1. Liga
«Schmerzt sehr, dass diese Begegnung nicht mehr zu Stande kommt»: Aargauer Erstliga-Derby fällt Umteilung zum Opfer

Weil zwei Berner Teams aus der Promotion League absteigen, muss der FC Baden seinen Platz in der Gruppe 2 räumen. Damit ist klar, dass das gutbesuchte Spiel gegen den FC Wohlen vorerst nicht mehr stattfinden wird. Dies bedauern beide Aargauer Erstligisten.

Nik Dömer
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Das Aargauer Erstliga-Derby zwischen Baden und Wohlen wird es vorerst nicht mehr geben.

Das Aargauer Erstliga-Derby zwischen Baden und Wohlen wird es vorerst nicht mehr geben.

Dani Mercier / «Aargauer Zeitung»

Nach nur zwei Direktduellen ist das Aargauer Erstliga-Derby bereits wieder Geschichte. Der FC Baden kehrt zur kommenden Saison in die Gruppe 3 zurück, dort, wo er bereits bis zur Saison 2018/19 um den Aufstieg gekämpft hatte.

Badens Umteilung sorgt für Mehrkosten

Präsident Heinz Gassmann nimmt die Umteilung mit gemischten Gefühlen zur Kenntnis. «Wir versuchen es sportlich zu nehmen. Geografisch gesehen ist klar, dass die beiden Absteiger FC Köniz und FC Münsigen in die Gruppe 2 eingeteilt werden müssen, da dort die meisten Teams aus der Zentralschweiz sowie Region Bern kommen. Dass wir nun in der Konsequenz wechseln müssen, hat Vor- und Nachteile.»

Baden wird zur kommenden Saison in die Ost-Gruppe umgeteilt.

Baden wird zur kommenden Saison in die Ost-Gruppe umgeteilt.

Dani Mercier / «Aargauer Zeitung»

Der Präsident führt aus: «Gruppe 3 ist mehrheitlich eine Ost-Gruppe, mit FC Balzers und USV Eschen/Mauren sind gar zwei Vertreter aus Lichtenstein dabei. Zudem kommen noch zwei Tessiner Teams dazu. Für uns ist das unglücklich, die langen Reisen sorgen für Mehrkosten, die uns in diesen Zeiten wehtun.»

So sieht die neue Gruppeneinteilung aus.

So sieht die neue Gruppeneinteilung aus.

Screenshot: Erste Liga

Ebenfalls finanziell Abstriche muss Gassmann künftig bei den Zuschauereinnahmen machen: «Teams, die nicht aus der Umgebung kommen, sind keine Publikumsmagnete. Nebenbei ist unsere neue Gruppe nominell wohl etwas schwächer und weniger ausgeglichen als die Gruppe 2. Nun müssen wir halt selber mit attraktivem Fussball dafür sorgen, dass wir viele Leute anziehen.»

Auf dem Platz Gegner, neben dem Platz Freunde

Ein Duell, das der FC Baden schmerzlich vermissen wird, ist das Aargauer Derby gegen den FC Wohlen. Coronabedingt kam es in den letzten beiden Saisons zwar nur zu zwei Duellen, doch die hatten es in sich: «Das Derby war jeweils ein Fest, zweimal waren rund 1000 Zuschauer vor Ort. Die Partien hatten viel Brisanz. Es schmerzt uns sehr, dass diese Begegnung in der neuen Saison nicht mehr zu Stande kommt.»

Das Derby sorgte für grossen Zuschaueraufmarsch.

Das Derby sorgte für grossen Zuschaueraufmarsch.

Dani Mercier / «Aargauer Zeitung»

Neben dem Platz sind wir fast schon Freunde geworden: «Präsident André Richner unterstützt uns bereits länger als Sponsor, inzwischen bin auch ich der Donatoren-Vereinigung des FC Wohlen beigetreten. Wir pflegen ein sehr gutes Verhältnis untereinander.»

Dass der FC Baden nun in einer Gruppe spielt, die nominell etwas weniger stark ist, könnte aber auch Vorteile im Bezug auf die Aufstiegsträume haben.

Doch darauf will sich Gassmann nicht einlassen: «Es gibt auch in unserer neuen Gruppe genug starke Gegner, die wir keineswegs auf die leichte Schulter nehmen dürfen. Aber es ist auch Fakt, dass die Aufstiegsspiele für uns Pflicht sind. Egal, in welcher Gruppe wir spielen. Wir wollen in unserem 125. Jubiläumsjahr um jeden Preis dafür sorgen, dass wir endlich den Aufstieg in die Promotion League schaffen.»

Heinz Gassmann will im Jubiläumsjahr mit dem FC Baden den Aufstieg realisieren.

Heinz Gassmann will im Jubiläumsjahr mit dem FC Baden den Aufstieg realisieren.


Sandra Ardizzone / SPO

«Verantwortliche der Liga haben kein Fingerspitzengefühl gezeigt»

Auch der FC Wohlen bedauert den Entscheid der Verbandsabteilung «Erste Liga» sehr: «Diese Umstrukturierung verärgert mich, da haben die Verantwortlichen der Liga kein Fingerspitzengefühl gezeigt. Die Spiele gegen den FC Baden waren für uns ein Highlight. Die Derbys waren leidenschaftlich, emotional und lockten viele Leute ins Stadion. So viele Zuschauer können wir sonst gegen keinen Gegner mobilisieren, insofern schmerzt uns das auch finanziell», betont André Richner.

Der FC Wohlen pflegt ein gutes Verhältnis zum FC Baden.

Der FC Wohlen pflegt ein gutes Verhältnis zum FC Baden.

Dani Mercier / «Aargauer Zeitung»

Das gute Verhältnis zwischen den beiden Aargauer Vereinen kann auch der FCW-Präsident unterstreichen: «Ich pflege einen sehr engen Kontakt zu Herr Gassmann. Wir haben uns gesagt, dass wir gemeinsam den Aufstieg erreichen möchten, damit das Derby bestehen bleibt. Nun müssen wir beide aufstiegen, damit es überhaupt wieder regelmässig zu Stande kommt. Wir versuchen dies nun als Ansporn zu nehmen», erklärt der Präsident.