Es war ein Spiel, wie man es in dieser Saison von den FC Aarau Frauen schon so oft zu sehen bekommen hatte. Die Aarauerinnen dominierten das Spiel über die gesamten 90 Minuten. Lugano war eindeutig das schwächere Team, das seine Chancen aber genutzt hat.

Genau. Lugano hat seine Chancen genutzt. Ganz im Gegenteil die Aarauerinnen: Sie spielten schönen Fussball, kombinierten sich durch die Reihen der Luganesi und kamen oftmals zum Abschluss. Jedoch nur zum Abschluss und nicht an Horn im Tor der Luganesi vorbei.

Auch Trainer Andreas Zürcher bedauert die Niederlage: „Es ist schade, dass wir abgestiegen sind. Aber es ist fast schlimmer, ein solches Spiel wie heute zu verlieren.“ Verständlich. Es war nicht das erste Mal, dass die FCA-Frauen unnötig Punkte liegen lassen.

Die plötzliche Führung

Vor allem in der ersten Halbzeit dominierten die Aarauerinnen die Partie. Geschätzt hatten sie mindestens 75% Ballbesitz. Sie spielten gut, ja sogar sehr gut. Keine Hektik im Spiel, sie versuchten, sich durch die Reihen der Luganesi durchzuspielen und so zum Tor zu gelangen. Was ja auch klappte, aber immer wieder an Horn scheiterte.

Das sagt Verteidigerin Michelle Stierli nach der 2:3-Niederlage gegen Lugano

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Und dann das berühmte Muster: Wenn man vorne die Tore nicht schiesst, bekommt man sie hinten. Aus dem Nichts fasste sich Krsteva ein Herz aus etwa 40 Metern. Die Bogenlampe fliegt und fliegt, Laura Vogt im Aarauer Tor steht sehr weit vorne. Tor für Lugano. In der 45. Minute. Keine zehn Sekunden später pfeift der Unparteiische die Mannschaften in die Pause. Die Zuschauer sind baff.

Zu wenig Spielerinnen

Nach der Halbzeit kamen die Teams zurück aufs Feld. Aarau ziemlich früh, Lugano sehr spät. Plötzlich fällt auf: Die Luganesi stehen nur zu zehnt auf dem Feld. Was war da los? Anscheinend hatten sie Schwierigkeiten zu kommunizieren, wer nun auf dem Feld steht und wer nicht. So richtig erklären kann uns das aber niemand.

Nichtsdestotrotz spielten die Luganesi nun mehr nach vorne, versuchten ein wenig zu drücken. Aarau aber behielt die Ruhe aus der ersten Halbzeit und spielte konsequentes Pressing. Der Ausgleich fällt. Erleichterung? Nein. Die Tessinerinnen spielten den Ball an, kombinierten sich durch die gegnerische Abwehr und gingen erneut in Führung.

Die Reaktion kam zu spät

Die Luft war irgendwie raus. Das Gegentor kam zu schnell. Mit dem Schlenzer von Capello in der 90. Minute ins linke obere Eck war das Spiel dann auch vorbei. Das späte Anschlusstor von Gloor reichte nicht mehr aus, um irgendwas zu bewirken.

Zürcher sieht nicht nur Schlechtes am Abstieg: „Wir wussten ja, wo wir stehen. Der Schmerz sitzt zwar tief, aber es kam nicht unerwartet. Vielleicht ist es für die Mannschaft sogar besser, nun einen Schritt zurück zu machen um dann wieder voll angreifen zu können.“

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