Handball
1000 Zuschauer im NLB-Derby: Endingen und Siggenthal trennen sich 23:23

In der randvollen Sporthalle Obersiggenthal holten sich die Endinger und Siggenthal/Vom Stein Baden je einen Zähler. Das bringt zwar in der Tabelle niemanden weiter, aber der Handball im Aargau lebt.

Alexander Wagner
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Spektakel vor 1000 Zuschauern: Endingens Simon Huwyler (links) gegen Siggenthals Marius Moser. Wagner

Spektakel vor 1000 Zuschauern: Endingens Simon Huwyler (links) gegen Siggenthals Marius Moser. Wagner

Bereits eine Stunde vor Beginn des Derbys war die Halle in Obersiggenthal gut gefüllt. Und bei Anpfiff gab es kein Halten mehr. Die «rote Wand» wie sich die Fans von Siggenthal nennen und die Trommler aus Endingen gaben alles und feuerten die Akteure an. Diese gingen ebenfalls mit Feuereifer ans Werk, dabei unterliefen beiden Teams jedoch zahlreiche technische Fehler.

Kurz vor dem Seitenwechsel hatte sich das Team aus Endingen mühsam einen Vorsprung von zwei Treffern erarbeitet. Doch ein Penalty von Stefan Egloff und ein Tor von Daniel Merz mit der Sirene brachten wieder den Gleichstand. Im Gleichschritt ging es weiter, genauso intensiv aber auch genauso fehlerreich. Es waren noch gut 60 Sekunden zu spielen, als Endingens Trainer Zoltan Cordas das letzte Time-out nahm und nochmals versuchte, seine Mannschaft – die mit einem Zähler im Hintertreffen lag – neu einzustellen. Erst nach rund 30 Sekunden kamen dann die Endinger überhaupt in Ballbesitz und es deutete nicht mehr viel auf einen Punktgewinn der Surbtaler hin. Zwei Sekunden vor der Sirene knallte Stefan Huwyler mit seinem sechsten Treffer das Leder nochmals in die Maschen hinter Claudio Boccarelli, der sechs Jahre das Gehäuse der Endinger hütete.

«Wirklich schade», seufzte der Routinier und konnte es noch nicht fassen. Zum ersten Mal spielte er mit Siggenthal gegen Endingen. «Es war schon speziell für mich persönlich. Aber die ganze Mannschaft hat sich auf dieses Spiel gefreut», meinte der ehemalige Nationalkeeper. Er ist nur einer von zahlreichen Akteuren der Siggenthaler, die schon für Endingen aufliefen. Goaliekollege Raphael Aeberhard, Flügelflitzer Daniel Beck, der Deutsch-Brasilianer Frederico Lampe und David Anderes waren während mehreren Jahren Leistungsträger im Surbtal. Diesem Spiel konnten sie den Stempel nicht aufdrücken: Aeberhard wurde früh ausgewechselt, Beck verletzte sich und Lampe kam kaum zum Einsatz. Trotzdem kannte man sich aus unzähligen Trainings und Partien und konnte Tipps von der Bank aus geben. Damit aber nicht genug: Trainer Peter Szilagyi war bei Endingen als Spieler und Juniorentrainer aktiv und Marius Moser, der mit sechs Treffern der beste Werfer seines Teams war, agierte als Junior auch bei den Surbtalern.

«Es war natürlich super, dass ich gleich zwei, drei Bälle halten konnte», freute sich Boccarelli, der zugeben musste, dass es während des ganzen Derbys speziell blieb. «Aber es war unglaublich vor so einer Kulisse zu spielen. Das Publikum hat uns getragen», freut sich der erfahrene Keeper.

Und so gaben die rote Wand und die Trommler auch bei der Ehrung der besten Spieler nochmals alles und feierten sich selber und den Handball im Aargau. Auch wenn der im Moment nicht im Oberhaus vertreten ist. Die Fans auf beiden Seiten sind längst NLA-würdig.

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