Fussball
17 Stunden für ein Spiel: Wohlens mühsamer Abstecher nach Lugano

Zehn Tage vor dem Kellerduell gegen Locarno gastiert der FC Wohlen in Lugano. Nach zuletzt zwei Niederlagen befinden sich die Freiämter wieder mittendrin im Abstiegskampf.

Ruedi Kuhn
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Wohlen mit Yannick Kakoko (l.) enttäuschte zuletzt schwer. Frei/Archiv

Wohlen mit Yannick Kakoko (l.) enttäuschte zuletzt schwer. Frei/Archiv

GERRY FREI

Die Abfahrt des FC Wohlen im Stadion Niedermatten am Gründonnerstag ist um 8 Uhr. Läuft alles nach Plan, wird die Mannschaft erst zirka 17 Stunden später, also um 01.00 Uhr, nach Hause zurückkehren.

Andy Wyder spricht von einer speziellen, weil ungewohnten Herausforderung. «Der Grund für die frühe Abfahrtszeit liegt auf der Hand», sagt der Präsident.

«Wir wollen dem Staurisiko aus dem Weg gehen. Trainer und Spieler sollen die Fahrt durch den Gotthard-Tunnel bereits um 10 Uhr geschafft haben. Nach der Einquartierung in einem Tageshotel können sie sich in Ruhe und mit der nötigen Konzentration auf das Spiel in Lugano vorbereiten.»

Rück- statt Befreiungsschläge

Ob sich die Reise ins Stadio Cornaredo in sportlicher Hinsicht lohnen wird, ist fraglich. Sehr fraglich sogar. Statt Befreiungsschläge gab es für den FC Wohlen zuletzt zwei Pleiten.

Das 0:2 in Locarno und die 0:3-Heimniederlage gegen Biel sind im Kampf gegen den Abstieg herbe Rückschläge. Ein Grund für die zwei Niederlagen ist wohl die Unerfahrenheit.

«Wir hatten im Verlauf der zwölf Jahre in der Challenge League noch nie eine so junge Mannschaft», hält Wyder fest.

«Die fehlende Routine führte zuletzt dazu, dass der eine oder andere Spieler ungewohnte Fehler gemacht hat. Das Ganze wird mehr und mehr zu einer Kopfsache.»

Noch ein Punkt vor Locarno

Sieben Runden vor Schluss beträgt Wohlens Vorsprung auf Locarno noch immer ein Punkt. Im zähen Ringen gegen die Relegation in die 1. Liga Promotion zeichnet sich mehr und mehr ein Duell zwischen diesen beiden Klubs ab.

Am Sonntag, 27. April, kommt es im Freiamt zum Kellerduell. Fällt dann schon die Entscheidung? «Nein», erklärt Wyder. «Natürlich hat das Spiel gegen Locarno wegweisenden Charakter. Aber danach gibt es für beide Teams immer noch je fünf Chancen auf den Ligaerhalt.»

Doppelchance für die Wohler

Der FC Wohlen hat im Zweikampf mit Locarno quasi eine Doppelchance. Einerseits sportlich, anderseits am grünen Tisch: Den Tessinern wurde wegen finanzieller Probleme nämlich die Lizenz für die Challenge League in erster Instanz verweigert.

Momentan weiss keiner genau, wie es um Locarno steht. Die Bemühungen um einen FC Ticino sind in den vergangenen Wochen ins Stocken geraten. Vielleicht ist der FC Locarno nach Bellinzona der zweite Südschweizer Klub, der innert kürzester Zeit in Konkurs geht.

Solche Sorgen muss sich der FC Wohlen nicht machen. «Der Abstieg ist für uns zum jetzigen Zeitpunkt kein Thema», sagt Wyder. «Es gibt keinen Plan B.»

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