Challenge League

1. Liga, Super League: FC-Wohlen Spieler Kristian Kuzmanovic ist der Mann der vielen Umwege

Kristian Kuzmanovic spielt seit einigen Wochen beim FC Wohlen.

Kristian Kuzmanovic spielt seit einigen Wochen beim FC Wohlen.

Von der Challenge in die Super League, zurück in die 1. Liga und jetzt in Wohlen: Kristian Kuzmanovic erlebt eine ungewöhnliche Karriere.

Kristian Kuzmanovic streckt den Zeigfinger in die Höhe und rennt zu den mitgereisten Wohler Fans. Gerade hat er das 3:1 gegen den FC Winterthur erzielt. Nur sieben Minuten Einsatzzeit brauchte er, um seinen ersten Treffer im Profifussball seit mehr als drei Jahren zu erzielen. Damit endete für ihn eine turbulente Zeit in seiner Karriere als Fussballer, die ihn von der Super League in die 1. Liga brachte und nun zum FC Wohlen.

Das Tor von Kuzmanovic in Winterthur.

«Es war ein wunderschönes Gefühl», sagt der 29-Jährige zu seinem ersten Tor bei seiner Rückkehr auf die kleine grosse Bühne des Fussballs. «Ich hoffe, dass ich nun zurück bin und mich in der Challenge League etablieren kann.» Kuzmanovic absolvierte vor wenigen Wochen ein Probetraining im Freiamt beim FC Wohlen. Dort konnte er überzeugen und sich für einen Vertrag aufdrängen.

Allerdings hat Kuzmanovic nur einen Kontrakt bis zur Winterpause erhalten. Auch deshalb wohnt er noch nicht im Aargau, sondern in der Nähe von Schaffhausen, wo er vor gut einem Jahr unter Vertrag stand. Kuzmanovic muss sich erst beweisen, das ist auch ihm bewusst. «Ich will mich ins Team hineinkämpfen.»

Der Auftritt gegen den FCB

Der Name Kuzmanovic ist vielen Fussballfans noch im Gedächtnis. 2012 stand er im Fokus der Fernsehkameras, als er mit Winterthur im Cup-Halbfinal gegen den grossen FC Basel spielte. Kurz vor der Pause konnte Kuzmanovic FCB-Goalie Yann Sommer umspielen und hätte nur noch einzuschieben gebraucht, da foulte ihn Sommer. Doch ein Pfiff blieb aus. «Ich denke kaum mehr daran. Ich lebe in der Gegenwart. Ich glaube nicht, dass meine Karriere anders verlaufen wäre, wenn ich da ein Tor hätte schiessen können.»

Yann Sommer foulte Kristian Kuzmanovic (Archiv).

Yann Sommer foulte Kristian Kuzmanovic (Archiv).

Super League als Höhepunkt

Damals spielte Kristian Kuzmanovic unter seinem Vater Boro: «Es gab schöne Momente, aber es war nicht immer einfach, unter ihm zu spielen.» Nach einer starken Saison mit 12 Toren in 33 Spielen wechselte er zu Vaduz. «Der Wechsel in die Super League war ein Höhepunkt meiner Karriere, davon träumt man als Kind.» Doch das Abenteuer sollte nicht lange dauern. Der Mittelfeldspieler war häufig verletzt und konnte nicht sein volles Potenzial abrufen. Nach sieben Teileinsätzen wechselte er nach Schaffhausen und zurück in die Challenge League. «Die Zeit in Vaduz war schwierig für mich. Doch ich habe viel mitgenommen. Es macht stärker, wenn man nicht aufgibt. Ich bin sowieso ein positiv eingestellter Mensch.»

Kristian Kuzmanovic

«Ich bin ein positiv eingestellter Mensch.»

Kristian Kuzmanovic

Doch auch in Schaffhausen lief es nicht nach Plan. Als Axel Thoma Cheftrainer wurde, löste Kuzmanovic den Vertrag auf. «Es sah so aus, als könnte ich bald bei einem neuen Verein spielen.» Doch er fand keinen neuen Klub und blieb ein halbes Jahr lang vereinslos. «Das ist wie eine Brandmarkung. Danach ist es sehr schwierig, wieder Fuss zu fassen.»

Um den Anschluss nicht zu verlieren, begann Kuzmanovic im März in der 1. Liga für die Winterthurer U21 zu spielen. Von der höchsten in die vierthöchste Spielklasse – und das in nur 15 Monaten. «Keine Karriere ist einfach», sagt Kuzmanovic. «Jeder muss seinen eigenen Weg gehen. Ich habe mich nie abgeschrieben gefühlt.»

Und jetzt nach dem Challenge-League-Comeback ist die Super League wieder ein Ziel? «Ich bin zwar 29 Jahre alt, doch das Ziel ist, noch mal anzugreifen.» Zunächst einmal muss er sich aber gegen seine Mitbewerber um einen Platz in der Wohler Startelf durchsetzen. Heute gegen Schaffhausen wird er laut Trainer Ranko Jakovljevic eher nicht in der Startaufstellung stehen, weil er noch einen Trainingsrückstand habe.

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