Lüthi wusste damals gar nicht so recht, wie ihm geschah. Er trank erst einmal das eine oder andere Bierchen, kaufte sich eine rote Mütze, weisse Hosen, ein Goldkettchen und ein neues Velo. In seiner Freizeit besuchte er Fussball-Spiele in England. Der lebenslustige, verschrobene Lüthi verstarb leider schon im Alter von 49 Jahren. Weil er ein Herz für behinderte Kinder hatte, vermachte er einen Teil seines Vermögens dem St.-Josefs-Heim in Bremgarten.

Der FC Wohlen ging leer aus. Würde Lüthi noch leben, wäre er jetzt vielleicht der grosse Retter in der Not. Am nächsten Samstag findet im Stadion Niedermattennämlich ein Informations-Anlass über dieaktuelle Situation und Zukunft des Klubs statt. Es geht um die wichtigsten Entscheidungen im Zusammenhang mit derNeuausrichtung des FC Wohlen nach dem Rückzug aus der Challenge League Ende Saison.

Im Klartext: An diesem 24. Februar wird über die Zukunft diskutiert. Genauer gesagt darüber, ob die Freiämter in der Saison 2018/19 in der Promotion League oder in der regionalen 2. Liga spielen werden. Ein Blick auf die von den Vorstandsmitgliedern des FC Wohlen 1904 eingeladenen FCW-Sympathisanten ist interessant. Mit dabei sind unter anderemder langjährige Donatoren-Präsident Hans Hübscher, der frühere Sportchef Urs Bächer sowie Unternehmer und Trikotsponsor André Richner.

Es ist nachvollziehbar, dass sie sich im Hinblick auf die nächste Saison einen FC Wohlen in der Promotion League wünschen. Als Maulwurf der «Aargauer Zeitung» ist es meine Pflicht, den Träumern und Romantikern die Realität vor Augen zu halten. Stürzt euch nicht blindlings ins «Abenteuer Promotion League»! Ohne Mäzen und ohne Lotto-Millionär à la Leo Lüthi ist diese Liga nicht zu finanzieren. Es ist bitter, aber die regionale 2. Liga ist für eine Neuausrichtung des FC Wohlen die einzige richtige, weil vernünftigste Lösung. Es sei denn, dass im letzten Moment doch noch ein millionenschwerer Geldgeber wie Phönix aus der Asche steigt.