Beat Hubeli hält grosse Stücke auf Michael Koch. «Michael ist momentan so etwas wie unsere Lebensversicherung», sagt der Trainer des FC Muri. «Seine Freistösse sind gefürchtet. Er verfügt über eine enorme Schusskraft und hat einen ausgeprägten Torriecher.»

Ganz klar: Der Chef traut Koch eine Profikarriere zu.

«Vom Talent her hat Michael das Zeug zum Berufsfussballer», fügt Hubeli hinzu. «Es wäre interessant zu beobachten, ob er sich in der Super League durchsetzen kann oder nicht.» Koch freut sich zwar über die Lobeshymnen des Trainers, bleibt aber auf dem Boden der Realität. «Ich werde im November 28 Jahre alt», gibt der Mittelstürmer zu bedenken

Super-League-Angebot würde Koch prüfen

«Da ist der Zug nach oben wohl abgefahren. Sollte doch noch ein Angebot eines Super-League-Klubs kommen, würde ich dieses sicherlich prüfen. Wenn nicht, dann bleibe ich beim FC Muri. Hier gefällt es mir ausgezeichnet.»

Für Koch ist Bescheidenheit eine Zier. Ein Blick auf seine Torausbeute in den vergangenen vier Spielen spricht allerdings Bände. Gegen Solothurn (6:2), Höngg (4:2), Balzers (3:2) und Rapperswil (3:3) hat der Mittelstürmer des FC Muri sage und schreibe elfmal getroffen. Wie ist die eindrückliche Bilanz zu erklären? Koch überlegt lange, findet aber keine richtige Antwort. «Ich weiss nicht, warum es plötzlich läuft», sagt der Topskorer. «Im Fussball kann man nicht alles erklären.»

Vielleicht spürt Koch ja einfach den Frühling. Oder er wandelt in den Spuren seines grossen Vorbilds Cristiano Ronaldo. Ist Ronaldo für Real Madrid, was Koch für Muri ist? «Grosse Worte», erklärt Koch mit einem Schmunzeln. «Nein, das kann man natürlich nicht vergleichen. Ronaldo ist ein kompletter Spieler und hat alles drauf, was einen Star ausmacht.»

Ambitinierte Murianer Transfers

Zurück zu Koch, der seine Karriere in den Juniorenabteilungen von Suhr und Aarau lancierte. Danach spielte er für den FC Suhr, Olten, Schötz, Baden und jetzt beim FC Muri in der 1. Liga Classic. Wie gross die Ambitionen der Murianer sind, zeigten die Transferaktivitäten vor dieser Saison. Mit Michael Ludäscher, Nikolaj Marjanovic, Burim Zeqirai und Koch wechselten auf diese Saison hin gleich vier Spieler vom FC Baden zu Muri.

«Natürlich sorgte das in den Reihen der beiden Klubs für viel Diskussionsstoff», erinnert sich Koch. «Der Hauptgrund für den Vereinswechsel aller vier Spieler ist Beat Hubeli. Er ist nicht nur ein hervorragender Trainer, sondern auch ein Supertyp. Es macht einfach Spass, unter seiner Führung Fussball zu spielen.»