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29:29 in der Nervenschlacht gegen Endingen – Suhr Aarau ist zurück in der NLA

Eine ganze Saison wurde auf fünf Sekunden reduziert: Endingen hatte noch die letzte Möglichkeit zum Siegtreffer – doch es reichte nicht mehr. Das Unentschieden reicht Suhr für den Wiederaufstieg ins Oberhaus. Der TV Endingen muss zum dritten Mal in Serie den harten Weg in die Barrage gehen.

Eineinhalb Minuten vor der Sirene brachte Patrick Romann den HSC Suhr Aarau mit 29:28 in Führung. Ausgerechnet der Zurzacher schoss die Surbtaler ab, was doch manch einem der 2136 Zuschauer in der Go-Easy-Arena in die Glieder gefahren ist.

Doch es blieb noch Zeit zum Ausgleich, Endingen nahm den Goalie raus und ersetzte ihn durch einen siebten Feldspieler: Sebastian Kündig gelang dann 41 Sekunden vor Schluss tatsächlich auch der Treffer zum 29:29.

Doch das war immer noch nicht genug für die Gastgeber. Fünf Sekunden vor der Sirene stand es noch immer unentschieden. Dies reichte dem HSC Suhr für den Aufstieg, der TV Endingen brauchte unbedingt einen Sieg für die Rückkehr ins Oberhaus und hatte den letzten Angriff der Partie: Doch der Suhrer Abwehrspieler Patrick Strebel liess es nicht zu, dass die Endinger nochmals abschliessen konnten und räumte Nemanja Sudzum kompromisslos ab – um es mal vorsichtig zu formulieren.

Anstatt der berechtigten Roten Karte erhielt er nur zwei Minuten. Was in der Endabrechnung zwar keinen grossen Unterschied mehr machte. Aber es war ein klarer Fehlentscheid. Dafür erfanden die Schiedsrichter zwei Sekunden später eine Rote Karte gegen den tschechischen Hünen Marin Prachar.

Rawr: Protest TV Endingen

Entscheidend war aber, dass die Endinger nicht mehr zum Abschluss kamen. «Endingen durfte einfach nicht mehr zu einen Wurf kommen», meinte Suhrs Trainer Guido Frei denn auch pragmatisch zu diesen Szenen. Suhr feierte mit den Unentschieden die Rückkehr ins Oberhaus.

Wie eng die beiden Mannschaften leistungsmässig beieinander stehen, zeigte nicht nur diese Partie, sondern die gesamte Spielzeit. Endingen gewann knapp im Cup, Suhr mit einem Treffer die erste Meisterschaftspartie. «Über die ganze Saison gesehen ist unser Aufstieg verdient», ist Guido Frei jedoch überzeugt. «Aber heute war es glücklich, das muss man auch ehrlich zugeben», sagte er erleichtert und zufrieden, bevor es auf den Feiermarathon ging. Allzulange feiern wird er nicht können, als Sportchef muss Frei sich auch um die Verstärkungen für die nächste Saison kümmern.

Die Surbtaler hingegen müssen in die Barrage. Die letzten zwei Saison scheiterte Endingen in der Ausmarchung gegen den Zweitletzten der NLA jeweils recht deutlich an Stäfa. Jetzt wartet mit Fortitudo Gossau ein nicht minder harter Gegner. Die Hoffnung lebt weiter, aber zuerst müssen die Endinger diese «29:29-Niederlage» verdauen.

So jubelt Suhr Aarau in der Kabine über den Aufstieg

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