Die Spieler des BSV Bern Muri hatten sich bereits in die Garderobe zurückgezogen, als sich die Aargauer Handballer noch immer warm spielten. Endlich sollten wieder einmal Punkte her. In den ersten Sekunden des Spiels schliefen sie dann aber und lagen bald einmal 0:3 zurück. In der Folge pendelte sich der Dreitore-Rückstand ein.

Den Schulklassen in der Gümliger Mooshalle schien das Spiel zu gefallen, sie johlten und klatschten ihren BSV vorwärts. Auf selbstbemalten Leintüchern forderten sie: „BSV vor, noch ein Tor." Diese folgten in regelmässigen Abständen. Beide Teams spielten mit viel Tempo, was zu Fehlern auf beiden Seiten führte. Suhr Aarau hielt mit dem Favoriten mit und liess sich nicht abschütteln. Kämpfen - das können die Aargauer. Für die Tore sorgte in erster Linie Andrija Pendic.

Der an der Wade verletzte Spielertrainer Björn Navarin, über den sonst so vieles läuft, fehlte indes sichtlich. „Das ist wieder ein Mann, den wir nicht einfach ersetzen können", sagt Manuel Reichlin. Der Captain wird in den Trainings manchmal laut und fordert von seinen Kollegen, „dass jeder alles gibt." Das taten die Aargauer gestern, doch gegen Spielende gingen die Kräfte des tapferen HSC aus.

„Hopp, hopp, BSV, zeigt uns eine gute Show" schrien die Berner Schüler und ihre Lieblinge taten wie ihnen geheissen. Bern Muri vergrösserte den Vorsprung auf acht Tore. Reichlins Analyse: „Wir haben genug Tore erzielt, 34 sollten eigentlich reichen. Aber hinten hat manchmal ein Quäntchen Aggressivität gefehlt. Wir hätten Bern Muri früher stoppen müssen." Der HSC Suhr Aarau verlor 34:39, und die Schüler freuten sich lauthals mit dem BSV über dessen Sieg.

Nach Spielschluss sitzen Reichlin und seine HSC-Kollegen wortlos auf den Stühlen. Der Captain lässt den Kopf hängen. „Mit der Zeit nagt es am Ego, wenn man mithalten kann und doch keine Punkte gewinnt." Am Mittwoch hat Suhr Aarau die nächste Chance auf Punktezuwachs. Die Aargauer Handballer treffen auswärts auf die Kadetten Schaffhausen.