Wenn das spiel(er)starke Farmteam der Kadetten Schaffhausen aufläuft, liegt das Wortspiel nahe: Wie viel Hoffnung darf man sich gegen die Espoirs machen?
Einige, wenn es man die Badener Leistung in der heimischen Aue zum Massstab nimmt. Städtli 1, nach wie vor von Verletzungssorgen geplagt und noch lange nicht im Vollbesitz seiner Mannschaftskräfte, war am Samstag offensichtlich entschlossen, den Aufwärtstrend nach der Cup-Revanche gegen Steffisburg weiterzuführen.
Dass die Gäste im Schnitt gut zehn Kilo schwerer und einen Kopf grösser waren, beeindruckte die Badener kein bisschen. Hinten ging man von Beginn weg schnell und hart zur Sache, vorne konnte man sich auf einen Pascal Bühler verlassen, der gleich vier der ersten fünf Tore erzielte.

Blackout nach 15 Minuten
Eine Viertelstunde wogte das Spiel auf Augenhöhe hin und her – bis Baden auf einen Schlag von allen guten Geistern verlassen schien. Während die Espoirs ihr Spiel weiterzogen und hinten einen Tick kompakter standen, war das Team von Trainer Björn Navarin urplötzlich von akuter Ratlosigkeit geschlagen: Nach dem 8:8 von Thomas Stalder fanden bis zur Pause gerade mal drei Bälle noch den Weg ins gegnerische Tor. 11:18. Die nächste Kanterniederlage zeichnete sich ab. Aber die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt.

Sieben-Tore-Hypothek wog zu schwer
Um es vorweg zu nehmen: Städtli kam mit neuem Schwung aus der Kabine und zeigte eindrücklich, was in dieser Partie ohne Blackout möglich gewesen wäre. Die zweite Halbzeit wurde 13:9 gewonnen, was unter dem Strich aber eben nicht reichte – die Hypothek der ersten Halbzeit wog zu schwer.
Hinzu kam, dass man in der Defensive kein schlüssiges Rezept fand gegen das starke Schaffhauser Quartett Alili, Tominec, Markovic und Meister und sich darüber hinaus auch den einen oder anderen fatalen Aussetzer leistete, der die Aufholjagd immer wieder einbremste. Heftig diskutiert wurde auf den Rängen auch die Schiedsrichterleistung. Die sorgte in der Schlussphase für viel unnötige Hektik, benachteiligte aber wenigstens beide Mannschaften gleichermassen.

Volle Konzentration auf das «Limmat-Derby»
Baden hat sich diese Niederlage klar selber zuzuschreiben und tut gut daran, sich in den kommenden Spielen an den 45 starken Minuten zu orientieren. Ganz besonders am kommenden Wochenende, wenn der Klassiker Baden vs. Siggenthal auf dem Programm steht. In Obersiggenthal sind mindestens 60 hochkonzentrierte Minuten fällig, wenn im «Limmat-Derby» endlich der erste Sieg gelingen soll.