Beachsoccer

16'000 Franken für den maximalen Erfolg – Aargauer Beachsoccer-Girls wollen das Triple

Ramona Birrfelder fungiert als Captain der Havana Shots.

Die Frauen der Havana Shots haben grosse Ziele und brauchen für die Teilnahme an der Champions League des Beachsoccer viel Geld. Eine Lösung dafür haben sie bereits in petto. Auf dem Weg zum ganz grossen Erfolg gibt es trotzdem noch einige Hürden zu überwinden.

Es ist noch immer ziemlich kalt an den Abenden Ende März. Auf einem Platz hinter dem Gelände eines bekannten internationalen Grosskonzerns haben sich ein paar Frauen zusammengefunden.

Drei von ihnen stehen schon auf dem Sand und passen sich die Bälle in der typischen hohen Spielweise des Beachsoccer zu. Nach und nach kommen weitere Spielerinnen hinzu. Sie schälen sich aus ihren Daunenjacken.

Ein bisschen Überwindung kostet es, die wohlige Wärme zu verlassen, doch gleich beginnt das Training. Beim Einlaufen werden sie dann warm kriegen, versichern sich die Frauen gegenseitig.

Hohe Ambitionen

Aber weshalb trainieren sie schon jetzt, bei dieser Kälte? Nun, die Frauen der BSC Havana Shots Aargau haben sich für die kommende Saison hohe Ziele gesteckt: «Wir wollen alles gewinnen, das Triple!», sagt Trainer Michi Woodtli.

Unmöglich ist das nicht. Die Beachsoccer-Spielerinnen haben sich mit dem Titel im letzten Jahr für den «Euro Winners Cup» qualifiziert, zum dritten Mal in Folge. 2017 haben sie die Champions League des Beachsoccer schon gewonnen, bei der ersten Teilnahme.

«Wir müssen schon Anfang März mit dem Training beginnen, das macht die Konkurrenz aus Spanien und Portugal auch, nur ist es bei ihnen schon etwas wärmer», erklärt Captain Ramona Birrfelder. Ein Trainingsrückstand nur wegen der Temperaturen, das liegt nicht drin, wenn man alles gewinnen will. 

Finanzielle Hürde

Die Märzkälte in der Schweiz ist aber nicht die einzige Hürde für die fünffachen Schweizer Meisterinnen. Die Teilnahme an der Turnierwoche in Nazaré ist nicht ganz günstig. Etwa 16'000 Franken für den Flug nach Portugal und die Hotelzimmer für die 15 Spielerinnen und für ihn, rechnet Trainer Michi Woodtli vor.

Gerade für Studentinnen und Auszubildende im Team ein ganz schön grosser Brocken. Doch auch für dieses Problem haben die Frauen eine Lösung gefunden: Crowdfunding.

«Sponsoren haben wir nicht viele, Beachsoccer ist einfach nicht so attraktiv. Es fehlt uns die Aufmerksamkeit, um mehr als Trikotsponsoren zu erreichen», erklärt Woodtli. «Also versuchen wir es mit dem Crowdfunding. Damit können wir unsere Bekannten und Fans erreichen und sie um kleine Beträge anfragen.»

Und es funktioniert. 72 Unterstützer haben fast 7'000 Franken gespendet. Noch 13 Tage bleiben, um das Ziel von 8'000 Franken zu erreichen. «Wir sind sehr glücklich, dass es so gut klappt. Natürlich sagen wir auch nicht Nein, wenn etwas mehr zusammenkommt», meint der Trainer zum Sammlungserfolg.

Fussball oder Beachsoccer

Wie kommt man eigentlich dazu, in der Schweiz Beachsoccer zu spielen? Shots-Captain Ramona Birrfelder gehörte zu den ersten, die bei Frauenteam gespielt hat. «Die meisten von uns kamen über den Rasenfussball oder über Futsal zu uns. Ich selbst habe den Sport entdeckt, als ich mit meinem Rasenfussballteam an einem Beachsoccer-Plauschturnier in Deutschland teilgenommen habe. Als dann in Zürich das erste Frauenteam entstand, habe ich endgültig gewechselt», erzählt Birrfelder. 

Den Vergleich mit dem Spiel auf Rasen braucht Beachsoccer nicht zu scheuen. «Es ist einfach technischer, die Pässe sind hoch und anspruchsvoll zu spielen, es ist auch viel schneller und es gibt mehr Tore.» Die Chancen für eine erfolgreiche Saison stehen gut.

Der Zusammenhalt ist gross und die Frauen haben trotz der Kälte viel Spass im Training. Michi Woodtli ist überzeugt: «Wir schaffen das Triple aus Cup, Meistertitel und Euro Winners Cup. Die Frauen haben es drauf. Jetzt müssen wir nur noch das Quäntchen Glück haben, das man bei Turnieren braucht.»

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