Das Erfolgsrezept des FC Aarau in der höchsten Spielklasse? Ganz einfach. Der Klub muss mit dem zur Verfügung stehenden Geld das Maximum herausholen. Das Problem des FC Aarau? Rund 5 Millionen Franken müssen reichen, um eine Mannschaft zusammenzustellen, die im Kampf um Rang 8 mitmischen kann.

In der Challenge League reichen schlanke Strukturen, um an der Spitze mit dabei zu sein. So funktionierte die Zusammenarbeit zwischen Cheftrainer René Weiler, Sport-Koordinator Urs Bachmann und dem Sportausschuss mit Präsident Alfred Schmid an der Spitze reibungslos. Die Gretchenfrage lautet: Geht dieses System auch in der Super League auf?

Mehr Professionalität ist nötig

Die Antwort lautet Nein! Um in den Top 10 des Schweizer Fussballs eine Rolle spielen zu können, braucht es mehr Professionalität. Natürlich ist Weiler extrem belastbar und arbeitet akribisch. Natürlich verfügt er über Erfahrungen als Trainer und Sportchef. Natürlich hat der 39-Jährige ein hervorragendes Beziehungsnetz, kennt den Spielermarkt wie kaum ein anderer und ist deshalb in der Lage, das eine oder andere Schnäppchen zu holen. Das ist auch nötig, dringend nötig: Um konkurrenzfähig zu sein, braucht der FC Aarau im Vergleich zum aktuellen Kader mindestens fünf bis sechs Verstärkungen. Spieler, die mindestens so gut sind wie Bellinzona-Torhüter Swen König und Servette-Stürmer Goran Karanovic.

Damit sich Weiler auf das Wesentliche konzentrieren kann, braucht er in Zukunft einen Assistenten im Vollamt und einen Torhüter-Trainer im Halbamt. Das Scouting und die Talenterfassung müssen intensiviert werden.

Rehabilitations- und Konditionstrainer für die Spieler

Die medizinische Abteilung mit den Therapeuten Marco Dobler und Jean-Pierre Frey ist gut aufgestellt. In der Super League brauchen die Spieler aber einen Rehabilitations- und Konditionstrainer, der sie während der Saisonvorbereitung physisch in eine Topverfassung bringt. Einen Profi, der verletzte Akteure möglichst schnell wieder einsatzfähig macht. Einen Mann wie beispielsweise Reto Jäggi, der momentan beim FC Luzern zwar ausgezeichnete Arbeit leistet, aber bereit ist, mit der FCA-Führungscrew über eine Anstellung zu verhandeln.

Jäggis Rückkehr ins Brügglifeld wäre Gold wert. Denn eines darf man nicht vergessen: Momentan steht und fällt der FC Aarau mit René Weiler. Das haben die vergangenen zwei Jahre deutlich gezeigt. Geht der Erfolgstrainer Ende Saison weg, hat der Beinahe-Aufsteiger ein Problem. Ein grosses Problem sogar.