2. Liga Aargau
16 Teams, eine Liga: Die grosse Saisonprognose der Aargauer Klubs

Die neue Saison in der 2. Liga AFV verspricht Spannung und Drama. Gleich fünf Absteiger wird es geben. Wir haben mit den Präsidenten gesprochen und sie gefragt, was die höchste Aargauer Liga so besonders macht. Und natürlich wollten wir eine Prognose hören.

Martin Probst
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SchöNie-Goalie Michael Simic gegen Rafed Bayazi vom FC Windisch im Kickoffspiel der 2. Liga AFV.

SchöNie-Goalie Michael Simic gegen Rafed Bayazi vom FC Windisch im Kickoffspiel der 2. Liga AFV.

Alexander Wagner

FC Brugg

Christian Arrigoni, Präsident

Das macht den Reiz 2. Liga AFV aus: Vieles. Wir haben eine lange Tradition in dieser Liga. Umso schöner ist es, dass wir nach vier Saisons in der 3. Liga zurück sind. Es ist unser Anspruch, in dieser Liga zu spielen. Allein mit unserer Infrastruktur und Grösse. Und man darf die Strahlkraft nicht vergessen: Wenn man ein 2.-Liga-Team hat, lockt das die talentierten Junioren aus der ganzen Region an. Ohne dieses Magnet – und das spürten wir in den vergangenen Jahren – gehen die Talente zu anderen Vereinen. Womit wiederum die Basis für eine starke erste Mannschaft fehlt.

Christian Arrigoni, Präsident FC Brugg.

Christian Arrigoni, Präsident FC Brugg.

zvg

Das zeichnet unseren Verein aus: Obwohl wir uns als Teil der 2. Liga AFV sehen, wollten wir den Aufstieg nicht auf Teufel komm raus erzwingen. Sprich: Wir wollten nicht einfach gute Spieler verpflichten. Vielmehr soll unsere eigene Junioren­abteilung die Basis für die erste Mannschaft bilden. Das ist uns wichtig. Wir haben 24 Teams, davon 17 für Junioren und neu zwei für Mädchen. Diese Arbeit ist uns wichtig.

So wollen wir die neue Saison beenden: Als Aufsteiger gibt es nur ein Ziel: den Ligaerhalt. Es wird eine schwierige Saison mit fünf Absteigern. Wir haben eine junge Mannschaft mit vielen eigenen Spielern. Es wird nicht einfach. Aber alle sind hungrig und das kompensiert fehlende Routine.

FC Fislisbach

Martin Dürr, Präsident

Das macht den Reiz 2. Liga AFV aus: Das Regionale. Das sorgt für Derbys, die Klubs kennen sich gegenseitig sehr gut. Es ist nichts weit weg. Das sorgt für Spannung und für Zuschauer, was wiederum für Atmosphäre sorgt. Gleichzeitig wurde das Niveau in der 2. Liga AFV über die Jahre immer besser. Und das wollen wir: Wir wollen gepflegten, schnellen und schönen Fussball sehen.

Martin Dürr, Präsident FC Fislisbach.

Martin Dürr, Präsident FC Fislisbach.

zvg

Das zeichnet unseren Verein aus: Bei uns wird nicht einfach Fussball gespielt und dann tschüss und adieu. Wir bleiben nach dem Training, nach den Spielen, sprechen miteinander und sitzen zusammen. Bei uns fühlt man sich wohl. Das färbt auch auf die erste Mannschaft ab. Wir zahlen keine Löhne und doch bleiben die Spieler – oder kommen andere nur deswegen zu uns. Es ist auch ein ehrliches Arbeiten, wenn man Spieler so überzeugen kann und nicht mit Geld. Ohne dieses Familiäre könnte unser Verein gar nicht bestehen. Es gibt so viele Helfer, die sich bei uns ehrenamtlich engagieren.

So wollen wir die neue Saison beenden: Wir waren ein paar Jahre lang eine Liftmannschaft zwischen der 3. und 2. Liga. Wir möchten uns nun etablieren. Es wird für uns die dritte Saison in Serie. Hoffentlich die erste, die normal stattfinden kann. Ziel ist, im vorderen Mittelfeld dabei zu sein.

FC Gontenschwil

Adrian Joller, Präsident

Das macht den Reiz 2. Liga AFV aus: Man steht etwas mehr im Rampenlicht, weil es die Liga ist, die innerhalb des Aargaus am meisten Beachtung findet. Spielt man in der 2. Liga, kann das den einen oder anderen Sponsorenfranken mehr bringen. Wir sind stolz, dass wir als eher kleiner Verein schon in unsere zehnte 2.-Liga-Saison in Serie starten. Gleichzeitig merkt man auch, dass die Aufgaben zunehmen und die Ansprüche gestiegen sind.

Adrian Joller, Präsident FC Gontenschwil.

Adrian Joller, Präsident FC Gontenschwil.

wys

Das zeichnet unseren Verein aus: Wir haben einen verhältnismässig hohen Zuschauerschnitt. Das zeigt unsere Verbundenheit zum Dorf. Gleichzeitig wachsen wir. Und mit der Grösse geht das Familiäre ein wenig verloren. Beziehungsweise wird alles ein wenig komplizierter. Trotzdem wollen wir niemanden abweisen. Wenn man aus dem Klubhaus schaut und hinten die Jüngsten spielen sieht, genau das ist es doch, was den Fussballverein ausmacht, was schön ist. Dass hier Kinder einen Ort finden, wo sie etwas machen können, das ihnen gefällt. Das ist unsere Aufgabe.

So wollen wir die neue Saison beenden: Wir haben einen Umbruch hinter uns. Viele Spieler, die das Team sehr lange geprägt haben, sind zurückgetreten. Uns ist es aber gelungen, ein starkes, junges Team zu formen, das den Ligaerhalt erneut schaffen kann.

FC Gränichen

Martin Lüscher, Präsident

Das macht den Reiz 2. Liga AFV aus: Es ist die höchste Liga im Regionalfussball, und in meinen Augen ist sie interessanter als die 2. Liga inter, in der wir selbst zwei Saisons gespielt haben. Aber wenn man dann Auswärtsspiele irgendwo im Jura hat, ist das nicht sehr angenehm und auch mit gewissen Kosten verbunden. Die 2. Liga AFV ist auch interessant für die Zuschauer, weil es zu vielen Derbys kommt. Wir sind seit zehn Jahren in der 2. Liga AFV mit dem 2.-Liga-inter-Unterbruch. Wir haben das Gefühl, der FC Gränichen gehört in diese Liga mit der Infrastruktur und Juniorenabteilung, die wir haben.

Martin Lüscher, Präsident FC Gränichen.

Martin Lüscher, Präsident FC Gränichen.

zvg

Das zeichnet unseren Verein aus: Wir haben sehr familiäre Verhältnisse im Verein und eine grosse und starke Juniorenabteilung mit gut 200 Mitgliedern, auf die ich sehr stolz bin. Derzeit haben wir sogar Wartelisten. Weil wir nicht genug Trainer finden, aber auch, weil wir langsam an die Grenzen der Anlage stossen von der Kapazität her, obwohl wir eine sehr gute Infrastruktur haben. Nächste Saison haben wir 16 Mannschaften, davon 11 Juniorenteams.

So wollen wir die neue Saison beenden: Wir wollen sicher in der Spitzengruppe mitspielen. Ein Platz unter den ersten vier würde ich sagen. Wir nehmen aber auch den Aufstieg, falls er kommt (lacht). Aber anstreben tun wir ihn nicht.

FC Kölliken

Markus Epple, Präsident

Das macht den Reiz 2. Liga AFV aus: Die Bedeutung der 2. Liga fängt bei den Junioren, bei den Kindern an. Für viele ist es ein Ziel, irgendwann Teil der 1. Mannschaft zu sein und mit dieser in der 2. Liga zu spielen. Und nur schon vom Ton her tönt 2. Liga halt besser als 3. Liga. Und das spürt man auch im Verein. Zudem ist die 2. Liga AFV sehr ­attraktiv. Nehmen wir die EM, dieser stehende Fussball, der da oft gespielt wurde, dieser Schachfussball – dann schaue ich viel lieber ein Spiel in der 2. Liga, da läuft etwas, hat es Pfeffer drin.

Markus Epple, Präsident FC Kölliken.

Markus Epple, Präsident FC Kölliken.

zvg

Das zeichnet unseren Verein aus: Ein Fussballverein ist ein sehr sozialer Ort. Hier lernt man Freunde kennen, man lernt füreinander zu kämpfen und für seine Kollegen einzustehen. Man lernt sich selbst – aber auch den Gegner – zu respektieren. Wenn das alles wegfällt wie mit Corona, ist das schlimm. Neben der sozialen Komponente liegt mir der Juniorenbereich sehr am Herzen.

So wollen wir die neue Saison beenden: Im Aargauer Cup wäre es schön, wenn die 1. Mannschaft noch etwas weiterkommt als bisher. In der Liga wähle ich das klassische Mittelfeld. Wenn es dann weiter nach oben geht, nehmen wir es. Aber nach hinten, da haben wir schon andere Ansprüche, als so knapp den Ligaerhalt zu schaffen wie in der vergangenen Saison.

FC Küttigen

Robert Rütimann, Präsident

Das macht den Reiz 2. Liga AFV aus: Sie bietet den Talenten eine Perspektive. Und sie ist ein Argument, dass starke Spieler dem Verein erhalten bleiben. Für viele Junioren ist es ein Traum, einmal in dieser Liga zu spielen. Das wollten wir als FC Küttigen bieten, darum haben wir den Aufstieg seit einigen Jahren angestrebt. Wichtig war uns aber, dieses Ziel vorwiegend mit eigenen Spielern erreichen zu können.

Robert Rütimann, Präsident FC Küttigen.

Robert Rütimann, Präsident FC Küttigen.

zvg

Das zeichnet unseren Verein aus: Unsere grosse und erfolgreiche Juniorenarbeit. Sie ist die Basis für alles. Ist ein Fussballverein im Juniorenbereich breit aufgestellt, ist die Chance deutlich grösser, dass einige bis oben dabeibleiben. Gleichzeitig sind wir ein stolzer Dorfverein, der sich engagiert. Zum Beispiel mit dem jährlich stattfindenden regionalen Schülerturnier, eines der grössten im Aargau, oder mit der Mithilfe beim Papiersammeln. Zudem steht uns eine ausgezeichnete Infrastruktur mit einem vor wenigen Wochen eröffneten neuen Garderobengebäude mit Klubbeiz zur Verfügung.

So wollen wir die neue Saison beenden: Wir haben ein junges und hungriges Team, das die Qualität hat, sich im Mittelfeld zu etablieren. Es ist ein Team, das gelegentlich einen «Grossen» ärgern kann und schnuppern wird, was alles in dieser Liga möglich ist.

FC Lenzburg

Ueli Bruder und Mike Barth, Co-Präsidenten

Das macht den Reiz 2. Liga AFV aus: Das fast schon Familiäre. Die Vereine kennen sich gut, es gibt viele Derbys. Deshalb fühlen wir uns seit Jahrzehnten wohl in dieser Liga. Sportlich haben wir hingegen Ambitionen für mehr. Die 2. Liga inter hat zwar viele Nachteile im Vergleich zur 2. Liga AFV. Stichwort Kosten oder weite Reisen – doch das höhere Level reizt uns. Aber man muss auch aufpassen. Das haben wir selbst erlebt. Vor zwei Jahren waren wir bei Abbruch souveräner Leader, und in der vergangenen Saison hatten wir mit dem gleichen ­Kader plötzlich Abstiegssorgen. Das zeigt, wie ausgeglichen die 2. Liga ist, wie schnell es gehen kann.

Ueli Bruder und Mike Barth, Co-Präsidenten FC Lenzburg.

Ueli Bruder und Mike Barth, Co-Präsidenten FC Lenzburg.

zvg

Das zeichnet unseren Verein aus: Wir sind zu einem starken Ausbildungsverein gewachsen. Wir haben sechs bis sieben Spieler pro Jahrgang, die es zu den grösseren Klubs wie Aarau, Zofingen oder Baden schaffen. Wir haben ein grosses Einzugsgebiet, nur rund 20 Prozent der Mitglieder wohnen in Lenzburg. Das hat Vor- und Nachteile. Gute Spieler kommen zu uns, dafür geht das Zusammenhaltsgefühl, wie es ein Dorfverein hat, etwas verloren.

So wollen wir die neue Saison beenden: Vor allem wünschen wir uns eine normale Saison ohne Abbruch. Dann ist es unser Anspruch, in den Top 5 vertreten zu sein – mit Ambitionen nach vorne.

FC Menzo Reinach

Angelo Botrugno, Präsident

Das macht den Reiz 2. Liga AFV aus: Für einen Amateurverein ist die 2. Liga vergleichbar mit der Super League für einen Profiklub. Es ist die höchste Stufe, die im Aargauer Fussball zu erreichen ist. Wer dabei ist, hat innerhalb des Kantons ein gewisses Gewicht. Sportlich ist es der Reiz, sich mit den Besten aus der Region zu messen. Die vielen Derbys machen die Liga speziell. Das sind spannende Spiele für uns und Duelle, die wir lieben.

Angelo Botrugno, Präsident Menzo Reinach.

Angelo Botrugno, Präsident Menzo Reinach.

zvg

Das zeichnet unseren Verein aus: Wir sind multikulti. Bei uns gibt es viele unterschiedliche Menschen, aber alle kommen zusammen und haben es gut. Das verbindende Element ist der Fussball. Auf dieses Zusammensein sind wir stolz. Dann haben wir rund 300 Junioren, haben viele Teams, bieten Fussball für alle, nicht nur für Supertalente. Bei uns soll jede und jeder etwas finden. Stolz sind wir, dass wir im Nachwuchs vier Frauenteams haben. Diese Breite macht uns aus.

So wollen wir die neue Saison beenden: Ziel ist, dass wir den Ligaerhalt schaffen. Das ist als Aufsteiger immer das Erste, das man anpeilt. Mit fünf Absteigern wird es sowieso eine spezielle Saison. Und mit 16 Teams wird auch die Anzahl Spiele herausfordernd. Es kommt ja auch noch der Cup dazu. Und zudem sind alle Spieler berufstätig, das wird streng.

FC Niederwil

Martin Bräuer, Vorstand

Das macht den Reiz 2. Liga AFV aus: Das fussballerische Niveau ist hoch. Man hat wenig Zeit, es ist viel Tempo da, eigentlich alles, was den Fussball ausmacht. Das merkt man erst, wenn man mal selbst in der 2. Liga spielt. Umso stolzer sind wir, dass wir dazugehören. Weil wir eigentlich von der Vereinsgrösse, aber auch von der Infrastruktur her zu klein sind für diese Liga. Wir haben kein A-Juniorenteam, keine eigenen B- und C-Junioren. Wir müssen hier aus wenig sehr viel machen. Aber genau das ist auch ein Reiz, es trotzdem immer wieder zu schaffen.

Martin Breuer, Vorstand FC Niederwil.

Martin Breuer, Vorstand FC Niederwil.

zvg

Das zeichnet unseren Verein aus: Wir sind ein kleiner Dorfverein, und trotzdem möchten wir es allen, die wollen, ermöglichen, Fussball zu spielen. Ob Mädchen oder Buben. Wir sind im Dorf verankert. Bei uns entsteht ein Kitt, der zusammenhält. Das zeigt sich, wenn Spieler von anderen Vereinen kommen. Sie bleiben lange, es gibt wenige Abgänge. Wir wollen nicht vergessen, was wir sind: ein kleiner Verein. Anstand ist wichtig. Ein Fussballverein ist eine Lebensschule. Es braucht Leidenschaft und Überzeugung, um Erfolg zu haben. Und es braucht vor allem ein Team.

So wollen wir die neue Saison beenden: Der Ligaerhalt ist das Ziel. Es gibt fünf Absteiger, was schwierig wird. Manchmal geht es sehr schnell – nach oben oder unten.

FC Oftringen

Maurizio Carlino und Marco Eng, Co-Präsidenten

Maurizio Carlino, Co-Präsident FC Oftringen.

Maurizio Carlino, Co-Präsident FC Oftringen.

zvg

Das macht den Reiz 2. Liga AFV aus: Sie bietet dem Nachwuchs eine Perspektive. Wir spielen mit den C-, B- und A-Junioren mit je einem Team in der höchsten Spielklasse. Für diese Talente ist es wichtig, dass sie nach ihrer Juniorenzeit mindestens in der 2. Liga spielen können. Können wir das als Verein nicht bieten, wandern sie höchstwahrscheinlich ab. Zumal die Liga auch als Sprungbrett für höhere Auf­gaben dienen kann. Wichtig ist zudem, dass die 2. Liga AFV ihre Popularität behält und weiterhin die Resultate in der Zeitung erscheinen.

Marco Eng, Co-Präsident FC Oftringen

Marco Eng, Co-Präsident FC Oftringen

Zvg / tvg

Das zeichnet unseren Verein aus: Der Mix. Wir bieten unseren besten Talenten eine Leistungsförderung, setzen aber auch auf Breitensport. Für jeden Fussballer im Dorf wird etwas ge­boten. Unsere Philosophie ist, dass wir eigene Junioren an die erste Mannschaft heranführen. Wir entschädigen unsere Spieler nicht finanziell. Sie sollen bei uns spielen, weil sie Freude am Fussball haben und weil sie sich mit unserem Verein identifizieren können.

So wollen wir die neue Saison beenden: Ein Rang im vorderen Mittelfeld sollte möglich sein. Wichtig bleibt dabei immer die Förderung. Jährlich nehmen wir fünf bis sechs Junioren in das Kader der ersten Mannschaft. Regelmässig trainieren A- und B-Junioren mit dem Fanionteam mit.

FC Sarmenstorf

Tobias Furrer, Präsident

Das macht den Reiz 2. Liga AFV aus: Sie ist für uns der Beweis, dass im ganzen Verein gute Arbeit geleistet wurde. Unsere Philosophie ist: Wir spielen dort, wo uns unsere Ausbildung hinführt. Das heisst: Wir wollen mit eigenen Spielern so hoch oben spielen wie möglich. Und wenn das als Dorfverein die höchste Liga im Aargau ist, dann macht das stolz. Die Liga ist sportlich attraktiv und umkämpft. Und die Derbys haben ihren besonderen Reiz.

Tobias Furrer, Präsident FC Sarmenstorf.

Tobias Furrer, Präsident FC Sarmenstorf.

zvg

Das zeichnet unseren Verein aus: Wir sind eine Familie. Einmal FC Sarmenstorf, immer FC Sarmenstorf. Wir arbeiten gemeinsam, packen an, wenn es ­nötig ist. Ein Spieler der dritten Mannschaft ist genau gleich wichtig für den Verein wie einer aus der 2. Liga. Wir sind ein Dorfverein, wir leben den Verein und engagieren uns im Dorf. Wenn andere Vereine einen Anlass haben, hilft der FC – und umgekehrt. Spielt die erste Mannschaft, kommt gefühlt das halbe Dorf. Der Nachwuchs liegt uns sehr am Herzen, und es wäre schön, wenn sich wieder mehr Leute vorstellen könnten, sich zu engagieren. Denn es lohnt sich.

So wollen wir die neue Saison beenden: Mit fünf Absteigern spielen wohl rund zwei Drittel der Teams irgendwie gegen den Abstieg. Unser Ziel ist es, uns da rauszuhalten. Die Qualität dazu ist vorhanden.

FC Schönenwerd-Niedergösgen

Fevzi Kangal und Joel Kleger, Co-Präsidenten

Fevzi Kangal, Co-Präsident FC Schönenwerd-Niedergösgen.

Fevzi Kangal, Co-Präsident FC Schönenwerd-Niedergösgen.

zvg

Das macht den Reiz 2. Liga AFV aus: Die 2. Liga ist ein Zugpferd für den ganzen Verein. Sie ist ein Anreiz für die Junioren, irgendwann dort zu spielen. Aber – und das ist uns wichtig: Ohne alles andere, ohne die Juniorenarbeit etc. ist das an der Spitze nicht möglich. Uns ist es wichtiger, eigene Spieler zu fördern, als mit allen Mitteln in der 2. Liga zu bleiben. Wir sind so, wie wir sind. Wir sind Solothurner im Aargau, wir sind vermutlich weit herum der 2.-Liga-Verein mit dem kleinsten Budget. Dass wir trotzdem kompetitiv in dieser Liga mitspielen können, macht uns stolz.

Joel Kleger, Co-Präsident FC Schönenwerd-Niedergösgen.

Joel Kleger, Co-Präsident FC Schönenwerd-Niedergösgen.

zvg

Das zeichnet unseren Verein aus: Wir haben zwei Standortgemeinden, die viel Wert auf Fussball legen. Wir haben eine sehr grosse Juniorenabteilung. Und wir schaffen es, dass in der Volleyball-Gemeinde Schönenwerd auch über Fussball gesprochen wird. Wir haben eine Tradition im Frauenfussballbereich. Das ist uns sehr wichtig. Überhaupt zählt jedes Mitglied gleich viel. Vom G-Junior bis zur 1. Mannschaft. Die Gemeinschaft zeichnet uns aus, auf sie sind wir stolz.

So wollen wir die neue Saison beenden: Unser Ziel ist es, im vorderen Tabellenbereich mitzuspielen. Solid im Mittelfeld mit Blick nach vorne. Wenn wir eine Klassierung nennen müssen, dann ist es ein Rang in den Top fünf.

FC Suhr

Ömer Yelli, Präsident

Das macht den Reiz 2. Liga AFV aus: Egal, wo man ein Auswärtsspiel hat, man trifft immer auf Menschen, die man kennt. Diese Nähe macht den Reiz aus. Man weiss gut, was bei den anderen Vereinen läuft. Die Spieler sind alle keine Profis, arbeiten acht, neun Stunden am Tag, und trotzdem ist das Niveau hoch. Das geht nur mit Disziplin und Herzblut. In dieser Liga spielt man gerne, weil es durch die Nähe zu vielen Duellen mit Kollegen kommt.

Ömer Yelli, Präsident FC Suhr.

Ömer Yelli, Präsident FC Suhr.

zvg

Das zeichnet unseren Verein aus: Es gab Zeiten, da hatten wir sehr viele Wechsel im Verein. Nun startet Manuel Calvo schon in seine vierte Saison als Trainer. Auch das Kader verändert sich kaum noch. Diese Stabilität ist uns wichtig. Im ganzen Verein. Wir haben eine sehr gute Nachwuchsarbeit, auf die wir stolz sind. Auch diese soll weitergeführt werden. Unser Ziel ist es, Ruhe und Kontinuität im Verein zu haben. Wir möchten bereits den Kleinsten zeigen, dass es Disziplin und Herzblut braucht, um Erfolg zu haben. Dies wollen wir vorleben auf jeder Position im Verein.

So wollen wir die neue Saison beenden: Mindestens im Mittelfeld. In der Vorrunde geht es darum, so viele Punkte zu holen wie möglich. So kann man sich dann in Ruhe für die Rückrunde vorbereiten. Wenn die Spitze in Reichweite ist, wäre das umso schöner.

FC Wettingen

Pierluigi Ghitti, Präsident

Das macht den Reiz 2. Liga AFV aus: In erster Linie läuft einiges falsch. Dieses Hin und Her von Spielern, die weg gehen für ein paar Franken – was soll das? Dafür gibt es den Profifussball. Aber das ist eine andere Sportart. Erfolg wird erarbeitet, nicht erkauft. Wir haben nun eine homogene Mannschaft, die aus dem Verein entstanden ist. Es spielt gar keine Rolle, in welcher Liga wir spielen. Es kommen sowieso immer nur gleich wenig Zuschauer. Man muss vielmehr Freude haben, in Wettingen zu spielen, in einem Stadion. Hier gibt es Fussballkultur. Man soll sich hier Grüezi sagen und sich kennen.

Pierluigi Ghitti, Präsident FC Wettingen.

Pierluigi Ghitti, Präsident FC Wettingen.

Alex Spichale

Das zeichnet unseren Verein aus: Fussball ist eine Lebensschule. Man muss Anstand und Respekt besitzen, um als Team Erfolg zu haben. Ein Fussballklub sollte eine Teamfähigkeits- und Persönlichkeitsschule sein. Das ist mir wichtig. So bereiten wir die Jungen auf das Leben vor. Und wenn sie das lernen, werden sie beruflichen Erfolg haben. Zudem bieten wir Fussball in und für Wettingen an. Warum sollte jemand von ausserhalb einem eigenen Junior einen Platz wegnehmen? Das wollen wir bei uns nicht.

So wollen wir die neue Saison beenden: Wir spielen Fussball und wir wollen immer gewinnen. Darum geht es doch. Also muss es doch das Ziel sein, Meister zu werden.

FC Windisch

Raimondo Ponte, Präsident

Das macht den Reiz 2. Liga AFV aus: Dass man sich mit Vereinen aus der Nachbarschaft messen kann. Das war schon immer und ist noch heute das Schönste am Regionalfussball. Das bietet die 2. Liga, kombiniert mit einem guten Niveau. Schade ist, dass nicht mehr nur der Fussball im Zentrum steht, die Freude am Spiel, die Freude, es in die 2. Liga geschafft zu haben. Heute geht es auch hier schon um Geld. Das schadet.

Raimondo Ponte, Präsident FC Windisch.

Raimondo Ponte, Präsident FC Windisch.

Chris Iseli

Das zeichnet unseren Verein aus: Dass wir für alle ein Angebot bieten. Im Fussball gibt es Spieler, die haben in erster Linie Plausch, und es gibt solche, die wollen ihre Ambitionen stärker verfolgen. Beides darf und soll Platz haben. Aber leider wird es immer schwieriger, Menschen zu finden, die sich als Trainer engagieren. Umso mehr möchte ich mich bei allen, die sich für den Verein einsetzen, bedanken. Das Schöne am Fussball ist, grosse Karrieren können in einem Dorfverein wie unserem starten. Das passiert selten, ist aber möglich. Wir möchten unsere Junioren zum Träumen verleiten, darum hängen in unserem Klubhaus neben Fotos aller Teams auch solche Bilder, die zeigen, wohin der Weg von Windisch aus führen kann.

So wollen wir die neue Saison beenden: Als Aufsteiger wollen wir uns in der Liga etablieren. Das Zeug dazu hat unsere Mannschaft.

FC Wohlen II

André Richner, Präsident

Das macht den Reiz 2. Liga AFV aus: Für uns ist sie sehr wichtig, weil sie unserer zweiten Mannschaft ein kompetitives Umfeld bietet. Hier können sich unsere jungen Spieler entwickeln, die den Sprung in die erste Mannschaft nicht auf Anhieb schaffen. Darum ist es uns sehr wichtig, dass das Niveau stimmt. Hinzu kommt, dass die Liga mit den Derbys attraktiv ist. Wir spüren das auch bei den Spielern, die sehr gerne in dieser Liga spielen. Natürlich ist unsere erste Mannschaft der Leuchtturm, der die Zuschauer anzieht mit Fussball in der 1. Liga. Ich wünsche mir aber, dass die 2. Liga mit den vielen Nachbarschaftsduellen bald auch auf mehr Interesse stösst.

André Richner, Verwaltungsratspräsident FC Wohlen.

André Richner, Verwaltungsratspräsident FC Wohlen.

Claudio Thoma

Das zeichnet unseren Verein aus: Als wir uns aus dem Profibetrieb zurückgezogen haben, erklärten wir es zum Ziel, wieder in die Breite zu wachsen, ohne den Leistungsgedanken zu verlieren. Junge Menschen sollen Ziele haben, das bleibt ein Leben lang so. Ich bin stolz auf unsere heutige Nachwuchsförderung. Sie soll und wird dereinst die Basis für die erste Mannschaft bilden – bei den Frauen und den Männern.

So wollen wir die neue Saison beenden: Wir wollen in der Liga bleiben. Merken wir, dass es eng wird, werden wir alles dafür tun, um den Abstieg zu verhindern. Die 3. Liga könnte uns zu wenig bieten.

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