Aargauer Fussball

14 Teams, 14 Ziele, eine Liga – so ticken die Zweitligisten

Der amtierende Aargauer Cupsieger FC Klingnau und 13 weitere Teams starten am Wochenende (17. bis 19. August) in die neue Spielzeit 2. Liga regional.

Der amtierende Aargauer Cupsieger FC Klingnau und 13 weitere Teams starten am Wochenende (17. bis 19. August) in die neue Spielzeit 2. Liga regional.

Vor dem Saisonstart der 2. Liga Aargau haben wir die teilnehmenden Mannschaften besucht und jeweils mit einer Person über Ziele und Träume gesprochen. Entstanden ist ein spannender Überblick und die Erkenntnis: Ob Aufstiegstraum oder Abstiegskampf – ambitioniert und engagiert sind alle Teams.

Durim Ibrahimi, FC Frick

Durim Ibrahimi: «Es war eine meiner besten Saisons, die ich je gespielt habe.»

Durim Ibrahimi: «Es war eine meiner besten Saisons, die ich je gespielt habe.»

  

Der 27-jährige Durim Ibrahimi hat in der vergangenen Saison für den FC Frick sehr oft getroffen. Und doch einmal zu wenig, um sich die Torjägerkrone zu sichern. Das fuchst ihn. Auch jetzt noch, wo die neue Spielzeit kurz vor der Tür steht. «Als ich dann noch erfahren habe, wie glücklich Gezim Zeqiraj das entscheidende 32. Tor gemacht hat, war das gleich doppelt ärgerlich», sagt Ibrahimi. Trotzdem ist der Mann aus Frick zufrieden mit seiner Ausbeute. 31 Tore sind es geworden und somit hat er fast die Hälfte aller Tore seiner Mannschaft(insgesamt 63) erzielt. Nicht erstaunlich also, dass Ibrahimi sagt: «Es war eine meiner besten Saisons, die ich je gespielt habe. Und ich blieb verletzungsfrei.»

Dies waren viele seiner Mitspieler nicht. «Wir hatten vor allem in der Rückrunde enorm viele verletzungsbedingte Ausfälle – das hat uns wohl daran gehindert, noch weiter vorne in der Tabelle mitzumischen (6. Rang; d. Red.)», sagt der Stürmer des FC Frick. Nun will Ibrahimi, welcher die Nachwuchsstufen beim FC Aarau durchlaufen hat, vorausschauen: «Trainer Samuele Drakopulos (ehemaliger Stürmer des FC Aarau; d. Red.) hat gesagt, dass wir vor allem im physischen Bereich eine Schippe drauflegen müssen.» Wenn das gelinge, ist Ibrahimi überzeugt, könne sein Team ganz vorne mitspielen. Auch, weil es auf allen Positionen hervorragend besetzt sei. Und wenn Ibrahimi nochmals so oft trifft wie in der vergangenen Spielzeit, sollte dem nichts im Weg stehen.

Dany Bolliger, FC Gontenschwil

Dany Bolliger: «Wenn du nicht aufsteigen willst, fehlt in gewissen Spielen unbewusst der letzte Wille, alles zu geben.»

Dany Bolliger: «Wenn du nicht aufsteigen willst, fehlt in gewissen Spielen unbewusst der letzte Wille, alles zu geben.»

  

«Am Schluss hat die Spannung gefehlt», sagt der 32-jährige Dany Bolliger angesprochen auf die letzten vier Spiele der vergangenen Saison, welche alle verloren gingen. Trotzdem schaut er auf eine gelungene Spielzeit mit dem FC Gontenschwil zurück, die das Team auf dem vierten Rang abgeschlossen hat. Und dies, obwohl der Klub nach der Hinrunde noch an der Tabellenspitze stand. «Wenn du nicht aufsteigen willst, fehlt in gewissen Spielen unbewusst der letzte Wille, alles zu geben», sagt Bolliger. Geschmerzt habe mehr, dass man in der 1. Cup-Runde ausgeschieden sei.

Zusammen mit Marc Zahnd ist Bolliger Spielertrainer des Teams. Eine Aufgabe, die dem Verteidiger gefällt, ihn aber auch fordert. «Besonders dann, wenn ich selber keine gute Leistung abliefere.» Trotzdem wird seine Rolle akzeptiert. Auch dann, wenn Bolliger bei der Startaufstellung den einen oder anderen auf die Bank setzen muss. «Wir haben im Vergleich zu anderen Zweitligisten viele Routiniers. Und viele Spieler haben schon in höheren Ligen gespielt, da steht vor allem der Spass im Vordergrund», sagt er. Auch Dany Bolliger schnupperte beim FC Aarau am Profifussballgeschäft. «Am Schluss hat ein Quäntchen gefehlt – so hat es mir zumindest der damalige Cheftrainer Andy Egli gesagt.» Im ersten Moment sei das zwar bitter gewesen, im Nachhinein aber eine wichtige Lebensschule und eine schöne Erfahrung. Bolliger schaut voraus und sagt: «Unsere Ziele bleiben Jahr für Jahr die gleichen. Wir wollen im oberen Tabellendrittel mitspielen und im Cup weit kommen.»

Alessandro Renna, FC Klingnau

Alessandro Renna: «Der Cupsieg in Frick war ein grossartiges Gefühl.»

Alessandro Renna: «Der Cupsieg in Frick war ein grossartiges Gefühl.»

  

Der FC Klingnau war die Mannschaft der Rückrunde. Von Rang 8 stiess das Team mit 12 Siegen in 13 Spielen bis auf den zweiten Platz vor. Eine Steigerung, die eng mit den Zuzügen von Alessandro Renna und Yves Scherrer zur Rückrunde zusammenhängt. «Ich glaube, wir konnten für die nötige Stabilität sorgen und helfen, dass jeder Spieler sein Potenzial besser ausschöpfen konnte», sagt der 27-jährige Renna, welcher im zentralen Mittelfeld spielt und als Stratege agiert. Mit seiner Leistung ist Renna zufrieden, ausser dass er in der Finalissima um den Aufstieg gegen die Eagles Aarau zu wenig Impulse geben konnte: «Da müsste ich noch mehr als Vorbild vorangehen. Es war schon bitter, so knapp vor dem Aufstieg noch zu scheitern.» Renna, welcher beim FC Aarau die Nachwuchsstufen durchlaufen hat und viel Erfahrung aus der 1. Liga bei Baden, Seefeld und Tuggen mitbringt – wurde vom ambitionierten Zweitligisten FC Klingnau sowieso im Hinblick auf die neue Saison geholt. «Jetzt wollen wir aufsteigen. Und ich bin der Meinung, dass wir gute Chancen dazu haben», sagt Renna.

Der FC Klingnau ist amtierender Aargauer Cupsieger. «Der Cuperfolg in Frick war ein grossartiges Gefühl», erinnert sich Renna. Zudem eröffnet es dem Team die Möglichkeit, am Schweizer Cup teilzunehmen. In der ersten Hauptrunde treffen die Klingnauer auf einen Walliser Zweitligisten. Sollten sie sich durchsetzten, dürfen sie erneut auf Losglück und einen starken Gegner aus der Challenge oder Super League hoffen. «Am liebsten würde ich gegen den FC Aarau spielen», sagt Renna lächelnd.

Zelimir Skopljak, FC Oftringen

Zelimir Skopljak: «Wir wollen möglichst schnell den Ligaerhalt sicherstellen und dann schauen, wie weit nach oben es reicht.»

Zelimir Skopljak: «Wir wollen möglichst schnell den Ligaerhalt sicherstellen und dann schauen, wie weit nach oben es reicht.»

  

«Die Euphorie ist noch spürbar», sagt Zelimir Skopljak aus Oftringen. Der 28-Jährige ist für die Rückrunde zu seinem Heimatverein zurückgekehrt und konnte Entscheidendes zum Aufstieg beitragen. «Da ich nicht so oft trainieren konnte, wurde ich zwar oft nur eingewechselt, konnte dann aber die Mannschaft positiv beeinflussen», sagt er. Als grösste Stärke sieht Skopljak den «sehr guten Teamgeist». «Fast alle Jungs sind von hier, spielen seit Jahren zusammen und unternehmen auch abseits des Fussballplatzes etwas zusammen.» Seinem Team traut er in der nächsten Saison viel zu. «Wir wollen möglichst schnell den Ligaerhalt sicherstellen und dann schauen, wie weit nach oben es reicht.» Als Vorbild wolle sich das Team den FC Mutschellen nehmen, welcher als Aufsteiger auf dem dritten Rang landete. Skopljak weiss aber, dass sein Team dafür auf dem Feld cleverer agieren muss. «In der 3. Liga wurden wir oft nachlässig und gaben klare Führungen fast noch aus der Hand.»

Skopljak hat für den Nachwuchs des FC Aarau gespielt und stand danach nahe am Sprung in die 1. Mannschaft. Er wurde jedoch immer wieder vertröstet und hörte Sätze wie: «Du musst Geduld haben, deine Zeit kommt noch.» Sie kam nicht mehr, wie ihm der damalige Trainer René Weiler mitteilte. «Im Nachhinein hätte ich wohl mehr nachhaken müssen», sagt Skopljak. Trotzdem ist er froh, dass er diesen Weg gegangen ist. «Ich konnte fussballerisch viel lernen, bin super ausgebildet worden und es hat mir auch gezeigt, wie ich womöglich als Trainer später mal sein will.»

Olivier Häusermann, FC Aarau II

Olivier Häusermann: «Mein Team wird nicht hinten drin stehen. Ich gewinne lieber 7:4 als 1:0.»

Olivier Häusermann: «Mein Team wird nicht hinten drin stehen. Ich gewinne lieber 7:4 als 1:0.»

  

Olivier Häusermann übernahm auf diese Saison hin die 2. Mannschaft des FC Aarau als Trainer. Für den 40-Jährigen ist es eine Rückkehr zu seinen Wurzeln. «Meine Verbundenheit zu diesem Verein ist über all die Jahre bestehen geblieben», sagt er. Vom Juniorentrainer bis hin zum Videoanalysten für die 1. Mannschaft – diverse Aufgaben hat er beim Stadtverein erledigt. Nun übernimmt er eine neu zusammengesetzte Mannschaft aus vielen jungen Spielern und einigen Routiniers: «Die Aufgabe ist interessant, der Spielerkader war aber bis vor wenigen Wochen noch eine ziemliche Baustelle. Genauso wie der Kunstrasen-Platz im Schachen, welcher rundum erneuert wurde», sagt er. Es steht somit eine grosse Herausforderung an und nicht überraschend setzt Häusermann für die erste Spielzeit in der 2. Liga den Klassenerhalt zum Ziel: «Alles andere wäre als neues Team vermessen.»

Seine Mannschaft soll gut organisiert auftreten, in jeder Spielsituation die passende Raumaufteilung haben und einen gepflegten Fussball spielen. Sodass mögliche technische Defizite wettgemacht werden können. «Mein Team wird nicht hinten drin stehen», verspricht Häusermann und betont: «Ich gewinne lieber 7:4 als 1:0.» Häusermann ist Disziplin in den Trainings sehr wichtig und er freut sich, wenn die Spieler seine Inputs auf dem Feld umsetzen. «Es gibt nichts Schöneres, als wenn du im Training gewisse Dinge tausendmal üben lässt und diese im Spiel umgesetzt werden», erzählt er.

Nico Dätwyler, FC Kölliken

Nico Dätwyler: «Wir sind als Kämpfer-Mannschaft bekannt und müssen hart und vor allem miteinander arbeiten, um zu gewinnen.»

Nico Dätwyler: «Wir sind als Kämpfer-Mannschaft bekannt und müssen hart und vor allem miteinander arbeiten, um zu gewinnen.»

  

Nico Dätwyler hat eine schwierige Saison hinter sich. Aufgrund eines angerissenen Kreuzbandes verpasste er die Hinrunde mit dem FC Kölliken. Als er dann als Abwehrchef zurückkehrte, verlor sein Team vier Mal in Folge und konnte sich erst danach stabilisieren, was am Ende zu Rang acht reichte. Dass der 25-Jährige mit der vergangenen Saison nicht zufrieden ist, kommt nicht überraschend: «Wir scheitern Jahr für Jahr daran, dass wir nicht konstant eine Spielzeit durchspielen können.» Erst nach einer Weile sei jedem klar geworden, was es brauche um erfolgreich zu sein: «Wir sind als Kämpfer-Mannschaft bekannt und müssen hart und vor allem miteinander arbeiten, um zu gewinnen.»

Wenn Nico Dätwyler auf die bevorstehende Saison blickt, dann gelten dieselben Ziele wie jedes Jahr: «Möglichst schnell 30 Punkte holen. Diese gelten als Marke, um den Ligaerhalt zu schaffen», sagt er. Anschliessend wolle man Spiel für Spiel nehmen und schauen, wie weit nach vorne es reicht. Persönlich erhofft er sich eine verletzungsfreie Saison. Die Nachwuchsstufen absolvierte er beim FC Aarau und beim FC Wohlen, ehe er zu Kölliken wechselte und nun bereits die 7. Spielzeit in Angriff nimmt. Dätwyler ist froh und zufrieden, wie es herausgekommen ist und sagt: «Ich stehe sehr gerne mit meinen Freunden auf dem Fussballplatz.» Ganz besonders freut ihn, dass sein Bruder Severin aus der 1. Liga Promotion zu seinem Team gewechselt hat. «Er wird uns bestimmt verstärken können.»

Foti Konstantin, FC Rothrist

Foti Konstantin: «Wenn wir unser Budget anschauen, gehören wir in die 2. Liga regional.»

Foti Konstantin: «Wenn wir unser Budget anschauen, gehören wir in die 2. Liga regional.»

  

Foti Konstantin ist Vize-Präsident des FC Rothrist. Da er im Verein diverse Aufgaben ausführt, unter anderem die Abwicklung von Transfers, ist er sehr nahe an der 1. Mannschaft. Der letztjährige Abstieg aus der 2. Liga inter sei kein grosses Unglück, sagt der 55-Jährige. «Wenn wir unser Budget anschauen, gehören wir in die 2. Liga regional.» Trotz starker Rückrunde konnte der FC Rothrist den Abstieg nicht verhindern. Der Vize-Präsident sieht den Grund dafür vor allem im zu schmalen Kader. «Mit 18 Spielern waren wir zu knapp aufgestellt.» Dies soll sich auf die neue Saison hin ändern. Konstantin ist zuversichtlich, denn trotz Abstieg seien bisher fast alle Spieler geblieben: «Bei Abstiegen hört man oft, dass die Hälfte der Spieler den Verein verlassen.»Nicht so in Rothrist. 

Rothrist will in der neuen Saison vorne mitspielen – die Top 3 sollen es werden. «Und im Cup wollen wir etwas erreichen», sagt Konstantin. Positiv stimmt ihn, dass die Spieler trotz Abstieg gewillt seien, weiterhin drei Mal pro Woche zu trainieren. Ein Vorteil könnte sein, ist er überzeugt, dass Rothrist aufgrund der zweijährigen Erfahrung in der 2. Liga inter, ein höheres Niveau gewohnt sei. Er selber ist seit über 30 Jahren beim FC Rothrist. Zuerst war er Spieler, dann Trainer und anschliessend vor allem in der Funktion als Vize-Präsident tätig. «Wir haben hier etwas Tolles aufgebaut – sei es die grosse Juniorenabteilung, die Aktivmannschaften oder die starke Senioren-/Veteranen-Abteilung.»

Igor Drmic, FC Lenzburg

Igor Drmic: «Ich sage immer: Kreiert Stimmung, haltet sie und lasst unter keinen Umständen zu, dass sie kaputtgeht.»

Igor Drmic: «Ich sage immer: Kreiert Stimmung, haltet sie und lasst unter keinen Umständen zu, dass sie kaputtgeht.»

  

Der FC Lenzburg hat eine durchzogene Saison hinter sich. Nach der Vorrunde vermeldete der Verein elf Abgänge. Dann erst kehrte Ruhe ein. In der Sommerpause blieb die Stammelf nun mehr oder weniger gleich. Der Grund? «Die Mannschaft hat zueinander gefunden», erklärt Trainer Igor Drmic. Dank einer konstanten Rückrunde schafften es die Lenzburger bis zum Saisonende auf den fünften Rang. «Nur drei Punkte mehr hätten gereicht, um auf Platz drei zu landen», sagt Drmic ehrgeizig.

Ehrgeizig ist auch sein Ziel für die kommende Saison: «Wir wollen aufsteigen.» Dazu müsse der Teamspirit nicht nur auf, sondern auch neben dem Platz stimmen. «Unsere Spieler sammeln beispielsweise gemeinsam Sponsorenbeiträge für die Mannschaft. Und als wir als Verein die Papiersammlung organisierten, sind fast 20 Spieler freiwillig aufgetaucht.» Eine so starke Identifikation mit dem Team sei nicht die Regel. Für eine erfolgreiche Saison sei sie jedoch unverzichtbar. Deshalb erwartet der Trainer diese Identifikation mit dem Verein auch von den neuen Spielern. Drmic legt deshalb bei Transfers viel Wert auf den Bezug zur Region. Was aber nicht bedeute, dass sich im Kader schon alle kennen müssen. Am Ende des Tages müssten die Spieler nicht alle befreundet sein, «aber sie müssen alle in die gleiche Richtung schauen», findet Drmic. «Ich sage immer: Kreiert Stimmung, haltet sie und lasst unter keinen Umständen zu, dass sie kaputt geht.» In Kombination mit drei wöchentlichen Trainings und vielen Testspielen ist das Erfolgsrezept also klar.

Manuel Calvo, FC Suhr

Manuel Calvo: Ich denke, ich kann die Mannschaft zum Erfolg führen.»

Manuel Calvo: Ich denke, ich kann die Mannschaft zum Erfolg führen.»

  

Nach einer schwierigen Saison soll er wieder frischen Wind in die Mannschaft bringen: Manuel Calvo. Der neue Trainer beim FC Suhr will den Verein zurück auf die Erfolgsspur bringen. «Es ist nicht so, als wäre in der vergangenen Saison alles schlecht gewesen, schliesslich ist der Verein bis in den Cupfinal gekommen. Was ich aber ein wenig vermisste, war eine gewisse Stabilität. Die neue Saison soll auf jeden Fall weniger turbulent sein, als die vergangene. Das Ziel ist, uns in der 2. Liga zu etablieren.»

Warum gerade er der Richtige für diese Aufgabe ist, erklärt Calvo so: «Ich war bis vor kurzem selbst Spieler, ich weiss, worauf die Spieler heute Wert legen. So kann ich die Mannschaft mit einer attraktiven Trainingsgestaltung spielerisch fordern.» Der 37-Jährige spielte bis vor knapp vier Jahren aktiv. Zuletzt bei Suhr und Ligarivale Lenzburg. Zuvor spielte er in verschiedenen Klubs, auch in der Super League für Aarau und in der Challenge League für Baden. «Ich denke, ich kann die Mannschaft zum Erfolg führen.» Wichtig sei dafür eine gute Stimmung im Team. «Ich will, dass jeder mit einem Lachen hierherkommt und auch mit einem vom Platz läuft.» Mit guter Laune sei es wesentlich einfacher, fokussiert zu bleiben. Er legte viel Wert auf die Zusammenstellung des Kaders. «Ich habe mich früh mit dem Sportchef zusammengesetzt. Das Team sollte nicht erst Ende August stehen.» So habe er jetzt Charaktere, die zusammenpassen. «Das ist mir wichtig, zuvor fehlte der Teamspirit.»

Gezim Zeqiraj, FC Othmarsingen

Gezim Zeqiraj: «Wir wollen den Cup gewinnen und die Spitzenteams in der Liga etwas ärgern.»

Gezim Zeqiraj: «Wir wollen den Cup gewinnen und die Spitzenteams in der Liga etwas ärgern.»

  

32 Mal traf Gezim Zeqiraj in der vergangenen Saison das gegnerische Tor, und doch hat er ein Ziel verfehlt. «Wir wollten im Cup möglichst weit kommen. Es hat aber nur für den Viertelfinal gereicht», erklärt der 33-Jährige. Seine Tore in der Saison waren trotzdem wichtig: Zeqiraj wurde zum Liga-Torschützenkönig gekürt – und das zum dritten Mal in Folge. Diese Leistung zu wiederholen, ist aber nur zweitrangig. Seine Aufmerksamkeit gilt nach der Sommerpause auch den ganz Kleinen auf dem Platz. «Ab Sommer werde ich beim FC Wohlen die U11 übernehmen. Ich weiss noch nicht, ob ich dann noch bei jedem Match dabei sein werde», erzählt Zeqiraj, der selber einen kleinen Sohn hat.

Trotzdem habe sich das Mannschaftsziel nicht verändert: «Wir wollen den Cup gewinnen und die Spitzenteams in der Liga etwas ärgern», sagt er schmunzelnd. Vor allem wolle er aber verletzungsfrei durch die Saison kommen und nichts mit dem Abstieg zu tun haben. Viel verändern werde man intern nicht. Mit Ausnahme der Rekrutierung junger Spieler. «Wir werden sicher den eigenen Nachwuchs mehr integrieren. Schliesslich sind sie unsere Zukunft. Einige der Spieler sind noch nicht mal 16 Jahre alt. Die muss man zuerst an das Niveau gewöhnen. Ein alter Hase wie ich, kann da ganz gut helfen, denke ich.» Vier Junioren trainieren in der Vorbereitung mit der ersten Mannschaft mit. Zusätzlich stosse ein alter Bekannter zum Team. «Mein Bruder Burim kommt, darauf freue ich mich.»

Ralf Meier, FC Niederwil

Ralf Meier: «Den Klassenerhalt wollen wir mit einer Mannschaft aus eigenen Leuten schaffen. Mit einem Team aus Spielern, die zu uns passen.»

Ralf Meier: «Den Klassenerhalt wollen wir mit einer Mannschaft aus eigenen Leuten schaffen. Mit einem Team aus Spielern, die zu uns passen.»

  

Fast hätte es schon im Sommer 2017 geklappt und der FC Niederwil wäre in die 2. Liga Aargau aufgestiegen. Im entscheidenden Spiel machte die Nervosität dem jungen Team, das im Schnitt zwischen 21 und 23 Jahren alt war, jedoch einen Strich durch die Rechnung. Ein Jahr später, ein Jahr nach dem 40-jährigen Bestehen des Vereins, stimmte dann alles, wie Präsident Ralf Meier mit leuchtenden Augen erzählt: «Die Spieler waren ein Jahr reifer. Sie konnten besser mit dem Druck umgehen, den sie sich selber machen. Der Gedanke an die 2. Liga setzte ihnen im Vorjahr ganz schön zu. Ein kleines Vereinsziel war der Aufstieg darum jetzt schon.» Das wurde mit Bravour erfüllt. So gehören der Verein und das noch immer junge Team ab sofort zum Kreis der Aargauer Zweitlisten.

Das neue Ziel? «Der Klassenerhalt», sagt Meier. «Den wollen wir mit einer Mannschaft aus eigenen Leuten schaffen. Mit einem Team aus Spielern, die zu uns passen.» Man wolle und könne nicht einfach starke Spieler von irgendwo her zu sich holen. Ein bis zwei Zuzüge kann sich Meier aber durchaus vorstellen: «Das werden dann aber eher Spieler sein, die zurückkommen wollen.» Die erste Mannschaft des FC Niederwil besteht hauptsächlich aus Eigengewächsen, die meisten Spieler aus dem Meistermannschaft haben bereits bei den Junioren zusammen gespielt. «Wir sind ein kleiner Verein. Ich bin aber überzeugt, dass wir mit harter Arbeit, grossem Wille und Leidenschaft eine gute Saison spielen werden.» Das junge Team werde an den Aufgaben weiter wachsen, sagt Meier.

Andreas Etter, FC Mellingen

Andreas Etter: «Wir werden dieses Jahr etwas mehr investieren. Das Ziel ist, nichts mit dem Abstieg zu tun zu haben und im Cup zu überwintern.»

Andreas Etter: «Wir werden dieses Jahr etwas mehr investieren. Das Ziel ist, nichts mit dem Abstieg zu tun zu haben und im Cup zu überwintern.»

  

Der FC Mellingen steht vor seiner dritten Saison in der 2. Liga Aargau. «Das erste Jahr in dieser Stärkeklasse war genial, es herrschte Euphorie und alle waren motiviert. Das kann man von der Saison 17/18 nicht behaupten», erklärt Andreas Etter. Der Mittelfeldspieler hat bis auf drei Jahre, die er als Junior beim FC Wohlen verbracht hat, seine gesamte fussballerische Laufbahn beim FC Mellingen absolviert. Damit ist er nicht der Einzige. «Der harte Kern, das sind etwa sechs oder sieben Spieler, war immer da. Wir sind wie eine kleine Familie.» In der Vorrunde der vergangenen Saison sei die Trainingspräsenz jedoch alles andere als optimal gewesen. Die Folge: Der letzte Tabellenplatz. «Auf die Rückrunde hin haben wir dann viel verändert und das Kader aufgestockt. Bis Ende Saison haben wir dann nur noch zwei Partien verloren.» Somit konnte der FC Mellingen die Klasse halten.

Trotz der guten Rückrunde verliessen rund zehn Spieler die Mannschaft des FC Mellingen per Ende Saison. «Viele hatten einfach keine Lust mehr zu spielen», sagt Etter. Die Spieler, die blieben, sind jedoch voller Vorfreude. Seitdem habe man unter anderem zwei A-Junioren in die erste Mannschaft geholt und Spieler aus Spreitenbach und Othmarsingen ins Team aufgenommen. «Wir wussten ja, dass es so nicht weiter gehen kann. Es musste sich etwas ändern», sagt Etter. Konkret trat die Änderung in Form eines freiwilligen dritten Trainings in Kraft. «Wir werden dieses Jahr etwas mehr investieren. Das Ziel ist, nichts mit dem Abstieg zu tun zu haben und im Cup zu überwintern.»

Fabian Riesen, FC Mutschellen

Fabian Riesen: «Die Spieler, die neu dazugekommen sind, machen mal einen guten Eindruck.»

Fabian Riesen: «Die Spieler, die neu dazugekommen sind, machen mal einen guten Eindruck.»

  

Nach einem mittelmässigen Start in die vergangene Saison lief es dem Aufsteiger immer besser. Der FC Mutschellen spielte eine fantastische Rückrunde und wurde mit dem dritten Tabellenplatz belohnt. Eine wichtige Rolle spielte dabei der Torwart Fabian Riesen. Er spielt beim FC Mutschellen seit er ein kleiner Junge ist. Das Erfolgsrezept der vergangenen Saison war seiner Meinung nach relativ simpel: «Die Spiele, die wir in der Vorrunde knapp verloren haben, haben wir in der Rückrunde plötzlich gewonnen.» Zudem habe man an der mentalen Geschlossenheit der Mannschaft gearbeitet.

Der 27-jährige Riesen ist einer der beiden 2.-Liga-Goalies, die es ins diesjährige All-Star-Team geschafft haben. «Das war ein cooles Erlebnis, mal mit Spielern in einem Team zu sein, die eigentlich sonst meine Gegner sind. Der Teamgeist war dafür aber erstaunlicherweise richtig gut», erinnert sich Riesen. Zurück beim FC Mutschellen steht alles wieder auf null. «Wir hatten zwei wichtige Abgänge zu verkraften. Ich hoffe natürlich, dass das Team ansonsten zusammenbleibt.» Viel mehr könne er vor der Saison aber nicht sagen. «Schliesslich weiss ich ja nicht, was die anderen Klubs machen. Zum Erfolg gehört neben harter Arbeit nun mal immer auch ein Bisschen Glück», sagt Riesen. «Ich hoffe natürlich, dass wir die neue Saison in der Tabelle nicht weiter hinten abschliessen als die vergangene. Die Spieler, die neu dazugekommen sind machen mal einen guten Eindruck.» Das stimme positiv.

Florian Müller, FC Gränichen

Florian Müller: «Ich bin 33 Jahre alt. Da habe ich auch schon ans Aufhören gedacht.»

Florian Müller: «Ich bin 33 Jahre alt. Da habe ich auch schon ans Aufhören gedacht.»

  

Florian Müller hatte die Saison 2017/18 eigentlich als Senior begonnen. «Ich bin 33 Jahre alt. Da habe ich auch schon ans Aufhören gedacht.» Mit Roger Wehrli kam in der Winterpause jedoch ein Trainer, der die Bedingung stellte, ehemalige Spieler ins Team holen zu dürfen. «Da war es für mich eine Ehrensache, meinen Teil zum Klassenerhalt zu leisten», erinnert sich Müller. Mehr als die nächste Saison stehe für ihn aber nicht auf dem Plan. In dieser wolle der FC Gränichen einfach mal nichts mit dem Abstieg zu tun haben. Trotzdem sei ein gewisser Ehrgeiz, in der kommenden Saison gut abzuschneiden, vorhanden. Die Voraussetzungen dafür könnten aber auf jeden Fall besser sein: «Wir haben ein sehr schmales Kader. Acht Spieler sind gegangen und wir haben nur drei Neuzugänge bis jetzt. Ich hoffe wir können noch zwei oder drei überzeugen, nach Gränichen zu kommen.»

Trotz Schwierigkeiten sei die Stimmung hervorragend. Nicht nur intern, sondern auch in Bezug auf die Zuschauerzahlen. «Im Freundschaftsspiel gegen Sion haben wir gesehen, was an Publikum möglich wäre», sagt Müller. «Natürlich ist das ein hochgestecktes Ziel, aber es macht einfach mehr Freude vor 200 Zuschauern zu spielen als vor 70.» Ein guter Anlass, um die Zuschauerränge zu füllen, wird bestimmt das 111-Jahr-Jubiläum des FC Gränichen sein. «Dazu werden wir am 11. August ein Spiel zwischen einem Allstar-Team des FC Gränichen und dem Swiss-Legends-Team austragen. Darauf freue ich mich sehr.» Überhaupt ist Florian Müller froh, doch noch nicht ein Senior zu sein.

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