keinen Vorwurf machen. Entscheidend sei, dass «wir aus dieser Niederlage lernen.»

GCs Anatole Ngamukol, rechts, trifft zum zweiten Mal gegen den Aarauer Torhüter Joel Mall.
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GCs Mahmoud Kahraba freut sich über sein Tor zum 1:0.
Aarau Trainer Sven Christ muss sich warm anziehen.
GC-Trainer Michael Skibbe kann nach dem Sieg aufatmen.
Der Aarauer Igor Nganga, links, im Kampf um den Ball gegen den Zürcher Munas Dabbur.
Der Aarauer Joy-Slayd Mickels, links, im Kampf um den Ball gegen den Zürcher Stephane Grichting.
Der Zürcher Michael Lang, links, im Kampf um den Ball gegen den Aarauer Sven Lüscher.
Der Aarauer Igor Nganga, links, im Kampf um den Ball gegen den Zürcher Anatole Ngamukol.
GCs Yoric Ravet, links, im Kampf um den Ball gegen den Aarauer Igor Nganga.
Super League: GC - Aarau
Der Aarauer Marco Thaler, links, im Kampf um den Ball gegen den Zürcher Anatole Ngamukol.
Der Zürcher Munas Dabbur, links, im Kampf um den Ball gegen den Aarauer Sandro Burki.

GCs Anatole Ngamukol, rechts, trifft zum zweiten Mal gegen den Aarauer Torhüter Joel Mall.

Keystone

Offensive Harmlosigkeit

Erschreckend war die offensive Harmlosigkeit der Aarauer. Abgesehen von zwei zentral getretenen Distanzschüssen von Alain Schultz (21.) und Sven Lüscher (48.) musste GC-Torhüter Vaso Vasic bis zum Aarauer Ehrentreffer nichts abwehren. «Wir haben zu viele falsche Entscheidungen getroffen und sind deshalb nur zu wenigen Chancen gekommen», resümierte Christ.

Dass sich Angreifer Dante Senger eine Zerrung im Oberschenkel zuzog, wird die aktuelle Misere im Sturm auch nicht verringern; mit den Einwechslungen von Daniel Gygax (für Senger) und Joy-Slayd Mickels (für Schultz) waren die offensiven Alternativkarten in den Händen von Sven Christ schon zur Halbzeit ausgespielt. Umso wichtiger, dass die verletzten Akteure Dusan Djuric und Frank Feltscher an der Rückkehr auf den Rasen arbeiten.