Handball
23:27-Niederlage: Aufsteiger Suhr Aarau hatte bei seiner Rückkehr zu grossen Respekt

Der HSC Suhr Aarau unterliegt gegen GC Amicitia Zürich zum Saisonauftakt vor 637 Zuschauern mit 23:27 (11:11). Der Mannschaft von Trainer Patrik Fend fehlte die Dynamik.

Michael Wehrle
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Suhr Aarazu - GC Amicitia
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Hatte einen schweren Stand: Mathias Kasapidis (Mitte, Suhr) gegen Ron Delhees (rechts, GC).
Seppi Zuber (rechts, Suhr) scheitert an Goalie Paul Bar (links, GC).
Ljubomir Josic (links, Suhr) wird von Daniel Stahl (rechts, GC) geblockt.
Patrick Romann (rechts, Suhr) gegen Daniel Stahl.
Nicolas Suter (Mitte, Suhr) gegen Ron Delhees (links) und Severin Ramseier (rechts, beide GC).
Suhrs neuer Coach Guido Frei.
Mathias Kasapidis (Mitte, Suhr) gegen Daniel Stahl (links) und Mario Jelinic (beide GC).

Suhr Aarazu - GC Amicitia

Alexander Wagner

Die Lust auf Spitzenhandball ist in Aarau durchaus vorhanden. 637 Zuschauer sorgten bei der Rückkehr des HSC Suhr Aarau in die Nationalliga A in der Schachenhalle für eine schöne Kulisse. Die Stimmung nach zwei Jahren Abstinenz in der höchsten Spielklasse war gut, auch wenn es für die ersten Punkte nicht reichte. Mit GC Amicitia Zürich war kein übermächtiger Gegner zu Gast, doch waren die soliden Zürcher für den Aufsteiger nicht unbedingt eine Nummer zu gross, aber dennoch zu stark.

Arno Ehret überrascht

«Ich hätte nicht gedacht, dass wir so souverän gewinnen», sagte der Zürcher Trainer Arno Ehret, der langjährige Coach der Schweizer Nationalmannschaft. Dabei liessen die Zürcher vor der Pause ein paar Minuten lang die Zügel schleifen, ansonsten hätten sie die Partie noch mehr dominiert. «Hätten wir in diesen fünf Minuten nicht vier Tore kassiert, dann würde ich von einer durchgehend soliden Vorstellung sprechen», sagte der Zürcher Sportchef Walter «Wädi» Müller. Doch mit den beiden Punkten war er hochzufrieden, ebenso wie Ivan Ursic.

Der ehemalige Captain der Schweizer Nationalmannschaft hatte in der vergangenen Saison noch bei GC Amicitia gespielt und fieberte mit seinen «Jungs» trotz seiner Vergangenheit beim TV Suhr. «Ich kenne nur noch wenige beim HSC Suhr Aarau», sagte er.

Neue Sponsoren für die Zürcher

Während die Aargauer den Ligaerhalt in ihrer ersten Saison nach dem Aufstieg als Ziel nennen, möchten die Zürcher mit dem Kampf gegen den Abstieg mal wieder gar nichts zu tun haben. Sie peilen einen Platz unter den besten sechs an, einen Platz in der Finalrunde. Auch wenn Ehret sein Kader umbauen musste, so scheint es mit dem Handball auf dem Platz Zürich wieder aufwärtszugehen.

Der Verein hat neue Sponsoren gewonnen und ganz gute Transfers getätigt. Da ist zum einen der deutsche Torhüter Paul Bar, der gestern nicht sehr spektakulär aber sehr solide hielt und seinem Gegenübern Martin Pramuk den Rang ablief. Der 37-Jährige kam von Pfadi Winterthur, war im ersten Spiel aber nicht der erhoffte grosse Rückhalt.

Und zum anderen war da Ron Delhees, Sohn des früheren Nationalspielers Max Delhees. «Da ist mir ein toller Transfer gelungen», freute sich Müller diebisch. Tatsächlich war der 19-jährige Linkshänder mit sieben Toren nicht nur der erfolgreichste Werfer seiner Mannschaft. Der schlaksige, 1,96 Meter lange Linkshänder, wurde völlig zu Recht zum besten Spieler seiner Mannschaft gewählt.

Mischa Kaufmann bester Aargauer

Aufseiten der Aargauer erhielt Mischa Kaufmann diese Auszeichnung, obwohl er nicht überzeugte. Seinen sieben Toren, davon fünf Siebenmeter, stehen doch 13 Fehlwürfe oder technische Fehler gegenüber. Wie der ganzen Mannschaft fehlte Kaufmann im Angriff eine gewisse Dynamik gegen den grossen Innenblock der Zürcher in ihrer defensiven Abwehr. «Wir waren nervös, wie der Gegner auch, dazu kam die Unerfahrenheit», sagte Trainer Patrik Fend.

Seine Mannschaft habe zu viel Respekt gehabt, nicht gezeigt, was sie könne. Für viele Spieler seien auch die Partien am Mittwochabend neu. «Aber wir lernen das und werden uns steigern», sagte Fend. Es folgen die Auswärtsspiele in Schaffhausen und Thun. «Da können wir unbeschwert aufspielen und eine Menge mitnehmen», betonte Fend.

Telegramm:

Suhr-Aarau - GC Amicitia Zürich 23:27 (11:11)
637 Zuschauer. – SR Jergen/Zaugg. – Strafen: 2mal 2 Minuten gegen Suhr-Aarau, 3mal 2 Minuten gegen GC Amicitia.
Suhr-Aarau: Pramuk/Wick (42. bis 50.); Kasapidis (4), Suter (1), Konecnik, Zuber (2), Romann (4), Lukas Strebel, Josic (2), Studer (3), Kaufmann (7/5), Patrick Strebel.
GC Amicitia: Bar/Schubiger (für 2 Penaltys); Sidorowicz (4), Von Ballmoos (2), Malovic, Delhees (7), Grundböck (2), Ramseier (2), Graf, Stahl, Jelinic (5/2), Wittlin (5).
Bemerkungen: Beide Teams komplett.