Unterstützung

1,5 Millionen liegen bereit: FC Aarau braucht Bundesgelder, um Zahlungsfähigkeit zu sichern

Weil der FC Aarau derzeit keine Tickets verkaufen darf, ist er auf Bundesgelder angewiesen.

Weil der FC Aarau derzeit keine Tickets verkaufen darf, ist er auf Bundesgelder angewiesen.

Beiträge à fonds perdu und zinslose Darlehen – im Brügglifeld beantragt man zur Liquiditätssicherung Unterstützung aus Bern. Eine Kehrtwende nach langer Ablehnhaltung. Doch die Geisterspiele bringen auch einen gesunden und seriös geführten Klub wie den FC Aarau unter Zugzwang.

Lange waren für den FC Aarau Unterstützungsgelder vom Bund kein Thema. Zu streng die Auflagen, um die Darlehen zurückzuzahlen. Das Geld hätte die Probleme von heute lediglich auf morgen verschoben.
Mittlerweile ist dies anders. Aus zwei Gründen:

Erstens: Die Darlehen an die Profiklubs werden nun zinslos gewährt und die anfänglich vom Bund geforderte Solidarhaftung aller 20 Klubs, wenn einer von ihnen den Kredit nicht zurückzahlen kann, ist vom Tisch. Zudem hat der Bundesrat am vergangenen Mittwoch beschlossen, die Klubs für entgangene Ticketeinnahmen à fonds perdu zu entschädigen – und an Geldgeschenken ist naturgemäss jeder Klub interessiert.

Zweitens: Die düstere und nicht unwahrscheinliche Zukunftsaussicht, wonach wegen Corona bis zum Ende der laufenden Saison vor leeren Rängen gespielt wird, bringt auch einen gesunden, seriös geführten und breit abgestützten Klub wie den FC Aarau unter Zugzwang: Irgendwann steht auch ihm das Wasser zum Hals, wenn fast ein Jahr lang nur Geld ausgegeben, aber keines eingenommen wird.

Für die à fonds perdu Beiträge gilt: Sie sind bislang lediglich eine Skizze. Erst nach der Behandlung durch das Parlament, das viele offene Fragen klären muss, werden die Teilnahmebedingungen klar sein und die Basis für die Entscheidung bilden, ob sich der FC Aarau tatsächlich bedient.

Die Wahrscheinlichkeit ist jedoch hoch: Die Auflage etwa, nach Erhalt der Gelder keine Dividenden auszuzahlen, sind per se erfüllt – Dividenden wurden in der FC Aarau AG noch nie ausbezahlt. Und Investitionskürzungen im Nachwuchsbereich, die der Bundesrat verbieten will, würden die im Sommer lancierte Strategie im Brügglifeld torpedieren, sind also trotz finanziell schwieriger Zeiten kein Thema.

Kredit von maximal 1,5 Millionen für den FC Aarau

Im Brügglifeld spekuliert man nach ersten losen Berechnungen mit einem à fonds perdu Beitrag zwischen 20000 und 30000 pro Geisterspiel. Immerhin! Doch egalisiert sind die massiven Einnahmeverluste seit Anfang März damit nicht. Und es ist wegen der vielen zu klärenden Detailfragen davon auszugehen, dass das Geld nicht vor dem nächsten Frühling fliesst.

Deshalb wird unabhängig davon beim Bund ein zinsloses Darlehen beantragen. «Der Verwaltungsrat der FC Aarau AG hat diesen Grundsatzentscheid gefällt, da wir so unsere Liquidität auch bei noch längerer Zeit andauernden Einschränkungen sichern können. Die vom Parlament beschlossenen Auflagen für einen Kreditbezug sind für uns gut erfüllbar», sagt Präsident Philipp Bonorand.

Ab 1. Dezember kann Geld beantragt werden, maximal 25 Prozent vom Betriebsaufwand der Saison 2018/19. Entsprechend hat er FC Aarau geschätzt 1,5 Millionen Franken zu Gute. Wie hoch das erbetene Darlehen sein wird, steht noch nicht fest – mindestens die Hälfte der 1,5 Millionen dürfte es jedoch sein. Anschliessend hat der FC Aarau zehn Jahre Zeit, das Darlehen zurückzuzahlen.

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