Yubeljahr
#9: Wie auf Schienen

Wird diese Saison endlich ein YuBeljahr? Die vier Berner Autoren Pedro Lenz, Bänz Friedli, Bernhard Giger und Klaus Zaugg glauben fest daran, dass YB den FC Basel entthront. Sie begleiten ihren Verein auf dem Weg zum Titel mit einer wöchentlichen Meisterkolumne. Zumindest bis der Rückstand auf Basel 13 Punkte oder mehr beträgt.

Pedro Lenz
Pedro Lenz
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Das letzte Mal so davonziehen konnte YB 2010, mit Gilles Yapi (oben) und Seydou Doumbia (unten)

Das letzte Mal so davonziehen konnte YB 2010, mit Gilles Yapi (oben) und Seydou Doumbia (unten)

Keystone

Das letzte Mal als YB in der Super-League-Tabelle ähnlich souverän davonzog, hiessen die gelbschwarzen Hoffnungsträger Seydou Doumbia und Gilles Yapi. Wollte man diejenigen der laufenden Saison aufzählen, würde der Platz dieser Zeitungsseite nicht ausreichen. YB ist auf allen Positionen mehrfach meisterlich besetzt:

  • Torhüter David von Ballmoos, genannt «die Wand von der Lueg», muss Anfang Saison ein paar Spiele passen? Egal, sein Back-up Marco Wölfli hält den Kasten so glänzend sauber wie frisch polierte Schuhe.
  • Goalgarant Guillaume Hoarau fehlt verletzt? Nicht so schlimm, für ihn treffen seine brandgefährlichen Kollegen Assalé und Nsamé vom «Sali-zäme-Sturm!».
  • Antreiber Yoric Ravet ist in die Bundesliga abgewandert? Dann treibt eben Neuzuzug Moumi Ngamaleu das Spiel nach vorne!
  • Ex-Benfica-Aussenverteidiger Loris Benito hat etwas am Bein? Easy, der kaum neunzehnjährige Jordan Lotomba übernimmt dessen Platz auf der linken Aussenbahn überzeugend.
  • Am vergangenen Sonntag in Sion fehlt Mittelfeldmotor Sanogo? Kein Stress, auch ohne ihn entführen die Young Boys die drei Punkte aus dem Tourbillon im Wallis.

Wir können also nach einem Viertel der Meisterschaft festhalten, dass der YB-Meisterexpress der Saison 2017/18 von unzähligen Lokomotiven gezogen wird. Während der einst gefürchtete Gegner vom Rhein schwächelt, fährt der gelbschwarze Schnellzug immer zügiger dem Glück entgegen. Von der Spitze aus spielt es sich befreiter.

Eine mathematische Hochrechnung der momentanen Tabellensituation lädt zu einer interessanten Prognose ein. Geht es in diesem Stil weiter, hat YB am Ende der Saison 80 Punkte, dahinter folgen St. Gallen mit 60 Punkten vor dem FCZ und dem FCB mit je 56 Punkten.

Da wir YB-Fans freilich bescheiden sind, würden wir uns im Frühling auch mit einem knapperen Vorsprung begnügen. Und wer dann genau auf Platz 2 hinter YB folgen wird, interessiert uns zurzeit bloss am Rand.