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50. Saison der Brugger Abendrennen ging am Mittwoch zu Ende

Güller gewinnt zum Abschluss, Zobrist holt sich die Saisonwertung und Lienhard setzte die Glanzlichter.

August Widmer
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Brugger Abendrennen

Brugger Abendrennen

Nordwestschweiz
Der Zürcher Unterländer Fabian Lienhard (Steinmaur/in schwarz) war der Dominator der 50. Saison der Brugger Abendrennen. Er gewann viermal, fuhr das schnellste je gefahrene Abendrennen und stellte auch einen neuen km-Rekord auf. Mit ihm freuen sich David Jansen (rechts), Stefan Rauber und Susanne Wirz vom organisierenden RB Brugg über seine Leistung.

Der Zürcher Unterländer Fabian Lienhard (Steinmaur/in schwarz) war der Dominator der 50. Saison der Brugger Abendrennen. Er gewann viermal, fuhr das schnellste je gefahrene Abendrennen und stellte auch einen neuen km-Rekord auf. Mit ihm freuen sich David Jansen (rechts), Stefan Rauber und Susanne Wirz vom organisierenden RB Brugg über seine Leistung.

Nordwestschweiz

Am Mittwoch ging die 50. Saison der Brugger Abendrennen zu Ende. Das Hauptrennen wurde eine Beute von Timo Güller (Sulz). Die Gesamtwertung wurde von Manuel Zobrist (Rupperswil) gewonnen.

Im Hauptrennen kam Timo Güller (Sulz) nach drei zweiten Plätzen beim letzten Abendrennen noch zum ersten Sieg in dieser Saison. «Es ist schön, dass es im letzten Moment doch noch mit einem Sieg geklappt hat. Diese Saison verlief nicht immer nach meinen Vorstellungen. Wie bei den nationalen Rennen war mitunter auch bei den Abendrennen der Wurm drin», freute sich Timo Güller über das versöhnliche Saisonende.

Nach 60 Runden schwang der Elite-Fahrer aus den Reihen des RV Sulz mit fünf Punkten Vorsprung vor Christian Weber (Spreitenbach) und dem erstmals aufs Podest fahrenden Diego Wendelspiess (Kaisten) obenaus.

Zobrist gewinnt Saisonwertung

Da das letzte Rennen für die Saisonwertung doppelt zählte, wurde der Kampf um den Ersten der gesamten Saison nochmals spannend. Mit ihren Spitzenplätzen machten Güller, der Gesamtsieger von 2014, und Weber, der 2013 die Saisonwertung gewonnen hatte, einen grossen Sprung nach vorne.

Sie brachten den vor dem letzten Abendrennen wie der sichere Saisonsieger aussehende Manuel Zobrist (Rupperswil) noch in arge Bedrängnis. Bei Zobrist lief überhaupt nichts und er musste am Schluss mit dem zwölften Tagesrang zufrieden sein, dass er sich so noch einige wenige, für den Saisonsieg jedoch entscheidende acht Punkte holte. «Ich konnte weder lange Vorstösse fahren noch mitspurten.

Am Schluss bekam ich noch Beinkrämpfe. Kurz: Es lief überhaupt nichts und ich musste noch froh sein, dass ich meine Spitzenposition knapp zu verteidigen vermochte», konnte sich Zobrist dem Unbill zum Trotz letztendlich doch noch über den Gesamtsieg freuen. Zobrist, der am Schluss drei Punkte vor Güller und neun vor Weber lag, wurde damit Nachfolger von Reto Stäuble (Sulz).

Der Gewinner der letztjährigen Saisonwertung nahm nur zu Saisonbeginn einige Male am Abendrennen teil und figuriert in der Saisonrangliste lediglich auf dem 48. Rang.

Lienhard setzte die Glanzlichter

Die Sprintwertung wurde vom unverwüstlichen Josef Christen (Gippingen) gewonnen. Der frühere Elite-Meister konzentrierte sich in den letzten Rennen auf diese jeweils in der siebtletzten Runde ausgetragene Spurtwertung. Er schwang vor Michael Kyburz, dem letztjährigen Gewinner, obenaus.

Mit dem zwölften Abendrennen ging die 50. Saison der Brugger Abendrennen zu Ende. Güller, Zobrist und Christen konnten sich am Schlussabend als Sieger feiern lassen. Die Glanzlichter der Jubiläumssaison hatten jedoch der am letzten Abend nur als Zuschauer in Brugg anwesende Fabian Lienhard gesetzt.

Der Meister der Elite national von 2015 war mit vier Abendrenn-Siegen der Erfolgreichste dieser Saison gewesen. Am 1. Juni hatte Lienhard das mit einem Schnitt von 48,539 km/h schnellste je in Brugg gefahrene Rennen gewonnen. Und am 20. Juli erzielte der Fahrer aus Steinmaur mit 1:08,06, was einem Schnitt von 52,6 km/h entsprach, auch einen neuen Rekord im km-Zeitfahren im Brugger Schachen.

Lienhard wäre ein Kandidat für den Gesamtsieg gewesen. Allerdings war er an den beiden letzten Rennen nicht mehr dabei: «Ab anfangs August bis im Oktober habe ich die Möglichkeit, mit dem BMC-Hauptteam Rennen auf oberstem Niveau fahren zu können. Da mein Ziel immer noch ein Vertrag in einem Profi-Team ist, packte ich diese Chance und verzichtete auf die Abendrennen».

Den Ehrenpreis für seine Rekordfahrt über einen km nahm Lienhard, der erst am Dienstagabend von der Utah-Rundfahrt in den USA heimgekehrt war, am Mittwoch jedoch gerne entgegen.

Keine Veränderungen beim Nachwuchs

Keine Veränderungen brachte das letzte Abendrennen in den Saisonwertungen des Nachwuchses. Das Rennen der Anfänger und Junioren wurde zwar zum ersten Mal in dieser Saison von Mauro Schmid (Steinmaur) gewonnen. In der Saisonwertung setzte sich der bereits vor dem letzten Abendrennen führende Gränicher Junior Nico Eichenberger durch.

Sein Vereinskamerad Dario Gemperle vermochte sich am letzten Abendrennen noch auf den zweiten Platz zu verbessern. Robin Ender (Sulz) kam als bester Anfänger auf den dritten Rang.

Im Rennen der älteren Schüler gelang es Dominik Weiss (Sulz) seine Ungeschlagenheit in dieser Saison zu bewahren. Er schwang im letzten Rennen mit drei Punkten Vorsprung vor Fabio Christen (Gippingen) und Fabian Weiss (Sulz) obenaus.

Da diese drei Fahrer die ganze Saison dominiert hatten, ist es keine Überraschung, dass sie auch die nach Rangpunkten errechnete Saisonwertung anführen. Dominik Weiss schwang mit 7 Rangpunkten vor Christen (14 Zähler) und Fabian Weiss (18) obenaus.

Bei den jüngeren Schülern gab es mit Jan Christen (Gippingen) ebenfalls einen überlegenen Sieger. Er gewann bei zehn Starts auch zehnmal und holte sich damit auch in der Saisonwertung ganz klar den Sieg. Nik Wernle (Herznach) wurde Zweiter des Saisonklassements, Max Priemer vom VMC Gansingen landete auf dem dritten Platz.

Mit der zwölften Prüfung ging am 10. August die 50. Saison der Brugger Abendrennen zu Ende. Eine Saison, die jubiläumswürdig war, viele Rennfahrer am Start und fast noch mehr Zuschauer am Streckenrand sah. Der Radfahrer-Bund Brugg machte als Veranstalter seine Arbeit einmal mehr ausgezeichnet.

Es ist anzunehmen, dass es die Brugger Abendrennen auch weiterhin geben wird. Für den Radsport im Aargau und auch in den angrenzenden Kantonen sind sie als Talentschmiede nicht mehr wegzudenken. Die Talente bekommen im Rahmen der Abendrennen zudem auch die Möglichkeit, sich mit bereits gestandenen Routiniers zu messen.

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