Das Rennen vom Mittwoch wurde mit dem Rekordschnitt von 49,278 km/h gefahren. Als Sieger ging der von seiner Schlüsselbein-Verletzung genesenen Silvan Dillier hervor. Der Schweizermeister von 2017 war der Hauptverantwortliche, das im Brugger Schachen in neuer Rennrekord aufgestellt wurde.

Nach 60 Runden blieb Dillier mit elf Punkten Vorsprung vor den beiden Steinmaurer-Fahrern, U-23-Schweizermeister Mauro Schmid und Fabian Lienhard, erfolgreich. Dieses Trio dominierte das Abendrennen dieser Woche. Dies trotz starker Gegnerschaft: Mit MTB-Vizeschweizermeister Matthias Flückiger, Querfeldein-Schweizermeister Timon Rüegg, Vorjahres-Gesamtsieger Timo Güller sowie Stefan Rütimann und David Amsler, den beiden Ersten der Masters-Schweizermeisterschaft, waren weitere starke Fahrer am Start.

Keine Chance für eine auch prominente Gegnerschaft

Die 599. Prüfung dürfte damit wohl das bestbesetzte Abendrennen der laufenden Saison gewesen sein. Gegen das Trio Dillier, Schmid und Lienhard fand auch die prominente Gegnerschaft kein Rezept. «In der Anfangsphase fuhr ich auch in der Spitze um Dillier mit und versuchte sogar einige Ablösungen zu fahren. Aber das Tempo war so hoch, dass ich die Spitze ziehen lassen und schauen musste, dass ich überhaupt noch im Feld mitfahren konnte», gab der die Saisonwertung anführende und als Vierter ins Ziel kommende David Amsler nach dem schnellen Rennen zu.

Mit 49,178 km/h war das über 57,6 km führende Rennen im Schnitt um 600 Meter in der Stunde schneller als die bisherige Rekordprüfung. Bisher galt das am 1. Juni 2016 mit einem Schnitt von 48,539 km/h gefahrene Rennen als das bisher Schnellste der seit 1967 ausgetragenen Brugger Abendrennen. Nun geht die Prüfung vom 24. Juli 2019 als Rekordrennen in die Geschichte der Brugger Abendrennen ein.

Dillier sehr stark

Dass das 599. Abendrennen das schnellste der Brugger Trainingsprüfungen wurde, ist vor allem auf Silvan Dillier zurück zu führen. Wegen eines Schlüsselbeinbruchs musste Dillier auf die Saisonziele Tour de Suisse und Tour de France verzichten. Nun peilt der in Ehrendingen wohnhafte Schneisinger Erfolge in der zweiten Saisonhälfte an. Los geht es mit diesem Unterfangen am Samstag in Belgien mit dem Start an der Wallonien-Rundfahrt in Belgien.

Dieser folgen dann gleich die Polen-Rundfahrt und die Europameisterschaft in Alkmaar in Holland am 11. August. Nebst Dillier werden mit Mauro Schmid und Fabian Lienhard auch die beiden in Brugg auf den Ehrenplätzen klassierten Fahrer die Schweiz an der Europameisterschaft vertreten. Das zeigt, wie stark das 599. Brugger Abendrennen besetzt war. Auf dem Weg zu diesen Grossanlässen nutzte Dillier das Abendrennen zu einem letzten rennmässigen Test.

Und diesen hat der Schweizermeister von 2017 zweifellos erfolgreich bestanden. Denn trotz der starken Gegnerschaft war es am Mittwoch immer wieder Dillier, der aufs Tempo drückte und dafür sorgte, dass das Tempo hoch blieb. Wurde auf den ersten Runden der Gegnerschaft noch etwas Raum für einige Punkte gelassen, ging Dillier ab der zehnten von 60 Runden in die Offensive. In unterschiedlichen Zusammensetzungen blieb er während des ganzen Rennens vorne. Als einziger vermochte ihm Mauro Schmid zu folgen. Als Schmid zehn Runden vor Schluss punktemässig um zwei Zähler vorne lag, nahm Dillier das Heft selber in die Hände, spurtete vorne mit und vermochte seinen gefährlichsten Gegner am Schluss noch um elf Zähler zu distanzieren.

Schmid im km-Zeitfahren der Schnellste

Für Dillier war es der dritte Sieg an einem Brugger Abendrennen. Vor fünf Jahren, in der Saison 2014, hatte er das achte und elfte Abendrennen für sich entschieden. Seither war Dillier in Brugg nicht mehr gestartet. Im km-Zeitfahren musste er im Kampf um die beste Zeit Mauro Schmid den Vortritt lassen. Mit einer Zeit von 1:09,06 verpasste Schmid die im Jahre 2016 von Fabian Lienhard aufgestellte Rekordzeit nur um vier Zehntel-Sekunden.

Dillier lag weiter zurück: «Als ich unterwegs war, trainierten noch andere Fahrer auf der Strecke. So konnte ich die Kurven nicht voll durchziehen und liess einige Sekunden liegen». Mit der starken Fahrweise und dem Sieg im Hauptrennen hielt sich Dillier nicht nur schadlos, sondern zeigte auch, dass mit ihm in der zweiten Saisonhälfte auch auf höchstem Niveau zu rechnen ist. 

Keine neuen Siegesgesichter

Weniger spektakulär als das Hauptrennen verliefen die Prüfungen des Nachwuchses. Da gab es keine neuen Siegesgesichter. Im Rennen der Anfänger und Junioren holte sich Jeannot Rey (Unterentfelden) vor Dominik Weiss (Sulz) zum fünften Male in dieser Saison den Sieg. Bei den älteren Schülern, derjenigen der Jahrgänge 2005 und 2006, setzte sich Jan Huber (Sulz) mit dem vierten Sieg vor dem punktgleichen Yves Bütikofer (Seon) durch. Im Rennen der jüngeren Schüler, denjenigen der Jahrgänge 2007 und jünger, holte sich bei seinem achten Start Lars Emmenegger (Kaisten) sogar zum achten Male den Sieg.

Jubiläum in Sicht

Am kommenden Mittwoch, 31. Juli, wird das 600. Abendrennen der seit 1967 regelmässig durchgeführten Prüfungen ausgetragen. Obwohl der Jubiläums-Anlass mit einem Spezialprogramm aufwartet, dürfte das Rekordrennen von diesem Mittwoch als 599. Prüfung zweifellos in die Geschichte der Brugger Abendrennen eingehen.