Kantonalturnfest Muri
1450 Wettkampfrichter sorgen in Muri für Ordnung: Die Regelhüter im Freiamt

In Muri messen sich 13 000 Sportler am Kantonalturnfest. Dabei sorgen 1450 Wettkampfrichter, dass alles fair über die Bühne geht.

Anes Filan
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Pius Stocker ist einer der erfahrensten Wettkampfleiter am Kantonalturnfest in Muri.

Pius Stocker ist einer der erfahrensten Wettkampfleiter am Kantonalturnfest in Muri.

Leo Eiholzer

«Am Schluss zählt nur die Kameradschaft!» So lautet das Motto von Pius Stocker. Der 78-Jährige aus Obermumpf gehört zu den erfahrensten Wettkampfrichtern, die dieses Jahr am Kantonalturnfest in Muri für Recht und Ordnung an den Spielen sorgen. Er ist schon seit über 40 Jahren an Turnfesten im Einsatz.

Stocker steht am Samstag bei der Disziplin «Unihockey im Team» am Spielfeldrand und sorgt dafür, dass alles regelkonform abläuft. Doch er ist nicht der Einzige. Im Freiamt sind für die rund 13 000 Turner, die aus der ganzen Schweiz kommen, 1450 Wettkampfrichter über die zwei Wettkampfwochenenden verteilt im Einsatz. Bei jeder Disziplin sind immer mindestens drei bis fünf Richter anwesend, um nach Bedarf in das Spielgeschehen einzugreifen und die Wettkämpfer zurechtzuweisen.

Wettkampfleiter Guido Humbel im Kurz-Video-Interview:

Jeder Verein, der am Kantonalturnfest in Muri teilnimmt, muss pro zehn Teilnehmern auch einen Wettkampfrichter anmelden. Diese mussten, falls sie schon einmal eine Ausbildung besucht hatten, eine Fortbildung absolvieren. «Die Prüfungen sind aber nicht wirklich schwer», meint Wettkampfrichter Stocker. Richter ohne Grundausbildung mussten einen Grundkurs bestehen. Die Kurse sind je nach Disziplin verschieden, ein Gymnastik-Richter durchläuft nicht die gleiche Ausbildung wie ein Leichtathletik-Richter. Zudem müssen die Prüfungen jedes Jahr wiederholt werden.

«Die Arbeit als Kampfrichter ist mehr oder weniger immer dieselbe», meint der 78-jährige Stocker. Der Richter sorgt dafür, dass bei den Wettkämpfen alles fair abläuft. Doch natürlich hat sich im Wandel der Zeit auch vieles geändert. «Früher gab es viel weniger Disziplinen. Heute gibt es zum Beispiel mehr junge Leute, die Gymnastik und Tanz praktizieren.» Auch das Outfit der Wettkampfrichter hat sich nach und nach geändert. «Wir Männer trugen früher immer weisse Shirts, die Frauen blaue Röcke», so Stocker. «Heute ist alles viel bunter.»

Bilder zum Kantonalturnfest:

Am Sonntag kam am Turnfest der Nachwuchs zum Zug.
6 Bilder
Ein Wettkampfrichter gibt die letzten Instruktionen, bevor es für den Turner ernst wird.
Wie gut sich wohl der Nachwuchs schlägt?
Die Stimmung im Zelt war, wie schon an den letzten Tagen, ausgelassen.
Die Wettkämpfer beim Turnen.

Am Sonntag kam am Turnfest der Nachwuchs zum Zug.

foto-net / Alexander Wagner

Schiedsrichter werden immer wieder die Zielscheibe von Beschuldigungen, vor allem im Fussball oder Eishockey. Die Mannschaft, die verliert, hat immer schnell einen Sündenbock gefunden. Doch ist das an Turnfesten auch der Fall? «Nein», meint Stocker. «Wettkampfrichter werden fast nie beleidigt. Klar, es gibt manchmal Meinungsverschiedenheiten, aber die werden in der Regel schnell geklärt.»

An den Turnfesten sei die Stimmung lockerer. Der Spass und der Sportsgeist stehen im Vordergrund. Trotzdem gibt es manchmal Unstimmigkeiten zwischen dem Sportler und dem Wettkampfrichter. «Heute (Samstag; Anm. d. Red.) gab es zwei Zwischenfälle, wo die Wettkämpfer nicht mit meinen Entscheidungen einverstanden waren. Wenn so etwas passiert, holt man meistens den Chef, der die Situation schnell klären kann», sagt Stocker.

«Jedes Turnfest ist einzigartig»

Stocker ist schon seit 40 Jahren Wettkampfrichter an Turnfesten, national sowie international. «Letztens war ich in Berlin, im September geht es nach Slowenien.» Stocker, der schon an sieben eidgenössischen Turnfesten mit von der Partie war, geniesst jedes Turnfest, als wäre es das Erste. «Ich habe keine spezielle Erinnerung an einen Moment, die nennenswert wäre. Jedes Turnfest ist einzigartig für mich. Das ist das Schöne an diesen Veranstaltungen.»