Laufsport

6800 Sportler am 41. Hallwilerseelauf: Die schönsten Bilder

Laufen, rennen, spurten – 6800 Sportler genossen den 41. Volkslauf rund um den wunderschönen Hallwilersee. Gewonnen hat Tadesse Abraham. Die besten Bilder finden Sie in der Bildergalerie.

Freude, Stolz, Genugtuung. Das stand tausenden Läufern ins Gesicht geschrieben im Ziel des Hallwilerseelaufs in Beinwil am See – egal, ob sie über die Hauptdistanz von 21,1 Kilometer, die Kurzdistanz, als Mitglieder einer Staffel oder als Walker im Einsatz gestanden hatten. Die eigene Leistung trug zur Zufriedenheit bei, ebenso das Naturerlebnis und die beflügelnde Wettkampfatmosphäre.

Einer, der besonderen Grund zur Freude hatte, war Samuel Keller. Der 23-jährige Student aus Gebenstorf belegte Rang 8 und war damit bester gebürtiger Aargauer – Kadi Nesero (Aarau Rohr/3.) und Fikru Guta (Villmergen/7.) haben afrikanischen Wurzeln.

Impressionen vom 41. Hallwilerseelauf

Impressionen vom 41. Hallwilerseelauf

Und mit seinen 1:11:40 Stunden realisierte Keller eine neue persönliche Bestmarke auf der Halbmarathon-Distanz. «Toll, ich liebäugelte mit einer Zeit unter 72 Minuten und das glückte mir», freute er sich.

Als besonders motivierend erlebte Samuel Keller die Stimmung: von stillen Abschnitten in einer prächtigen Umgebung zu den Stimmungshochs bei den Übergabe-Orten der Staffeln, etwa beim Meisterschwander «Delphin» oder beim Schloss Hallwyl. Keller: «Das Publikum lebt voll mit.»

Rüeggers Unsicherheit

Von diesen Hochburgen beflügeln liess sich auch Susanne Rüegger. Die Chamerin passierte diese Fixpunkte einige Minuten hinter Keller als vorderste Frau. Und sie befand sich in einem besonderen Dialog mit sich selber. «Kommt das gut? Finde ich den Rhythmus?»

Die Unsicherheit der Hallwilerseelauf-Siegerin von 2012 war begründet: Einer Fussverletzung wegen konnte sie sich nach siebenwöchiger Pause erst vor drei Wochen wieder dem Lauftraining zuwenden.

Einen Trainingslauf hatte sich die 31-Jährige deshalb vorgenommen – und jetzt die Spitzenposition. Der Grund lag darin, dass Rüegger die Balance fand und auf den harten Schlusskilometern wusste, wofür sie kämpft: den Sieg bei den Frauen. Das sorgte für Glücksgefühle: «Ich bin gesund und habe gewonnen, was will ich mehr?»

Abrahams Clinch

Gewonnen hat auch Tadesse Abraham. Die Gefühle des Eritreers, der nach zehn Jahren in der Schweiz vor 16 Monaten den Schweizer Pass erhalten hat und das Aushängeschild des Schweizer Langstreckenlaufs geworden ist, schwankten in den ersten Minuten nach dem Erreichen des Ziels.

«Fünf Mal gewinnen, das ist speziell und für mich eine Ehre», sagte der 33-Jährige aus Genf. Bei seiner achten Teilnahme seit 2005 erwies er sich erneut als stärkster Vertreter im Feld. Diesmal aber war die Auseinandersetzung besonders fordernd, auch nervlich. «Adere lief ständig in meinem Rücken, touchierte immer wieder meine Beine und wollte keine Führungsarbeit leisten», sagte Abraham an die Adresse seines härtesten Widersachers Adere Dadi Fikru (Äth). «Lauf doch sauber», gab er ihm zu verstehen.

Dass er seinem «Fersenkleber» schliesslich den Meister zeigen konnte, bereitete ihm die erhoffte Entschädigung. Und dass er den Streckenrekord von 1:02:47 Stunden von Daniel Kiptum von 2010 frühzeitig begrub, könnte der Schlüssel für den Erfolg gewesen sein. «Der Sieg hat für mich im Zentrum gestanden, darum wollte ich das Risiko möglichst klein halten», sagte Abraham.

6800 Läufer und ein Doppel

Für Kurzweile der besonderen Art war bei Samuel Keller beim Verweilen im Zielgelände gesorgt. Weil Mutter Jacqueline Keller (53) nur 25 Minuten länger benötigte, durften beide bei der Siegerehrung auftreten: Er als Overallachter und sie als W50-Dritte. Der 41. Hallwilerseelauf hinterliess bei ihnen, aber auch einem Grossteil der restlichen 6800 Klassierten – angemeldet hatten sich rund 7500 Läufer – bleibende Erinnerungen.

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