Challenge League

1:3 in Winterthur und weiterhin keine Punkte – ausgerechnet Davide Callà schiesst den FC Aarau ab

Der FC Aarau bleibt auch nach der zweiten Runde ohne Punkte. In Winterthur verlor das Team von Patrick Rahmen mit 1:3. Ausgerechnet der Ex-Aarauer Davide Callà war mit seinen zwei Toren massgeblich am Sieg der Winterthurer beteiligt. Nun ist der Fehlstart in die Saison der Hoffnung Tatsache.

Es kommt, wie es sich abgezeichnet hat: Der nächste schnelle Gegenstoss des Heimteams in der 77. Minute, die Abwehr des FC Aarau ist entblösst. Luka Sliskovic lanciert Davide Callà, der aufschaut, schiesst – 2:0 für Winterthur. Der FC Aarau ist besiegt. Die Spieler sind am Boden. Trainer Patrick Rahmen an der Seitenlinie kann es nicht fassen, ist ratlos.

Ausgerechnet dieser Davide Callà: Im Winter will ihn FCA-Sportchef Sandro Burki mit aller Macht zurück ins Brügglifeld holen. An den Ort, wo Callà 2012 seine Karriere ein zweites Mal lancierte, den FC Aarau mit 19 Toren in die Super League schoss und sich selber zu einem langjährigen Vertrag beim FC Basel. Aber Callà mag nicht zum FC Aarau kommen.

Statt für die sportliche Herausforderung entscheidet er sich für den Karriereausklang in seiner Geburtsstadt Winterthur. «Ich bin ein Romantiker. Und dieser Wechsel ist pure Fussballromantik. Aber der FC Aarau wird immer einen speziellen Platz in meinem Herzen haben.» Doch mit seinem Tor gestern Abend tut Callà seinem Ex-Klub so richtig weh.

Und es kommt für Callà noch besser bzw. für den FC Aarau noch schlimmer: In der 86. Minute trifft Callà ein zweites Mal, dieses Mal aus der Distanz - 3:0. Nach dem Spiel sagt Callà, immer noch euphorisiert von der Party mit den Fans: «So habe ich mir das erträumt. Es ist ein wunderschöner Abend für mich und für den FC Winterthur. Wir haben das verdient.»

Eine bittere Pointe

Abgeschossen von der eigenen Klublegende – es ist dies die bittere Pointe für den FC Aarau an diesem Abend. Ein Abend, an dem nichts zusammenpasst. Ein Abend, an dem der FC Aarau entzaubert wird.

Das Unglück nistet sich schon vor dem Anpfiff ein: Linksverteidiger Linus Obexer muss das Warmlaufen wegen Magenproblemen abbrechen, für ihn spielt der offensiv wirkungslose Michael Perrier. Als die Partie gerade mal gute zwei Minuten alt ist, schiesst Norman Peyretti an die Latte, statt den Ball ins verwaiste Tor zu lupfen. 20 Minuten später muss der bis dato gefährlichste Aarauer verletzt vom Platz.

Es kommt noch schlimmer: Auch Gianluca Frontino scheitert mit einem Freistoss an der Latte. Praktisch im Gegenzug benötigt der FCA seinerseits viel Glück, als Raoul Giger mit dem Po (!) den Schuss von Sliskovic an den Pfosten lenkt.

Dann ist Pause. Und nach dem Wiederanpfiff wird rasch klar: Siegeshungrig und vor allem siegesfähig sind an diesem Abend nur die Winterthurer. Die Aarauer Offensive verrennt sich Mal um Mal, im Rückwärtsgang lassen es alle Feldspieler am Fleiss und an der Aggressivität vermissen.

Aarauer Aufbäumen? Fehlanzeige

Die Winterthurer hingegen zeigen dem Gegner, was in der knüppelharten Challenge League über Sieg und Niederlage entscheidet: Bissigkeit in den Zweikämpfen und Einsatzbereitschaft im läuferischen Bereich.

Die Folge ist das 0:1 durch Karim Gazzetta in der 64. Minute. Am Ursprung steht ein vielversprechender FCA-Angriff, aus dem nach Hammerichs Fehlpass jedoch ein Konter wird, bei dem die Winterthurer erstaunlich viele Freiheiten geniessen. Als dann auch noch Goalie Steven Deana patzt und den unplatzierten Schuss von Gazzetta passieren lässt, ist das 0:1 Tatsache.

Und dann ist sie da, die Verunsicherung, die in die Körper der Aarauer fliesst. Ein Aufbäumen? Fehlanzeige. Stattdessen schauen sie zu, wie Callà zum Matchwinner wird. Das Tor zum 1:3 durch Mickael Almeida in der Nachspielzeit ist zwar nach über 180 gespielten Minuten der erste FCA-Treffer der Saison, aber nicht mehr wert als Ergebniskosmetik.

Zwei Spiele, null Punkte, fünf Gegentore. Aus statistischer Sicht ist der Aarauer Fehlstart Tatsache.

Trainer Rahmen ist nach dem Spiel aufgewühlt und verärgert über den Auftritt seiner Mannschaft: «Die Leistung im Startspiel gegen Servette war okay, diese Niederlage konnte ich akzeptieren. Heute ist es anders: Wenn wir punkten wollen, müssen wir unser Defensivverhalten verbessern, das gilt für alle Spieler. Ja, wir haben eine gute Mannschaft, aber Qualität allein bringt nichts. Wir müssen böse werden. Wir brauchen jetzt schleunigst ein Erfolgserlebnis im nächsten Spiel gegen Kriens. Dafür müssen wir unter der Woche hart arbeiten und keine grossen Parolen schwingen.»

Lesen Sie hier die Partie im Liveticker nach: 

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