Challenge League

Mit einem blauen Auge davongekommen: Vor Rekordkulisse schiesst Stefan Maierhofer den FC Aarau zum nächsten Sieg

Das 1:0 gegen den FC Chiasso ist der fünfte Sieg in Folge, zum zehnten Mal in Folge bleiben die Aarauer ungeschlagen. Die so zahlreich wie noch nie in der Saison im Brügglifeld erschienen Besucher sehen ein umkämpftes, aber elektrisierendes Spiel. Mit dem glücklichen Ende für das Heimteam.

Der 17. Februar 2019, der Tag des totalen Triumphs für die Österreicher: Zuerst der Männer-Slalom an der Ski-WM, bei dem unsere Nachbarn alle drei Medaillen abräumen. Einige Stunden später sorgt «Rot-Weiss-Rot» auch im Stadion Brügglifeld für die Musik. Genau gesagt Stefan Maierhofer: Der 36-Jährige, mit seinen Toren und seinem Wiener Schmäh zum Gesicht der Wiederbelebung des FC Aarau geworden, schreibt gegen Chiasso das nächste Kapitel der Erfolgsstory.

Sein Tor in der 56. Minute bleibt das einzige in einer spielerisch wenig attraktiven, gemessen an der Spannung aber elektrisierenden Partie im Brügglifeld. Eine Stunde nach dem Schlusspfiff, als es schon eindunkelt, kommt er aus der Kabine, zeigt auf sein malträtiertes Gesicht und meint in typischer Maierhofer-Manier: «Mit einem blauen Auge davongekommen, mehr gibts dazu eigentlich nicht zu sagen.»

Kann man so sehen wie der «Major». Doch es gäbe da schon noch das eine oder andere über diesen Fussball-Nachmittag zu erzählen. Etwa dies: 3777 Zuschauer sind ins Brügglifeld gekommen – Saisonrekord! Den Kassier freuts, die Fans, die beim Anpfiff immer noch Schlangen stehen vor den Kassenhäuschen, wohl weniger. Egal: Verpassen tun sie nichts.
So leicht wie die vorherigen Gegner Wil und Rapperswil, gegen die Aarau bereits in der 3. bzw. 6. Minute skorte, machen es einem die Tessiner nicht. Die Tessiner fokussieren auf das, was ihnen gegen Schaffhausen und Servette zum Sieg verholfen hat: Verteidigen.

«Als würden wir gegen eine Wand laufen», wird später Aaraus Marco Thaler sagen. Er spielt erstmals seit seinem Kreuzbandriss im März 2018 wieder von Beginn an und hätte sich in der Startphase der Partie gerne Sicherheit geholt in einigen Zweikämpfen. Doch zu diesen kommt es nicht, weil Chiasso bis zum 0:1 den Gang über die Mittellinie verweigert.

Stimmen zum Spiel:

Interviews mit Marco Thaler und Patrick Rahmen

Schnell wird klar: Das wird eine Geduldsprobe für die Aarauer. Sie haben zwar zwei Drittel Ballbesitz, doch zu viel Offensivgeist könnte ins Auge gehen: Die Tessiner warten nur auf einen Fehler, um zu kontern. So wird es kein schönes, aber ein intensives und für alle Aarau-Fans extrem spannendes Spiel. Auch nach dem 1:0 liegen ein Gegenstoss der Tessiner und somit der Ausgleich stets in der Luft.

Dem Heimteam ist nur eines vorzuwerfen: Mehr Effizienz im Torabschluss hätte die eigenen Nerven und die des Publikums geschont. Der Defensive ist hingegen ein Kränzchen zu winden: Auf die wenigen Vorstösse des Gegners hat sie stets eine Antwort. Und bei den drei Weitschüssen, die durchkommen, ist Goalie Nikolic zur Stelle.

Die Erlösung nach 95 Minuten ist greifbar. FCA-Vizepräsident Roger Geissberger hält es in den Schlussminuten nicht mehr auf seinem Sitz, als der Schlusspfiff ertönt, sucht er Halt am Tribünengeländer und lächelt. Auch die Zuschauer gehen zufrieden nach Hause: Solche Spiele, wenn sie denn ein gutes Ende nehmen, sind genauso ein Erlebnis wie ein 5:0.

Forderten am Donnerstag die Fans auf, ihr Team im Stadion zu unterstützen – Sebastian Wendel und Ruedi Kuhn im FCA-Talk:

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Varol Tasar verlässt den FC Aarau und ist doch noch da. Der Wechsel des Flügelstürmers zu Servette wirft Fragen auf: Soll FCA-Trainer Patrick Rahmen Tasar weiterhin spielen lassen? Warum Servette und nicht ein Klub aus der Super League? Der FCA-Talk zum Thema der Woche im Brügglifeld.

Der Sieg gegen Chiasso erhöht die Serie der Ungeschlagenheit auf zehn Spiele, von denen die Aarauer neun (!) gewonnen haben. 28 von insgesamt 32 Punkten haben sie seit dem 26. Oktober 2018 geholt, als der Lauf mit einem 2:0 gegen Wil begann. Inzwischen liegt Aarau auf Rang 4 und kann die Barrage wieder aus eigener Kraft erreichen.

Ihre Mannschaft ist im Flow, oder, Patrick Rahmen? Die interessante und vielversprechende Antwort des FCA-Trainers: «Wir sind gefestigt und solidarisch. Aber ein Flow ist für mich, wenn jeder Spieler Woche für Woche sein bestes Niveau abruft. So weit sind wir noch nicht.»

Lesen Sie hier die Partie im Liveticker nach:

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