Fussball
140'955 Franken Schulden, 12 Spieler weg: Der FC Baden steht vor dem Umbruch

Der mit grossen finanziellen Mitteln forcierte Aufstieg in die 1. Liga Promotion hat der FC Baden verpasst. Das hinterlässt Spuren. Bereits jetzt haben etliche Spieler den Verein verlassen – unter anderem zum Kantonsrivalen Muri.

Fabio Baranzini
Merken
Drucken
Teilen
Wer sitzt in der nächsten Saison auf der Badener Spielerbank? Lüscher

Wer sitzt in der nächsten Saison auf der Badener Spielerbank? Lüscher

Zum wiederholten Mal hat der FC Baden den Aufstieg verpasst. Die Mannschaft von Trainer Sven Christ verlor in den Aufstiegsspielen gegen Le Mont-sur-Lausanne und zog auch im Entscheidungsspiel um den allfälligen dritten Aufstiegsplatz gegen Terre-Sainte mit 2:4 den Kürzeren.

Damit verbleibt die dritte Kraft im Aargauer Fussball in der 1. Liga Classic. Eine unbefriedigende Situation für Klubpräsident Thomi Bräm. Nun hat er die Konsequenzen gezogen.

«Nachdem wir unbedingt aufsteigen wollten und uns in den vergangenen Jahren eine teure Mannschaft geleistet haben, ist jetzt eine Budgetreduktion angesagt», sagt Bräm. Betroffen davon seien alle Abteilungen des Vereins.

Gemäss dem Geschäftsbericht des letzten Jahres belaufen sich die Schulden der Badener auf 140'955 Franken. Entsprechend wird das Budget in diesem Jahr um 150'000 Franken korrigiert.

«Einerseits gibt es Sparmassnahmen und andererseits sind zusätzliche Einnahmen geplant», erklärt Bräm. So soll der Verein in den kommenden beiden Jahren das negative Eigenkapital wieder ausgleichen.

Die Badener plagen im Hinblick auf die kommende Saison aber noch ganz andere Sorgen. Gleich zwölf Spieler haben gemäss Angaben von Trainer Christ den Verein verlassen. Pikant daran: Mit Michael Koch, Michael Ludäscher, Burim Zeqiraj und Nikola Marjanovic haben gleich vier Spieler zum Liga- und Kantonsrivalen Muri gewechselt.

Vor allem die Abgänge von Topskorer Koch (13 Tore) und Mittelstürmer Marjanovic (6), die in der vergangenen Saison gemeinsam fast einen Drittel aller 61 Badener Tore geschossen haben, wiegen schwer.

Auf die Frage, wie die Abgänge kompensiert werden und wie das Kader für die nächste Saison aussehen wird, wollte Bräm noch keine Antwort geben. Er verwies dabei auf die offizielle Spieler-Präsentation am 26. Juli.

Doch was steckt hinter den vielen Abgängen? Michael Koch konnte für eine Stellungnahme erreicht werden. «Es ist schon ein wenig ungewöhnlich, dass so viele Spieler auf einmal den Verein verlassen», sagt er.

Über die Gründe kann aber auch er nur spekulieren. Etwa weil der Verein finanziell kürzer treten muss?

«Das war zumindest nicht mein Beweggrund. Ich habe wegen der Kollegen zu Muri gewechselt. Wir standen schon länger in Kontakt», sagt Koch. Der Topskorer gibt jedoch zu, dass der Vierfach-Wechsel von Baden zu Muri nicht ganz zufällig kommt.

«Wir haben sicherlich das eine oder andere Mal darüber gesprochen, wohin wir wechseln könnten. Am Ende hat es sich aber einfach ergeben.»

Präsident Thomi Bräm will trotz der Abgänge und des Sparkurses den eingeschlagenen Weg beibehalten. «Wir wollen eigene junge Spieler ausbilden und ihnen eine Chance geben», sagt Bräm. Auch die Zusammenarbeit mit dem Team Aargau wird wie bisher weitergeführt.